Vorübergehend nicht erreichbar

Wer meine blogs „lumières dans la nuit„, „unser täglich spam„, „das voynich-blog“ oder „verschwörung“ liest, hat es bestimmt schon gemerkt: Die sind heute richtig offline. Das gleiche gilt für Franks projekte.

Der grund dafür ist, dass der reguläre betrieb dieser (und einiger anderer) blogs zu einer überlastung des gemeinsam genutzten MySQL-sörvers geführt hat. Daraufhin hat ein adminstrator bei HostEurope kurzer hand entschieden, diese last vom sörver zu nehmen, bis wir (das sind Frank und ich) dieses problem in den griff kriegen. Um das so richtig erfreulich zu machen, habe ich Frank telefonisch gar nicht so richtig erreichen können (inzwischen haben wir gesprochen) und zu allem überfluss muss ich mich mit einem sehr schmalbandigen internetz-zugang durch das netz bewegen. Aber auch damit konnte ich mir relativ schnell die variablen des MySQL-sörvers anschauen und war doch etwas erstaunt über die 16 milljonen slow queries, die sich in den letzten vierzehn tagen angesammelt haben sollen.

(Die slow query time ist bei uns übrigens auf 5 gesetzt. Eine abfrage, die länger als fünf sekunden dauert, ist ganz bestimmt ein problem, wenn damit das internetz bedient werden soll. Niemand hat lust, allzu lange zu warten.)

Mein erster gedanke war, dass mal wieder eine dDoS-attacke gegen eines unserer blogs läuft, wie ich es schon dreimal mit „unser täglich spam“ erlebt habe. Dieser gedanke hat sich jedoch nicht bestätigt, als ich einen blick in die access.log warf. Dort zeigte sich ein zugriffsmuster, das überhaupt keine auffälligkeiten aufwies, so dass ich zunächst vor einem rätsel stand. Ich fragte mich ernsthaft, welche änderungen ich in den letzten tagen an meinen blogs vorgenommen hätte, und neben der einrichtung des BDPRSS-plackins ist mir nichts wesentliches eingefallen. Das BDPRSS-plackin verursacht zwar eine gewisse last auf der datenbank, macht aber in meiner konfigurazjon im durchschnitt alle zwei mintuen eine query zum einfügen und greift ansonsten nur auf die datenbank zu, wenn jemand explizit die seite mit den zusammengefassten fiehds anfordert, was etwa fünfzig mal am tag geschieht. Es ist also nicht zu erwarten, dass hierher die milljonen problematischer abfragen kommen.

Inzwischen hat sich das problem ein bisschen aufgeklärt. Es geht nicht von meinen blogs aus, sondern von Franks blogs. Frank verwendet zur spämm-abwehr das plackin „spam karma 2“, und dieses verursacht (in der bei Frank installierten versjon, frag mich keiner, welche das ist) bei seinen abfragen auf die tabelle sk2_blacklist eine erhebliche last auf dem datenbanksörver. Angesichts der tatsache, dass man leicht pro tag und blog eine vierstellige anzahl von spämmkommentaren, -träckbäcks und -pingbäcks bekommen kann, erklärt das auch die ungefähre größenordnung des problemes.

Frank ist momentan damit beschäftigt, seine blogs auf akismet umzustellen und die datenbank vom dann unnötigen ballast zu befreien. Die zurzeit noch gesperrten internetz-projekte werden dann wieder wie gewohnt verfügbar gemacht, was sich aber wohl noch ein bisschen hinziehen kann.

Unterdessen habe ich schon längst zu ganz anderen maßnahmen gegriffen und mein „lumières dans la nuit“ auf einem anderen sörver repliziert und den A-record im DNS-sörver auf die neue IP gesetzt – das werde ich auch bis auf weiteres so belassen. Ich weiß nicht, welche cache-zeiten bei HostEurope eingestellt sind, gehe aber davon aus, dass es zwei tage sein werden. Es kann also ein bisschen dauern, bis sich die neue konfigurazjon zu allen DNS-sörvern „herumgesprochen“ hat. Bis dahin gibt es dann wohl zwei verschiedene ansichten meines blogs, was keine besonders befriedigende lösung des problemes ist – und ich konnte bislang auch nicht testen, ob die konfigurazjon auf dem neuen sörver wirklich funkzjoniert. Ich bin erfahren genug, um probleme zu erwarten…

So weit, so gut. Der DNS-eintrag wird wohl wieder rückgängig gemacht…

Das wahre wort des tages

Don Alphonso steht an der blogbar und sagt heute einmal sehr wahre worte über die bedeutung von zugriffszahlen und automatischen zählungen durch so etwas wie „blogoscoop:

Das eigentliche Kernproblem, dass nackte Zahlen so gut wie nichts über den tatsächlichen Einfluss, die bedeutung und den Wert eines Blogs aussagen, wird auch Blogoscoop nicht lösen können: 10.000 durch Googlespamming fehlgeleitete Sucher sind immer noch was anderes als 100 Leser, die ein Blog zu schätzen wissen.

Das ist wirklich eine aussage, die ich einmal unterschreiben kann.

Ich habe vor einigen monaten in meinem eigenen blog erlebt, was es bedeutet, wenn die zugriffszahlen einzubrechen scheinen. Aus irgendeinem grund hat mich guhgell nicht mehr gemocht, vermutlich, weil ich die nazi-auszeichnung „rel=nofollow“ für links rigoros entfernt habe. Damals benutzte ich noch guhgell-analüticks, um einen eindruck von verhalten meiner leser und ihren interesse zu bekommen. Jedenfalls hatte guhgell mich „abgestraft“, und was passierte? Es fehlten plötzlich jene sechzig prozent der „leser“, die kurz auf die seite kamen, um zehn sekunden später wieder zu gehen. (Guhgell-analüticks gibt einem eine statistik über die verweildauer.)

Und das – mit verlaub gesagt – sind zwar gezählte leser gewesen, aber keine leser, die zählen…