Nachtrag zu joomla

Ich habe ja kürzlich erst berichtet, wie herzhaft ich über joomla ablästern kann. Ein bisschen relativieren muss ich das nun doch, denn ich habe gerade den zweiten relieskandidaten für joomla 1.5 in einer lokalen installazjon vor mir liegen.

Ein erster, sehr flüchtiger blick in die kwelltexte zeigte, dass wirklich vieles, wenn nicht gar alles neu gemacht wurde. Und es wurde zumindest verständlicher gemacht – es bleibt natürlich ein recht komplexes system, das ich nicht binnen einer halben stunde verstehen kann, aber die kwelltexte erwecken nicht mehr den eindruck eines schwer verständlichen und fehleranfälligen gestrokels. Ganz im gegenteil, es wirkt ungewöhnlich aufgeräumt. Zudem ist der gesamte kwelltext knapp, aber doch durchaus vorbildlich mit PHPdoc-kommentaren dokumentiert, so dass man eine schangse hat, sich in das projekt reinzulesen.

Joomla macht als RC2 schon im programmierstil den eindruck eines viel robusteren systems. Hoffentlich macht das auch die wenig erkwickliche sicherheitsgeschichte dieses CMS vergessen. (Natürlich machen programmierer fehler, aber die alten joomla-versjonen waren schon auffällig anfällig.)

Optisch aufgeräumt, aber in den konzepten weit gehend unverändert ist die benutzerführung. Auch bei der neuen versjon sollte man nicht leichtfertig eine entscheidung zu gunsten joomlas treffen, da doch ein gewisser einarbeitungsbedarf für jeden besteht, der mit diesem system eine internetz-präsenz mitgestalten will. Darin spiegelt sich die immense komplexität dieses CMS wider, es ist wohl nicht vermeidbar. Aber das administrations-modul ist jetzt wenigstens in einer weise optisch aufgeräumt worden, die den meisten menschen etwas besser entgegen kommt. Ich mag zwar die verwendeten, relativ kontrastarmen piktogramme nicht, aber das ist geschmackssache – und bei joomla kann man auch das erscheinungsbild des admin-bereiches anpassen. Es gibt wohl jetzt schon ein paar templates, die auch eher meinem geschmack entgegen kommen. Ich habe nur keine lust, danach zu suchen, weil ich zurzeit nichts vor mir liegen haben, was die möglichkeiten eines joomla erfordert.

Was einen puristen wie mir aber schon richtig gut gefällt, ist die tatsache, dass das erzeugte HTML im RC2 viel besser als in den früheren versjonen ist. Es gibt keine basteleien mehr mit ineinander verschachtelten tabellen, die das erstellen eines eigenen templates schnell zu einem alptraum machen konnten. Statt dessen wird voll auf CSS gesetzt, was angesichts der fähigkeiten der gegenwärtig benutzten brauser völlig angemessen ist. Auch die vorlagen für das erscheinungsbild der internetz-präsenz sehen deshalb aufgeräumter und verständlicher aus, als ich das von früher her gewohnt bin.

Sieht man bei anderer softwäjhr oft dieses streben nach immer mehr fiehtjers, in dem die beseitigung lästiger unstimmuigkeiten und fehler vergessen wird, so ist bei joomla 1.5 RC2 gar nicht so viel hinzu gekommen. Was aber hinzu gekommen ist, das habe ich damals schon vermisst: eine schnittstelle für XML-RPC als standard-plackin.

Kurzes fazit des langen pohstings: Wer eine größere internetz-präsenz zu gestalten hat, die von mehreren menschen mit verteilten rollen gepflegt werden soll, der sollte sich unbedingt einmal den RC2 von joomla 1.5 anschauen. Dieses stück softwäjhr ist wirklich viel versprechend, und es kann durchaus appetit auf die endgültige versjon machen. Allerdings darf man den einarbeitungsaufwand nicht vergessen, wenn man darüber nachdenkt…

3 Antworten zu “Nachtrag zu joomla

  1. Ich habe ja vor einer kleinen Weile auch meine ersten Gehversuche mit Joomla gewagt. Hier erstmal als Testinstallation, noch mit einer Beta:
    http://www.cms.deutsche-kommunisten.de/

    Mir hat man empfohlen, für meine riesigen Textsammlungen auf ein CMS zu setzen. Ich glaube nicht, dass da WordPress geeignet ist. Was wäre sonst eine Alternative?

