Polizeiliches interesse

Das ist ja ein proxy, über den heute bei mir gelesen wurde: proxy21.ks.polizei.sachsen.de:80

Und wie kommen die dazu, mein größtenteils harmloses blog zu lesen? Ganz einfach, sie haben – sicherlich in ausübung ihres dienstes – das internetz mit web.de durchsucht, um dann die einzelnen treffer abzusurfen. Und, was war ihr suchbegriff? War es "terror", "anthrax" oder so etwas ähnliches? Nein, es war einfach nur das wort "angst"

Wollten die etwa überprüfen, wie gut die staatlichen angstkampagnen bei den menschen in deutschland angekommen sind?

Leser fragen, der Schwerdtfegr antwortet

Heute zum genuss einmal ein paar fröhliche fundstücke aus der guhgell-hölle der suchbegriffe, die heute zu meinem hauptblog führten. (Ich sagte ja schon, dass ich es heute mit den logdateien zu tun habe.)

„wo kann ich mich vor dem dritte weltkrieg verstecken“ – eine verdammt gute frage, mann. Früher hätte man dir einfach gesagt, dass du beim lichtblitz unter den tisch kriechen sollst oder eine aktentasche über den kopf hältst. Früher hättest du das vielleicht auch geglaubt, dummheit macht ja gläubig. Aber heute weißst du es besser. Deshalb solltest du dir die antwort selbst geben können. Auf der erde gibt es keinen geeigneten ort. Du musst in den weltraum. Aus einer umlaufbahn sehen die prallen lichtblitze gewiss sehr ansprechend aus. Nachdem der krieg vorbei ist, einfach wieder landen, aussteigen und an der strahlenkrankheit verrecken. Vielleicht ist aber auch im inneren des mondes eine zuflucht für dich bereitet.

„schädliche folgen von kiffen“ – das schlimmste ist das so genannte „breit sein“, ein zustand relativer lustlosigkeit, in dem man sich vor allem auf seine eigenen wahrnehmungen einschränkt. Einige menschen finden diesen zustand aber recht erstrebenswert, man nennt diese menschen „kiffer“.

„dirty-pages“ – nimm dir einfach eine 500er-packung papier und zieh sie durch den schlamm, schon hast du ziemlich dreckige seiten. Wenn du etwas anderes willst, solltest du deine frage genauer formulieren.

„delete all post wordpress“ – den befehl zum löschen aller beiträge und inhalte kann man nicht in wordpress eingeben, dafür bedarf es einer SQL-konsole oder eines PHPmyadmin. Einfach mit der anweisung DROP DATABASE datenbankname die zugehörige datenbank löschen, und das ganze werk eines blogs löst sich in ein erfreuliches nichts auf. Um eine wirklich sichere löschung zu erreichen, dürfen vorher keine bäckapps angelegt werden.

„geld machen“ – wird mit zuchthaus nicht unter zwei jahren bestraft.

„wo ist die scheide“ – zwischen den beinen einer frau. Das saftige, kleine pfläumchen sitzt ungefähr da, wo du den schniedel hast, an dem du dauernd rumspielst. Eigentlich eher da, wo das säcklein mit den kleinen, schmerzempfindlichen eiern darin ist. Sieht aber ganz anders aus. Am besten, du schaust es dir einmal in aller ruhe bei einer so genannten frau an.

„gedanken können berge versetzen“ – von versuchen in telekinese rate ich dringend ab. Es könnte zu einer anzeige wegen des verstoßes gegen die naturgesetze kommen.

„linke verarsche“ – heißt in deutschland SPD und PDS. Die gewerkschaften empfindet keiner mehr als links, weil sie schon lange den rechten weg in den anus der besitzenden gefunden haben.

So, jetzt aber endlich gute nacht!

Eine DDoS-attacke der spämmer

Ich habe es wirklich erst eben bemerkt, als ich einen ruhtinierten blick in die logdateien des websörvers warf. Aber angesichts der mechanischen wucht dieses angriffes werden es gewiss ein paar leute bemerkt haben – ich kann mir nicht vorstellen, dass das blog noch gut erreichbar war.

Es handelt sich um „Unser täglich Spam„. Dieses projekt habe ich anfang des jahres zusammen mit Frank begonnen, weil wir beide von der damaligen spämm-flut richtig übel genervt wurden. (Die gute alte mäjhl war zwischendurch so gut wie unbrauchbar geworden.) Eine hoch trabende, aufklärerische absicht haben wir mit diesem blog niemals verbunden und lieber guten und etablierten vereinen wie antispam überlassen, wir wollten einfach nur der flut von teilweise strunzdummer spämm etwas entgegen setzen, indem wir sie in zersetzender weise kommentieren. Es war uns auch vom ersten tag an klar, dass wir zudem auch andere formen der werbung würdigen werden. Unser damals sehr schnell formuliertes „manifest“ ziert noch heute die seitenleiste:

Wir alle erhalten jeden Tag Spam. Hier trifft die Spam auf wahre Genussmenschen, die sie verkosten und verdauen. Auch andere Formen der Werbung gehen durch unseren Darm. Natürlich kann dabei manchmal Satire entstehen. Aber das meiste ist „nur“ Realsatire. Unfreiwillige.

