Opera und die konstante wartezeit

Opera ist ja durchaus ein hinreichend flotter und stabiler vertreter der gattung brauser, den man auch auf einem schmalbrüstigen rechner noch gut verwenden kann. Aber manchmal nervt dieser brauser auf einem schwachen rechner zu scheiße, vor allem, wenn man „moderne“ websites mit tonnen von javascript und AJAX verwenden will.

Denn opera hat von allen brausern den wahrscheinlich langsamsten interpreter für javascript. Da kann es denn schon einmal passieren, dass man auf etwas klickt, was wie ein link aussieht, aber in wirklichkeit eine komplexe brauser-seitige skripting-operation anstößt, und denn kann es – gerade auf einem betagten rechner – auch passieren, dass man sehr lange darauf wartet, dass sich der brauser von dieser benutzereingabe erholt. Das sind denn die momente, wo sich der ältere kompjuterfreund jene seligen zeiten zurückwünscht, in denen er sich mit einem 1200-baud-modem mit seiner mailbox verband. Die wartezeit, bezogen auf die menge der übermittelten informazjon, kommt einem durchaus ähnlich vor.

Ich möchte fast schon ein gesetz formulieren: Der datenaustausch wird immer schneller, aber die wartezeit bezogen auf die menge der informazjon bleibt immer gleich.

Ganz ähnlich, wie es im weltall dunkle materje gibt, die sich zwar an ihren wexelwirkungen feststellen lässt, aber niemals direkt sichtbar wird, so gibt es auch in den netzwerken zwischen den compjutern dunkle informazjonen. Diese lassen sich an der benötigten übertragungs- und verarbeitungszeit feststellen, aber sie treten niemals direkt in erscheinung. Über die notwendigkeit der dunklen materje im all weiß man noch nichts, aber die dunklen informazjonen sind in aller regel völlig überflüssig. Ein großteil von ihnen dient nur der effekthascherei, mit deren überfülle allzuoft die bescheidenheit der wirksamen, sichtbaren, rezipierbaren informazjonen verborgen wird.

Auf heise häufen sich die guten nachrichten

Nicht nur, dass man sich neulich darüber freuen konnte, dass ein gewisser freiherr verurteilt wurde und gar nicht mehr so frei sein wird, wenn das urteil rechtskraft erlangt – welch freude, die sich in einem fetten, grünen kommentarbereich bei heise freigehüpft hat.

Nein, heute kann man sich über die nächste meldung freuen: SCO ist pleite.

Und der kommentarbereich ist genau so grün…

Wenn das so weiter geht, denn werde ich noch optimist.

Das internetz ist krank geworden

Einerseits kriegt man jeden tag monströse mengen von spämm, in denen jede kommunikazjon zwischen den menschen erstickt. Und andererseits hat man unter den mäjhls von richtigen menschen manchmal ganz seltsame anfragen. Eben gerade habe ich eine anfrage beantwortet, ob ich etwas dagegen hätte, wenn ein link zu einem meiner blogs gesetzt würde.

Versteht ihr? Da fragt jemand, ob ich etwas gegen einen link habe.

Sind wir in der allgemeinen rechtsunsicherheit in der BRD wirklich schon so weit gekommen, dass ein ungefragter link juristische folgen haben kann? Ist ein link nicht eine ganz natürliche technische möglichkeit des internetzes? Ein einfacher verweis auf das werk eines anderen menschen oder eines anderes projektes? Muss da schon gefragt werden? Selbst, wenn man die verlinkte internetz-präsenz „runtermachen“ will, ist der link eine einfache möglichkeit, die dem lesenden menschen erleichtert, sich ein eigenes bild zu einer sache zu machen. Selbst in einem solchen fall würde ich geradezu auf einem link bestehen, wenn man mich fragt. Was also soll eine solche frage?

Es war kein dummkopf, der mich so fragte. Wirklich nicht. Es handelte sich um ein projekt des „etablierten kulturbetriebes“. Und es ist nicht davon auszugehen, dass diese frage aus unwissenheit gestellt wurde, sondern eher, dass man einen guten grund für solche anfragen hat. Wahrscheinlich hat man bereits sehr schlechte erfahrungen mit dem rechtsbetrieb in der BRD gemacht, sonst würde man sich den zeitlichen aufwand für die formulierung einer freundlichen anfrage schenken. Diese anfrage war eine spur der rechtsunsicherheit und der juristischen fallstricke, die sich zurzeit in der BRD breit gemacht haben, während die gesamte p’litische kaste von „onlein-kompetenz“ spricht, die man fördern und man fördern müsse, damit „deutschland“ doch ja nicht den anschluss an die technischen entwicklungen verliere. (Mit „deutschland“ sind hier natürlich jene gemeint, die an solchen fertigkeiten anderer menschen geld verdienen, nicht die meisten menschen im lande und schon gar nicht das land. Die interessen deutschlands werden überhaupt nicht von der p’litischen kaste der BRD vertreten.)

Das p’litische reden ist ein zeichen von inkompetenzkompensationskompentenz.