  2. Oh, das fängt ja schon verheißungsvoll an…

    Nein, für große sammlungen ist wordpress eher schlecht. Es ist eben als ein blogsystem konzipiert, dementsprechend eingeschränkt sind die möglichkeiten, eine gute navigazjon zu gestalten. Es bleibt eben immer nur so eine art tagebuch, eine lineare liste.

    Außerdem ist die suchfunktion von wordpress miserabel, da sie einfach nur jedes auftreten des suchstrings chronologisch sortiert rausgibt. Dabei wäre die suche gar nicht so schlecht nötig gewesen, wenn man sich auf MySQL festlegt – es gibt einen schnuckeligen volltext-index, der auch gleich ein einfaches maß für die relevanz einer fundstelle gibt. Das ist zwar nicht besonders gut, aber immer noch besser als die jetzige schrottsuche in wordpress. Dabei hätte eine gut entworfene suchfunkzjon mit ein paar erweiterten möglichkeiten die gröbsten schwächen der navigazjon erträglicher machen können.

    (Ich denke ja über eine bessere suche nach, aber ich will nicht auch noch als wp-entwickler tätig werden.)

    Es gibt noch eine reihe kleinerer CMS, wenn joomla etwas zu heftig ist – aber eine konkrete empfehlung könnte ich jetzt nicht aussprechen.

  3. zu elias.

    das ging aber flott mit dem kleinen test von joomla 1.5 RC – dass RC2 schon draussen ist wusste ich noch garnicht 😉

    schön dass du nun etwas wohlwollender joomla gegenüber stehst und eigentlich ist es ab der version 1.5 auch erst ein echtes joomla, da vorher ja der überwiegende teil von mambo stammte.

    @ daniel
    eine konkrete empfehlung kann ich dir auch nicht gebe, aber wie elias schon sagte ist wordpress für deinen zweck wohl eher ungeeignet. da ich selbst joomla einsetze und damit auch zufrieden bin und damit auch sehr gut zurecht komme, kann ich dir joomla empfehlen, wobei die entscheidung zwischen 1.0.x und 1.5 wohl von der zusätzlichen funktionalität, die bei joomla (wie meisst bei anderen systemen auch) über zusätzliche komponenten und module realisiert wird, abhängt die du evtl. benötigst.
    geht es dir vorrangig um das verwalten deiner texte reicht das core CMS von joomla in der version 1.5 allemal aus. zusätzliche funktionen kann man ja später immer noch nachrüsten, zumal es auch in der version 1.5 einen legacy mode gibt mit dem man dann auch zusätzliche komponenten der vorgängerversion nutzen sollen kann.
    typo3 ist wohl das referenz OSS CMS für grössere redaktionelle systeme mit vielen autoren etc.
    ich hab typo3 mal lokal getestet und mir war das ganze dann doch zu komplex um es für meine kleine webpräsenz zu nutzen – die einarbeitung und anpassung von typo3 ist noch weitaus komplexer als bei joomla, ist aber für grössere projekte, wie zb. eine online-zeitung o.d.g. das non plus ultra.
    schau dir mal diese seite an:
    http://www.opensourcecms.com/
    dort gibte es zu den meissten und gängigsten OSS CMS demos, sowohl für das frontend, also die seite die man als normaler besucher sieht, als auch für das backend für die administratoren etc.
    da kannst du dir schnell einen recht brauchbaren überblick über die CMS landschaft und deren funktionalität verschaffen.

    grüsse

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