Die alltägliche grausamkeit

Da ich demnächst "was über werbung" mache, stehe ich gerade vor der wenig erfreulichen aufgabe, mit etliche zeitgemäße werbespots durchschauen zu müssen. (Was wäre ich nur ohne die menschen, die mich immer wieder unterstützen!?) Obwohl es richtige kürzstfilme sind, zieht sich diese angelegenheit furchtbar in die länge. Es ist unmöglich, so viel hektisch zusammengeschnitte sprachfetzen und bilder ohne längere pausen über sich ergehen zu lassen. Vor allem nicht, wenn man ganz genau hinschaut und hinhört.

Schon nach fünf von diesen psychomanipulativen filmchen brauche ich eine pause, und danach spüre ich eine riesige unlust, noch weiter zu machen. Und diese rohe grausamkeit läuft jeden tag in der glotze! Kein wunder, dass man von so viel stumpfheit umgeben ist.

Brüller des tages…

…sind heute eindeutig die ausflüsse jener kommentatoren, die einen etwas gekünstelten gegenstandpunkt zu gewissen blogeinträgen in das internet pusten. Ob das bei wut geschieht, oder ob das bei social gangbang geschieht, ton und machart sind sich erstaunlich ähnlich. Als ob die direkten stellungnahmen dieses "dienstleisters" nicht lustig genug wären.

Entweder handelt es sich bei den erfreuten jubelkommentaren um wirklich überzeugte "kunden", die gar nicht mehr merken, dass ihnen jemand die euronen für praktisch nix aus der tasche gezogen hat. Oder aber, es handelt sich um eine fortsetzung des marketings mit web2.0-mitteln, die wohl gründlich misslungen und bestenfalls als gelungene realsatire aufzufassen ist. Denn dass es sich hier um eine versteckte form der geschäftsschädigung durch einen mitbewerber handelt, das scheint kaum denkbar. Was habe ich heute nicht gelacht.

Wenig zu lachen dürften allerdings jene haben, die auf die recht durchsichtige masche von endlich-ein-konto.de reinfallen. Vorher nicht, denn sonst bräuchten sie solche "dienstleistungen" nicht, und nachher wohl auch nicht. Wie viele gelegenheiten das internet doch bietet, lehrgeld zu zahlen – und wie häufig es von menschen bezahlt wird, die eigentlich keinen cent übrig haben.