Alles ist besser geworden

Ich muss meinem ruf als miesmacher mal tätig widersprechen, indem ich „etwas positives“ schreibe.

Sicher, alles wird immer schlimmer und früher war alles besser, aber wenn ich nur die entwicklung des internetzes betrachte, ist doch alles besser geworden.

Ziemlich genau vor zehn jahren hatte ich meine erste begegnung mit diesem internetz. Es war eine begegnung, die wohl heute keiner mehr fassen kann. Meine ersten webseits sah ich auf dem amiga eines freundes über eine schlichte modem-verbindung, der brauser war ein „voyager“. Mir trat eine bunte sammlung der nutzlosigkeit entgegen, von der ich nicht glaubte, dass sie irgendwann einmal eine bedeutung für mein leben bekommen könnte.

Unter desein verstanden die damaligen deseiner, eine webseit so zu gestalten, dass sie im „netscape“ gut aussieht. Wie es woanders aussah, interessierte keinen, und die leute hatten ja alle den „nutscrape“. Die deseins waren fürchterlich, zur anordnung der elemente verwendete (oder missbrauchte) man meist tabellen, und in anderen brausern sah es oft grässlich aus.

Damals stieg ich noch selbst in diese scheiße ein und versuchte, einige meiner bestehenden texte in das netz zu bringen. Gut, dass diese seit nirgends mehr existiert, denn sie war ein spiegelbild der unzulänglichkeiten der damaligen softwäjhr. Immerhin sah sie in fast jedem brauser ähnlich aus, sogar im amaya, im w3m und im voyager — und sie ließ sich problemlos auch in brausern benutzen, die keine tabellen rendern konnten.

Seit der netscape vier tot ist, ist alles ein bisschen besser geworden. Für das desein habe ich CSS zur verfügung, und obwohl der internet exploiter so seine lieben schmerzen macht, ist das nichts gegen die verrenkungen, die man damals so machte. Dass auch das veröffentlichen wesentlich einfacher geworden ist, sehe ich jeden tag, wenn ich eines meiner blogs befülle.

Aber manchmal sage ich mir, dass es auch seine vorteile hatte, dass man solchen problemen gegenüber stand. Denn damals wäre ich nie auf die idee gekommen, diese ganzen unreifen ideen und texte irgendwo zu veröffentlichen, die ich heute jeden tag in das netz hinaus puste — und so eine plage wie twitter, das etwa so überflüssig wie ein kropf ist, gab es auch noch nicht.

Aber davon abgesehen: Für das internetz ist alles besser geworden.

Jetzt müssen wir nur noch mit hilfe des internetzes dafür sorgen, dass auch für die menschen alles ein bisschen besser wird.

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