Die sprachliche intelligenz von softwäjhr

Der gregarius, der mir jetzt treu (und dank eines eintrages in eine crontab auch alle zwei stunden automatisch) die RSS-feeds der vielen sites abholt, die ich regelmäßig lese, hat ein kleines problem mit den deutschen umlauten. Das führt dazu, dass die täggs ohne umlaut erscheinen. Manchmal ergibt sich dabei ein interessanter neuer sinn. So wurde aus dem tag „universitäten“ das fröhliche neue wort „universitten“.

Computer bleiben doch immer noch die besten dadaisten.

Der herbst kommt

Zwar scheint noch die sonne, aber sie wird kürzer. Und es ist kalt. Und die bäume fangen schon damit an, ihr laub in die windstöße zu geben, da sie wissen, dass sie es nicht mehr lange halten werden.

Unzweifelhaft wird es herbst. Nachdem der sommer ausfiel. (Er war vielleicht zwei wochen lang.)

Ich erwische mich jedes jahr meines kümmerlebens dabei, wie ich bei diesem anlass nur noch an selbstmord denken mag. Ich erwische tatsächlich schon im sommer dabei, wenn ich einmal draußen schlafen muss, mir einen ruhigen platz im wald suche und dort die igel raschellaut im unterholz höre. Igel kennen keinen winter, ihnen ist das frieren fremd, sie verschlafen es einfach. Nicht so ich. Ich kenne den winter sehr wohl, es ist eine hässliche zeit, die jedem menschen klar machen sollte, dass unsere evoluzjonären vorfahren eigentlich von den afrikanischen bäumen kommen. Ein leben in dieser klimatischen zone ist für uns organisch kaum vorgesehen, ein überleben wird uns vor allem durch die leistungen der intelligenz und durch eine wohl organisierte verbrennungswirtschaft möglich.

Im herbst beginnen die menschen wieder damit, sich in ihre wohngruften einzumauern. Sie hetzen über die straßen, haben ihren blick im nichts und würden das leben vollends hassen, hätten sie nicht ihre flutschbunten bilder in der glotze und den drehknauf an ihren heizkörpern. Sie werden unzugänglich, und sie werden auch auf eine eigentümliche weise dumm.

Der herbst ist immernur das vorspiel für die größte tristess, für die vorweihnachtliche horrorzeit. Wenn man in dieser zeit nicht so hervorragend betteln könnte, würde ich wohl alle menschen meiden. Doch die menschen müssen ihren ablass leisten, auch heute noch, wo die kirche diesen ßörwiss nicht mehr anbietet. Und so spenden sie geld an irgendwelche fragwürdigen organisazjonen, die mit fliegengezierten, hungrigen kinderaugen um gaben buhlen, und so spenden sie auch geld an die direkt sichtbare armut. Zu keiner zeit des jahres habe ich so viel geld wie im dezember, und auch hungern muss ich nicht.

Nur frieren, wenn ich draußen bin.

Und frieren ist scheiße.