Und mal wieder richtig dichten…

Ich plane gerade, mich mal langsam an eine neue und an die aktuellen zustände angepasste version von 2c4, meinem wörterbuch der richtig-dichtung, zu setzen. Nicht, dass das alte ding schlecht geworden wäre, aber zum einen gibt es jetzt, acht jahre später, schon wieder völlig neue formen des hirnfickenden sprachmissbrauches, und ich sehe auch ein paar zusammenhänge zwischen den verschiedenen formen des schwindels inzwischen mit sehr anderen augen. Insbesondere habe ich in der ersten versjon die religiösen dinge nicht in der erforderlichen breite gewürdigt.

Diesmal sind meine bedingungen für eine dermaßen große arbeit wesentlich mieser als damals. Immer noch sitze ich ja als unsteter obdachloser an ständig wexelnden rechnern, während ich damals wenigstens eine konstante arbeitsumgebung hatte, was mir das erstellen spezieller anwendungen zur verwaltung und bearbeitung der texte sehr erleichterte.

Ich hatte kurz darüber nachgedacht, die gesamte anwendung als webanwendung zu machen, aber das setzt voraus, dass ich für meine bearbeitungen einen internetz-zugang habe. Und den habe ich eher sporadisch, so dass diese möglichkeit auch ausscheidet. Tatsächlich möchte ich nicht noch mehr von diesem zeug, mit dem ich mich schon jeden tag bei meinen bloggs rumschlagen muss; ich möchte in aller ruhe genau dann offlein schreiben können, wenn die gedanken reif zum schreiben sind.

Und dafür brauche ich eine anwendung, die ich eben immer zur verfügung habe, und zwar eine sehr einfache anwendung, die sich dem kreativen prozess nicht in den weg stellt, sondern mir sanft in dem dient, was ich mir vorgenommen habe.

Leider gibt es nur einen rechner, den ich wirklich beinahe immer benutzen kann, und das ist der hp jornada 820e, der mir vor einigen monaten als großzügige spende zugesteckt wurde. (Tausendfach danke, SvOlli!) Er befindet sich fast immer in meinem rucksack und ersetzt mir jetzt dank seiner sehr brauchbaren tastatur schon seit monaten das notizbuch. Aber was auf dieser recht müden mühle wirklich fehlt, das ist eine brauchbare umgebung, um darauf mit dem gewohnten komfort einer skriptsprache proggen zu können — und auch eine java-laufzeitumgebung gibt es nicht, sonst könnte man wenigstens eine anwendung in java schreiben…

In den letzten zwei tagen habe ich mir die mühe gemacht, einen prototypen für mein verwaltungsprogramm in „PocketC“ zu hacken. Das ding hat schon jetzt einen anständigen umfang, implementiert die von mir benötigte grundfunkzjon und ist auch durchaus schon einsetzbar, aber bevor ich es auf richtige daten loslasse, möchte ich es doch gern „richtig“ fehlerfrei haben, so dass ich wohl noch ein paar tage damit beschäftigt sein werde.

Tja, und so sieht diese anwendung aus...

Die gesamte datenhaltung erfolgt in zwei dateien, die ich so entworfen habe, dass ich sie (hoffentlich) in einer gängigen skriptsprache weiter bearbeiten kann — das einzige mögliche problem sehe ich in der vollständigen datenhaltung in unicode, zu der ich mich entschlossen habe, um den leidigen zeichensatzproblemen zwischen verschiedenen plattformen zu entkommen. (Warum dieses drecksbetriebssystem nicht in UTF-8 speichern kann, wird mir auch ein ewiges rätsel bleiben.) Und nein, ich denke gar nicht daran, bei der aufbereitung der texte für das internetz oder in eine druckfähige PDF-versjon auf eine moderne skriptsprache zu verzichten, denn in diesem abgespeckten C ist das ganze proggen wie ein krampf im arsch. Alles, was man als C-programmierer für selbstverständlich hält, gibt es nicht. (Immerhin hat man wenigstens einen präprozessor, um kohdfragmente bedingt übersetzen zu können, was sehr bei der entwicklung hilft.)

Obwohl der prototyp zurzeit noch keine luxusfunkzjonen hat, speichert er immerhin schon eine vollständige versjons-geschichte jeder einzelnen begriffsdefinition weg. Ein königreich für eine richtige datenbank, die hätte einen großteil der programmierung trivial gemacht!

Wenn dieses ding demnächst einmal fertig wird, denn werde ich es vollständig unter meiner piratenlizenz veröffentlichen, damit auch andere in den genuss kommen. Natürlich werde ich auch ein elementares beispielskript beilegen, das zeigt, wie man die erzeugten daten weiter verarbeiten kann — schließlich erfindet niemand das rad gern doppelt. Für kleinere, von nur einem autoren befüllte projekte kann so etwas auch eine gute alternative zu einem fetten wiki-system sein, wenn dabei nicht gerade tagesaktuelle ergänzungen eingepflegt werden sollen und wenn in der mobilen schreibtätigkeit ein vorteil gesehen wird.

Eine laufzeitumgebung für PocketC gibt es für etliche mobile geräte. Allerdings verwende ich auch einige funkzjonen der windows-API, so dass ich die lauffähigkeit nur unter windows CE zusagen möchte. (Und die windows-API unter mikrigweich fensterchen CE verhält sich in einer weise ungewohnt, dass mir mehrfach das grinsen vergangen ist…)

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