Manchmal kann man sich erschrecken

Ja, manchmal kann man sich auch erschrecken, ohne dass der grund dazu ein schrecklicher wäre.

In meinem (unsprünglich einmal recht ambizjonierten, jetzt aber doch kunterbunten) hauptblog „lumières dans la nuit“ habe ich so ein kleines widget, um das ich normalerweise nicht viel aufhebens mache. Es handelt sich um eine möglichkeit, mit über diese halsabschneider von paypal ein paar euro zu schenken, und darüber steht einfach nur „betteln onlein“. Gelegentlich sieht jemand dieses feld und hält es für eine gute idee, mir auf diesem weg ein paar euronen zukommen zu lassen. Bis jetzt hat das immer dazu gereicht, meine internetz-kosten zu tragen. Ich bin wirklich froh darüber, dass nicht einmal ein mittelloser, bettelnder obdachloser dazu genötigt wird, seine harmlosen anmerkungen durch werbung kwerfinanzieren zu müssen – und ich habe wegen dieser erfahrung auch keine besonders gute meinung über alljene blogs, die vor werbung aller art überquellen.

Von daher überrascht es mich auch nicht wirklich, wenn ich mit einer mäjhl über eine spende informiert werde. Ich schaue kurz rein und weiß, dass ich mal wieder ein paar wochen onlein-präsenz gesichert habe. Vor allem, wenn ich eine lesung gemacht habe, kommen im nachhinein immer so ein paar anonyme euros zusammen – schließlich ist das für viele hörer ein anlass, sich erstmals mit meinem geschreibsel auseinander zu setzen. Nach der inhaltlich recht fetten und in der vorbereitung sehr aufwändigen „werbelesung“ auf der whitedarkness elf habe ich es fast erwartet.

Aber als ich eben die erste mäjhl von paypal gelesen habe, da habe ich mich doch erschrocken. Denn ich habe eine einzelspende von fünfzig euronen bekommen. Das ist schon ein betrag, von dem ich einen ganzen monat leben kann. Ich bin mal gespannt, ob die letzte whitedarkness ihre kosten eingespielt hat – wenn nicht, kann ich sogar mal einen geldbeitrag leisten, was bislang noch nie der fall war.

Einen großen, dicken dank an Carlos, der so freudig und viel gegeben hat!