Fensterchen

Wer mich ein bisschen kennt und mir das eine ums andere mal beim arbeiten zugeschaut hat, der weiß, dass ich bei allen weichei-atitüden in einem bereich so richtig hart im nehmen bin: nämlich bei den kompjutern, die ich zum arbeiten verwende. Ich stehe auf dem etwas altmodischen standpunkt, dass kompjuter viel zu schade zum wegwerfen sind und habe deshalb keine hemmungen, auch noch die ältesten und sonderbarsten geräte zu benutzen.

Und wenn sie einer wegwerfen will: ich nehme fast alles. Wie gesagt, ich bin da „hart im nehmen“. (Aber nicht immer im ertragen.) Bei aller razjonalisierung, es ist natürlich die armut, die mir diese haltung (neben so mancher anderen) aufzwingt.

Was ist mir dabei schon alles untergekommen! Vor etwa zwei jahren bekam ich etwa einen 468er DX-fragnicht von IBM, der zuvor als sörver diente. Als ich den einschaltete, fragte ich mich unwillkürlich, ob der kasten wohl mit dampfkraft rechne, so laut dröhnte es daraus. Nun, im inneren des recht großen gehäuses fand ich schnell aufklärung, was da vor sich ging: in diesem ziemlich rechenschwachen kasten werkelten doch tatsächlich sieben SCSI-festplatten, eine lauter als die andere. Insgesamt kam so eine plattenkapazität von fast 600 megabyte zusammen, das muss wohl mal viel gewesen sein. Das darauf installierte OS/2 mit bruch im warpkern hat meine laune auch nicht gerade verbessert. Es war einer der wenigen fälle, in denen nicht einmal mehr ich etwas mit dem schrottrechner anfangen konnte.

Was ich da am letzten wochenende bekommen habe, ist in vielfacher hinsicht das genaue gegenteil davon. Es handelt sich um einen jornada 820e von hewlett packard, ein besonders kleiner klapprechner ohne bewegliche teile darin. (Neudeutsch nennt man so etwas einen „handheld“. Nicht mit einem Handy verwexeln!) Wer sich darunter gar nichts vorstellen kann, möge sich kurz ein bild machen, indem er sich das folgende bild anschaut.

Ist er nicht niedlich?

Wie man auf dem Bild erahnen kann, arbeitet „der kleine“ unter windows. Aber nein, so ein windows ce möchte man doch lieber „fensterchen“ nennen. Die piktogramme sehen zwar so aus, wie man es von den großen produkten der firma microsoft gewohnt ist, aber was sich dahinter verbirgt, ist eher klein. Aus „word“ ist „wörtchen“ geworden, ein programm, das nur unwesentlich mehr kann als „WordPad“ unter windows. Aus „Excel“ ist ein „Tabellchen“ geworden, dass bei allen einschränkungen der abgespeckten versjon übrigens immer noch sehr leistungsfähig ist. Das „datenbänkchen“ spottet eigentlich jeder beschreibung und wurde offensichtlich nur dazugetan, um die ganze büropalette voll zu kriegen. Und beim „präsentazjönchen“ haben sie sich gleich gespart, dass man eigene präsentation auf der kleinen kiste erstellen kann; man kann sie einfach über „active sync“ transferieren und auf „dem kleinen“ abspielen, was wegen des vollwertigen VGA-ausganges und wegen des geringen gewichtes dieses recherchens auch keineswegs eine idjotische idee wäre.

Aber „der kleine“ ist ansonsten genau das, was ich die ganze zeit schon gebraucht habe. Er ist wegen seiner ganz brauchbaren tastatur eine ideale schreibmaschine für unterwegs, die mir hilft, in meinen ständigen orts- und rechnerwexeln doch noch einmal etwas zu schaffen. Für meine immer wieder einmal aufkommenden unbehausten nächte finde ich es auch sehr erfreulich, dass der akku bei meiner arbeitsweise immerhin fast acht stunden laufzeit hat. Das wäre bei einem modernen, vollwertigen klapprechner ein unglaublich guter wert. Und das „wörtchen“ kann etwas, was es für mich erst brauchbar macht: es kann die texte auch als RTF abspeichern, so dass ich sie auf jedem von mir benutzten system weiter verwenden kann.

So komme ich vielleicht doch noch einmal zu meiner mammutlesung: drei tage über die bibel. Denn diese texte müssen unbedingt ausgearbeitet werden, und ich möchte schon am anfang des nächsten jahres damit fertig sein. Leider habe ich im moment so viel technikkram in meinem rucksack, dass kaum noch platz für die bibel ist…

Erfreulicherweise habe ich auch einen WLAN-adapter für PCMCIA dazu bekommen, der recht gut funktioniert. Jetzt brauche ich nur noch ein paar offene zugangspunkte, um hin und wieder ein bisschen netzarbeit unter besonders schwierigen bedingungen machen zu können. Leider ist das zum system gehörende „explörerchen“ ein ziemlicher krampf im arsch. Es kann natürlich nur ein „bisschen“ HTML, und leider kann es auch nur ein „bisschen“ HTTP, was bei einem ersten praxistest zu recht lustigen fehlermeldungen führte. Mal schauen, ob ich irgendwann einen lustigeren brauser hierfür finde, der aber dabei noch eine erträgliche geschwindigkeit haben muss.

Alles in allem ist mein leben viel besser geworden. Und diesen text habe ich mit wörtchen geschrieben, was recht schnell von der hand ging. Da ich sowieso immer einen kartenleser dabei habe, ist der transfer über die CF-karte kein besonderes problem, nicht einmal auf eines der von mir benutzten linux-systeme.

Danke SvOlli, für diese bereicherung meiner tage.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.