Bastard des tages: my-adventskalender.de

Der bastard des tages geht an die betreiber von my-adventskalender.de, die uns allen zu weihnachten spämm und abzocke schenken. So eine arschlochhafte nummer habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Man beachte die AGB mit ihren doch teilweise etwas überraschenden "vereinbarungen" (nur teilzitate, die ganze herrlichkeit gibt bei den veranstaltern des windigen spielchens):

Aus Gründen der Rechtssicherheit wird der Vertragsschluss mit dem Nutzer elektronisch dokumentiert. Es besteht bereits vor einem Vertragsschluss die Möglichkeit, diese Informationen sowie die Teilnahmebedingungen als Website über den Browser oder durch Kopieren und Einfügen in einTextverarbeitungsprogramm jederzeit zu speichern und ausdrucken. Darüber hinaus steht über den Link „RTF“ auf dieser Seite eine Version im Rich Text Format zum Download bereit.
Im Übrigen erhält der Nutzer mit Vertragsschluss sämtliche Informationen sowie die Teilnahmebedingungen in Textform. Danach ist der Vertragstext dem Nutzer nicht mehr zugänglich.

Warum solche absonderlichkeiten? Das muss wohl daran liegen, was in punkt 4 der AGB "vereinbart" wird:

Für die Teilnahme an My-Adventskalender.de gilt der bei der Bestellung angegebene Preis von 59 €.
Er ist auch unter Ziff. II 7. dieser Geschäftsbedingungen einzusehen.
Der Preis versteht sich brutto inklusive Mehrwertsteuer (Endgeld).
Die Zahlung ist sofort nach Vertragsschluss fällig.

Na, denn ist ja gut, wenn das überall einzusehen ist. Auch wenn es nicht alle einsehen wollen, die einfach nur an ein fröhliches und harmloses spielchen glaubten. Und wer glaubt, dass da ein widerrufsrecht in den AGB steht, der sollte noch einen blick in die "besonderen hinweise" in punkt 5 der AGB werfen:

Ihr Widerrufsrecht bezüglich der Dienstleistung erlischt vorzeitig, wenn die Online Service Ltd. mit der Ausführung der Dienstleistung mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung vor Ende der Widerrufsfrist begonnen hat oder Sie diese selbst veranlasst haben (z.B. durch Download etc.). Zu Gunsten des Nutzers wird von einem Erhalt dieser Belehrung dann ausgegangen, wenn  dem Nutzer dieser Text zusammen mit der die Vertragsannahme erklärenden Email des Betreibers übermittelt worden ist.

Da die meisten opfer einfach auf ein türchen des mechanisch abzockenden adventskalenders klicken werden (denn da werden ja gewinne angeboten), bedeutet diese klausel eine faktische aufhebung des widerrufsrechtes. Wer unangemeldet ein türchen klickt, kommt auf ein registrierungsformular, wo er seine daten angibt. Danach kann er gleich das türchen öffnen – und damit haben die "beschränkten onlein-dienste" auf veranlassung des opfers mit ihrer "dienstleistung" begonnen. Und diese dienstleistung ist im wesentlichen ein unverbindliches gewinnversprechen, dass dem opfer 59 euro aus der tasche zieht. Gewiss ein grandioses geschäft, was das gemacht wird – wenn es auch nicht so ganz weihnachtlich ist.

Na ja, mit spämmern sollte man weder geschäfte noch spiele machen, egal wie harmlos es auch aussieht. Spämm wird nicht zum vergnügen versendet, sondern um menschen zu bescheißen.

2 Antworten zu “Bastard des tages: my-adventskalender.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.