Eine große freude ist es mir immer wieder…

…wenn in der ganz normalen jornalje klartext gesprochen wird. So zum beispiel heute bei heise onlein im artikel „Handynutzer simsen im Schnitt einmal täglich„:

Für die Netzbetreiber ist die SMS mittlerweile eine Cash-Cow: Sie nimmt kaum Kapazitäten in Anspruch, benötigt keine Investitionen und bringt den Anbietern Millionen in die Kassen.

Und trotzdem sind unglaublich viele menschen so blöd, kleine kostenpflichtige, stammelhafte mitteilungen flinken daumens auf einer tastatur zu tippen, bei der man sehnsucht nach der ergonomie eines ZX-81 mit seiner foljentastatur bekommt. Selbst das damalige tippen auf einem mechanischen lochkartenstanzer ging besser von der hand. Zum schaden des menschlichen austausches und zum nutzen derer, die solch überflüssige dienste anbieten.

Teure technikverhinderung, befördert von dem streben jugendlicher deppen nach „coolness“ und der grenzenlosen dummheit des konsumvolkes. Ein großartiges geschäft.

Auf keinen fall sollte ich vergessen…

…die so genannte „umweltp’litik“ einmal ganz weidlich auseinander zu nehmen, einschließlich ihrer gar nicht recht wissenschaftlichen hilfswissenschaften. Und ich sollte dabei herausarbeiten, dass der kapitalistische gesellschaftliche prozess immer schon mit einem hohen maß an „weltverbrauch“ einher ging; dass er immer schon die lebensgefahren für untere sozjale schichten in kauf genommen hat, sei es in den bedingungen der produkzjonsstätten oder sei es in der verwandlung der umwelt in eine unwelt; dass er immer schon mörderisch gegenüber den größten teil der belebten welt war. Ein p’litisch wirksames „bewusstsein“ für die umwelt, für die durchgefickte erde, es kam wirklich erst auf, als die sich verschärfenden zustände drohten, in die lebensbereiche des bürgertumes einzudringen – nachdem die bedrohung hundert jahre lang gesehen und verdrängt wurde. Wie dumm erscheint mir die so genannte „linke“ darin, das in der sprache und betrachtungsweise des bürgertumes, also der täter, p’litisch aufzugreifen, als würde vor niemandes auge die entwicklung der so genannten „grünen“ stehen.

Ach, wie weidlich tät ich das alles schreiben, wenn ich es erst einmal anfinge.

Nein, ich sollte das auf keinen fall vergessen. Aber es wäre so viel arbeit und zeitlicher aufwand damit verbunden, und so werde ich es wohl doch irgendwann wieder ganz bewusst vergessen, bevor ich es halbherzig tue. Aber vielleicht hat ja jemand eine klare stimme und die zeit und die lust, es in aller ruhe zu tun. Es wäre wirklich sehr nötig, angesichts der zunehmenden „ökologisierung“ in den beglückungsideen der kapitalistischen staatsgebilde.

Urlaubsreif

Es ist schon erstaunlich, wie viel scheiße einem passieren kann, wenn man mal ein paar tage fern seiner normalen lebensabläufe leben möchte – von erholung keine spur, ich bin das, was ein normalo urlaubsreif nennt. Nur, dass es für jemanden wie mich eben keinen urlaub gibt, eben so wenig, wie es irgendeine arbeit gibt.

Aber interessant ist, dass ich das bloggen kaum vermisse. Der ganze blick hat sich gewandelt, ich gehe nicht mehr mit den augen eines bloggers umher, der seine motive sucht. Dabei bemerke ich, wie sehr mir die haltung des bloggens auch zur psychischen abfuhr in unerträglichen situazjonen gedient hat; wie sehr ich schreibenden auges den manifesten wahn des jetzt nicht an mich heran ließ; wie wenig ich dabei noch vom leben derer wahr genommen habe, die ich als marginalisierte der globalisierung sehe und wie sehr ich mich auf diese weise von mir selbst entfernt habe. Tatsächlich ist unmerklich ein großer teil meines schreibens ein abbild jener abstrakten arbeit geworden, die ich aus meinem leben deshalb verbannen wollte, weil sie meinem eigentlichen leben gift ist. Wie stark die ruhtine und die alltägliche konfrontazjon mit unmenschlichen verhältnissen meine seele getötet hat, war mir wegen des schleichenden des prozesses gar nicht recht bewusst.

Es wird wohl noch ein paar wochen dauern, bis ich wieder einen regelmäßigen blogbetrieb aufnehmen werde. Vielleicht kommt dieser dann auch wieder meinen eigenen ansprüchen näher. Ein nachteil des bloggens, den ich bislang noch nie wahrgenommen habe, ist die tatsache, dass das bloggen nicht nur energie zum hassen und handeln auf ein abstraktes medium lenkt, wo diese energie in der weite des internetzes verpufft; nein, es beschädigt dabei im laufe der zeit auch unmerklich den anspruch, den man einst hatte, als man mit dem schreiben begann.