Gartenbetteln

Es gibt im leben eines obdachlosen bettlers immer wieder momente, in denen ein solches leben schön wird. Zum beispiel heute, als mich im regentrüben wetter eine alte frau (sie war gewiss über siebzig jahre alt) darum bat, dass ich ihr doch bei der arbeit im garten helfen möge. Sie kommt allein nicht mehr damit klar, und ich war nur zu bereit, ein bisschen zu mitzuernten, wenn es auch fürs erste vor allem fallobst war. Doch das war heute gewiss nicht mein letzter besuch in diesem garten, und die apfelbäumchen sehen wirklich verheißungsvoll aus:

Apfelbäume

Ja, diese blassgrünen und diese leicht rötlichen bällchen am baume sind äpfel, und zwar ziemlich leckere äpfel mit einem ausgeprägten eigengeschmack, ganz anders als diese dinger, die man in den supermärkten unter dem begriff „apfel“ angeboten bekommt. Ich habe mir tatsächlich fast den magen daran verdorben. Das fallobst vom boden war zum zeitpunkt des fotos schon aufgesammelt, und sowohl am apfelkuchen als auch am apfelmus werde ich mich demnächst mitlaben. Zu einer recht kultivierten tasse kaffee bei angeregtem plausch, versteht sich. (Die hängematte wird vom enkel benutzt, wenn er am wochenende in den garten geht, um darin nichts zu tun und das obst obst sein zu lassen.)

Aber im garten fanden sich auch bomben, so jedenfalls meine erste assoziazjon:

Zucchini

Und da wachsen noch etliche nach, mehr, als diese alte frau jemals alleine wird essen können. Wie gesagt, der heutige tag war trotz des regens ein fest für einen bettler. Besser hätte es kaum kommen können. 😉