Wie man (kurzfristig) zum "a-blogger" wird

Es reicht eigentlich, wenn ein wirklicher „a-blogger“ zwei meiner projekte verlinkt. Auf einmal interessieren sich verdammt viele leute für meine blogs, wenn auch nicht gerade für ein glanzstück meines bloggens. Und ich habe eben wirklich geglaubt, das sei schon wieder einmal eine dDoS-attacke gegen „unser täglich spam“, wie ich sie schon drei mal erlebt habe. (Übrigens waren alle drei attacken recht wirkungslos, der sörver musste zwar ein bisschen länger durchatmen, bis er antwortete, aber er wurde nicht wirklich abgeschossen.)

Einmal ganz davon abgesehen, dass der doch etwas fragwürdige vorwurf der schleichwerbung durch den text von Don Alphonso eher moralisch gestützt wurde. Für Falk Lüke ist diese entwicklung wohl der größte anzunehmende unfall, denn im gegensatz zu seiner galerie von „bekannten deutschen bloggern“ verbindet sich mit Don Alphonso und der blogbar wirklicher einfluss auf einen gutteil viel gelesener blogs. (Sogar ich lese dort mit, und ich bin sonst schon ziemlich resistent gegen das geschreibe anderer.)

Wann werden vertreter der jornalje eigentlich endlich einmal bemerken, dass unter bloggern völlig andere regeln gelten als in ihrer gewohnten einwegkommunikazjon und dass sie mit einer arroganten, drohenden geste gegenüber einem einigermaßen renitenten blogger in der regel nichts anderes erreichen, als dass der vorgang bekannt wird und noch mehr schaden anrichtet. Solche gewalt- und drohworte wie die aufforderung Falk Lükes „[…] sollten Sie mit ihren Behauptungen verdammt vorsichtig sein […]“ gegen einen obdachlosen, der in seinem beschädigten leben gar nichts mehr zu verlieren hat, sie sind ein gefundenes fressen für die ganze bloggende szene, wenn sich einmal die aufmerksamkeit darauf richtet.

Mir ist es jedenfalls sehr recht, dass sich wieder einmal aufmerksamkeit auf die mechanismen der kontent-industrie richtet. Je breiter und bohrender diese mechanismen entlarvt und in frage gestellt werden, desto größer wird die schangse, dass sich in näherer zukunft einmal ein nennenswerter anteil der menschen von dieser massenstanze emanzipiert und bei allen informazjonen fragt, wem diese informazjonen nützen und was diese informazjonen mit dem eigenen leben zu tun haben. Schon diese fragende haltung wird weitreichende p’litische konsekwenzen haben, sie wird zum stärksten mittel im kampf gegen den derzeit entstehenden wirtschaftsfaschismus.