Es war kein fußball

Ich, ich vergaß es völlig zu erwähnen. Am samstag nahm ich den kürzesten weg von der hannöverschen südstadt nach ricklingen, der mich ans stadion vorbeiführt. Ich glaubte, dass ich den direkten weg nehmen könnte, da ja die bundesliga sommerpause macht.

Aber ich sah schon von weitem polizeiabsperrungen, verkehrsumleitungen und ungewohnte massen von menschen, und ich dachte mir nur: „scheiße, ich sollte vielleicht doch etwas weniger hinterwäldlerisch sein und gelegentlich eine zeitung zur hand nehmen“. Doch wollte ich nicht mehr umkehren und fuhr tapfer weiter, auf das schlimmste gefasst.

Schon nach wenigen minuten bemerkte ich, dass es sich nicht um fußball handeln kann. Woran ich das bemerkte? An allem, was fehlte. Es gab kein barbarisches gröhlen, es gab keine sprechköre mit ausländerfeindlichen parolen, es gab niemanden, der mich anpöbelte, es gab keine sinnlos betrunkenen idjoten, es gab keine auf dem weg zerdepperten bierflaschen. Kurz: es gab nicht jene atmosfäre der rohheit und gewalt, die zu jedem fußballspiel fest dazugehört.

Später erfuhr ich, dass es sich um ein großes konzert handelte. Ach, wären doch alle veranstaltungen in diesem stadion so gesittet und erträglich!

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