Und genau das haben wir die ganze zeit getan. Frank hat sich im laufe der monate immer mehr zurückgezogen, aber ich bin eben in den letzten fünf jahren so eine richtige bloggerseele geworden und habe dafür umso energischer die dümmsten ausflüsse von spämm und werbung „verdaut“. Da die gegenwärtige spämm-flut in mäjhl, „social web“ und blogkommentaren zu einem kleinen, aber aufdringlich stinkenden bächlein zusammengeschrumpft ist, machen würdigungen legaler werbeformen mittlerweile ein gutes drittel der neu entstehenden textmenge aus.

Schade übrigens, dass noch niemand mitmachen wollte. Bloggen über spämm ist insofern sehr einfach, als dass das material jeden tag von allein kommt. „Unser täglich Spam“ ist ein blog, das sich relativ mühelos füllt.

Dieses recht harmlose blog hat – anders, als meine ganzen anderen blogs – zuweilen sehr wilde zeiten hinter sich bringen müssen. Als „wordpress deutschland“ die neue form der plackinn-spämm etablieren wollte, war der sörver kurz vorm zusammenbruch. Aber auch andere besonders penetrante formen der spämm führten immer wieder zu erheblichen spitzen im zugriff, da ich oft zeitnah fröhliche und mahnende hinweise zu diesem wahnsinn veröffentlichen konnte.

Und so wurde das blog doch „ein bisschen aufklärerisch“, wurde „ein bisschen“ über das lockere spaß-bloggen erhoben. Schon nach relativ kurzer zeit legte ich eine FAQ zum tema spam an, die in kürze die wesentlichen fragen beantwortet. Etwas länger hat es gedauert, bis ich mich dazu durchrang, spämmtexte neu zu verlinken und eine seite mit einem deutlichen warnhinweis einzublenden, wenn jemand auf einen link in einer zitierten spämm geklickt hat – was dann auch öfter einmal vorkam.

Aber niemals hätte ich gedacht, dass ein relativ unbeachtetes blog bei den spämmern beachtung finden würde. Doch genau das ist jetzt geschehen. Wer sonst außer der spämm-mafia hat die botnetze parat, mit denen sich kurzer hand eine derartige attacke gegen ein blog fahren lässt? Einfach so viele zugriffe machen, bis das blog nicht mehr erreichbar ist.

Es waren ungefähr 60 verschiedene IP-adressen, alle aus den IP-bereichen der zugangs-proweider. Es waren übernommene heimrechner, wahrscheinlich von spämm-opfern, die sich mal eben die aktuelle kollektion von schadsoftware geholt haben, als sie auf einen link in der spämm klickten. Immer wieder holten sie die startseite und die RSS-fiehds für einträge und kommentare ab, um das blog vorübergehend vom netz zu nehmen und um mir probleme zu bereiten.

Und ich habe es gar nicht richtig bemerkt. Wenn es durch die extrem gehäuften zugriffe nicht starke verschiebigen in den „beliebtesten spämms“ gegeben hätte, die ich an der seite einblende, denn hätte ich es vielleicht niemals bemerkt.

Das blog war bestimmt für einige stunden praktisch vom netz. Aber es ist wieder da. Ohne, dass ich etwas dafür tun musste. Zum glück gehört zu Franks hosting-vertrag ein ordentlicher datentransfer, da sind die sabotöre aus der spämm-mafia nicht einmal in die nähe gekommen. Das mag für andere menschen anders aussehen. Wir haben keine schädlichen spätfolgen dieses angriffes.

Aber ich weiß jetzt, dass die existenz dieses blogs einige verbrecher wirklich stört. Das ist neu, ich habe nicht damit gerechnet. Und es ist für mich eine gute nachricht, ein zeichen von wirksamkeit dessen, was ich tue. Genau das gehört zu den dingen, die man als blogger nur selten zu sehen bekommt, wenn man in einer eher einsamen haltung seine texte für eine anonyme leserschaft schreibt.

Dennoch ist es möglich, dass das blog bei einer weiteren attacke richtig zerstört wird. Dass es dauerhaft lahm gelegt wird. Es gibt ein paar leute da draußen, die daran interesse haben.

Deshalb möchte ich jeden menschen bitten, über spämm zu schreiben. Sie zu zerlegen. Mit ätzendem finger auf ihre ungereimtheiten zu deuten. Über ihre natur aufzuklären. Dafür zu sorgen, dass nach möglichkeit niemand diese seuche des internetzes auf die leichte schulter nimmt. Das muss nicht jeden tag sein, vielleicht nicht einmal jede woche. Einmal im monat würde reichen. Je weniger zentral solche informazjonen gelagert sind, desto geringer ist die schangse für einen solchen angriff. Und je leichter sich solche informazjonen mit guhgell (und anderen suchmaschinen) finden lassen, desto mehr verbrecherische geschäfte entgehen denen, die uns allen mit ihrer spämm das internetz vergällen. Vielleicht kommt es sogar einmal dazu, dass sich die asozjale haltung eines spämmers nicht mehr lohnt, weil kaum noch jemand auf die betrügerischen maschen reinfällt.

Das wäre wirklich wünschenswert.

Denn ein internetz ohne spämm (ganz schwärmerisch eingeworfen: und ohne sonstige werbung) ist wieder das, was es sein soll: ein netzwerk von kompjutern, das menschen zusammen bringt.

Widerstand lohnt sich also. Und. Er ist einfach. Legen wir den spämmern ihr dreckiges handwerk!