Covenant: "phoen ix" – Eine musikalische offenbarung

Manchmal kann einem das abhören archivierter musik eine regelrechte offenbarung werden, wenn einem völlig unerwartete schätze in das ohr dringen. Das covenant-album "sequencer" ist nun schon recht alt (es müssen über zehn jahre sein), und ich hatte zwischendurch über zuviel allzu durchschaubares gestampfe hinweg vollkommen vergessen, wie gut covenant einmal waren. Bis ich heute vom bereits erwähnten album "sequencer" das stück "phoen ix" (nur echt mit leerzeichen" hörte und mir bewusst wurde, dass es sich vielleicht um eines der besten elektro-stücke überhaupt handeln könnte.

Aber was mich umso mehr erstaunt, sogar der text ist nicht nur erträglich, sondern richtig gut, was ja nicht mehr unbedingt eine selbstverständlichkeit in dieser musikrichtung ist. Das folgende zitat kann durchaus ein paar verhörer von mir enthalten, was ich aber nicht glaube (es ist kaum möglich, diesen text mit einigermaßen vernünftigen satzzeichen zu schreiben):

I’m lost to the world soon to be forgotten
Living in the shadows – searching for belief
But my anger is gone and the anvil is broken
The pieces on the ground melting in the silence

I keep my head above the surface
Trying to breathe
Looking for land
I keep an eye at the distant horizon
Waiting for help
Clutching the sky

My fear is my cross – heavy on my shoulders
Learning to be patient – burning to be free
So my spirit is strong but my body is broken
My father in the fire – dying for survival

Okay, ich versuche einmal eine flotte übelsetzung ins deutsche, die allerdings nicht die dichte des englischen textes erreichen kann (die übelsetzung nimmt den drill-lyrischen karakter des originales auf und widerstrebt auch jedem satzzeichen):

Für die welt bin ich verloren – bald schon ganz vergessen
Lebe unter schatten – suche überzeugung
Doch mein zorn ist vergangen und der amboss zerbrochen
Die stücke auf den boden – schmelzen in der stille.

Ich halte meinen kopf über der oberfläche
Versuche zu atmen
Halt ausschau nach land
Ich halte ein auge auf den fernen horizont
Warte auf hilfe
Klammere am firmament

Die angst ist mein kreuz – schwer auf meinen schultern
Lerne geduldig zu sein – verbrenne frei zu sein
So ist mein geist stark doch mein körper zerbrochen
Mein vater im feuer – sterben fürs überleben

Großartig! Unbedingte hörempfehlung! Danach kommt einem der ganze rest des albums fast ein bisschen schäbig vor. Obwohl es, verglichen mit dem, was ich in den letzten jahren an elektro gehört habe, immer noch stark ist.

Canon pixma ip4200 unter linux betreiben

Für die ganzen armen seelen, die mit der last geplagt sind, einen canon pixma ip4200 unter linux betreiben zu wollen (oder zu müssen) und in deren distri nicht der passende treiber enthalten ist: ich habe eine gute nachricht. Wenn es nicht gerade auf fotodruck ankommt, tut es der gutenprint-treiber für den canon bjc 7000 ganz hervorragend, und zwar auch im netzwerk. (Ich verwende die SMB-freigabe des freundes, bei dem ich mich gerade aufhalte – der verwendet doch wirklich noch windohs.) Diese beiden canon-modelle scheinen doch recht kompatibel zu sein. Aber ich erkläre hier nicht, wie man einen CUPS-treiber für einen drucker einrichtet, dazu liefern die distris wirklich genug dokumentazjon. (Es ist auch sehr einfach.)

Bei grafiken klappt es mit den feinheiten in den farben nicht so ganz, jedenfalls nicht in meinen beiden testdrucken, die einen großen stapel frischen altpapieres krönen. Die abstufungen sind etwas grob geraten. Der druck ist keineswegs unbrauchbar, aber er erfüllt eben keine wirklich hohen ansprüche und bleibt hinter dem zurück, was dieser wirklich hübsche drucker wirklich kann. Auch ist keine höhere auflösung als 600×600 DPI möglich, sonst gibt es ebenfalls altpapier. Wenn es aber darum geht, text (etwa auf einem vorhandenen drucker im netzwerk) auszudrucken, ist dieser tipp gewiss eine gute, erste hilfe.

Auch eine lokale installazjon sollte kein problem darstellen.

Viel spaß beim drucken!

Brüller des tages

Heute macht heise onlein mal wieder spaß:

Eine Such-Webseite des Bundeskriminalamts (BKA) wies eine Schwachstelle auf, über die sehr wahrscheinlich per SQL-Injection Zugriff auf die zugrunde liegende Datenbank möglich war.

Das nenne ich kompetenz! Und was die da für eine strokelware benutzt haben müssen:

Ursache des Problems war offenbar die fehlende Filterung der übergebenen Parameter, die das zuständige PHP-Skript direkt in die SQL-Query einbaute.

Mann oh mann oh mann! Jeder noch in die windel kackende nachwuxhäcker weiß, dass benutzereingaben eine besondere sorgfalt erfordern. Das gilt besonders bei einem "opferrechner", der am internetz hängt und damit allen nur denkbaren attacken ausgeliefert ist. Nur die leute, die vom BKA für die programmierung bezahlt wurden (oder haben die werten herren polizeibeamten das vielleicht sogar selbst gehäkelt), die wussten das anscheinend nicht.

In einem solchen umfeld ist der kleine, flotte kräckversuch ja beinahe unsportlich. Auch heise musste das einräumen:

Weitere Tests führte heise Security vorsichtshalber nicht durch.

Schlimmer kann die verachtung nach meinem erachten gar nicht mehr ausgedrückt werden. Die haben richtige probleme erwartet. Und wenn ich mir vorstelle, was für kompetenzgranaten regelmäßig in bundesbehörden sitzen, denn liegt in der so "übers web zugänglich gemachten" datenbank gewiss so einiges herum, was nicht für eine breitere öffentlichkeit bestimmt war. Das BKA versucht sich unterdessen in "schadensbegrenzung":

Die betroffene Seite infodok.bka.de ist seit der Benachrichtigung des BKA durch heise Security vor rund einer Woche nicht mehr erreichbar. Dem Anschein nach hat das BKA den Server komplett vom Netz genommen. Ein Stellungnahme des BKA steht trotz mehrmaliger Kontaktversuche indes noch aus.

*prust*