Technischer dativ

Welcher mensch ist eigentlich auf die idee gekommen, die tasten „N“ und „M“ auf der schreibmaschinentastatur so nebeneinander zu legen, dass man allzu leicht die eine für die andere tippen kann? Die dabei entstehenden „technischen dativformen“ sind wirklich schwer zu entdeckende tippfehler, wirken aber ausgesprochen peinlich und sprachlich unbeholfen.

Eben im netz gefunden…

…und aus dem lesen kaum wieder herausgekommen, so lustig sind schlagertexte ohne die zugehörige musik: Hansis schlagerseiten.

Und dabei brauchte ich doch nur mal den text von Roland Kaisers „manchmal möchte ich schon mit dir„…

Manchmal möchte ich schon mit Dir
Diesen unerlaubten Weg zu Ende gehen
Manchmal möcht‘ ich so gern mit Dir
Hand in Hand ganz nah an einem Abgrund stehen
Wenn ich Dich so seh‘, vor mir seh‘

Manchmal möchte ich schon mit Dir
Eine Nacht das Wort Begehren buchstabieren
Manchmal möchte ich so gern mit Dir
Doch ich weiß, wir würden viel zu viel riskieren
Du verlierst den Mann, ich verlier den Freund

…der für mich ein geradezu perfektes beispiel für die technik des schlagertextes ist. Da die direkte erwähnung der sexualität verpönt ist, werden entsprechende passagen wie „wenn ich dich sehe, möchte ich dich f*cken“ durch unverfänglichere, aber doch eindeutige aussagen ausgetauscht. Gerade Roland Kaiser hat in dieser technik ein talent bewiesen, das auch für mich beeindruckend ist. Er muss sehr hart daran gearbeitet haben, dass diese „übersetzungen“ des eigentlich beabsichtigten nicht nach einer parodie klingen – und ich bin mir sicher, dass er für seine „übersetzungen“ hilfsmittel verwendet hat.

Jornalisten

Zu den dingen, die ich gar nicht mag, gehört der mäjhlverkehr mit interessierten jornalisten, die auf der suche nach ihren stories sind. Aber würde ich darauf gar nicht eingehen, so würde noch mehr scheiße im auswurf der jornallje stehen. Und dieser auswurf ist es ja immernoch, woran die mehrzahl der menschen in deutschland seine meinung bildet.

Und so schreibe ich und so schreibe ich mäjhl – als wenn ich nichts besseres zu tun hätte.