Zusammen getäggt

Ich habe mir heute eine dieser ganz simplen fragen gestellt. Seit das blah-blog läuft, verwendet es ja kaum das kategorien-system von wordpress, sondern die meist kurzen texte werden mit täggs ausgezeichnet. Und weil das so schön einfach geht und weil man sich dabei keine strukturellen gedanken machen muss, werden an so einem text gern mehrere täggs gehängt. Das ist nur natürlich.

Die frage, die ich mir stellte, lautete nun: Welche täggs tauchen oft gemeinsam zu einem text auf. In dieser kleinigkeit könnte sich, so meine idee, doch einiges von der geisteshaltung kristallisieren, die jeden tag zu den kurzen hinweisen antreibt — und die sehr subjektive geisteshaltung ist wieder eine reakzjon auf den oft wenig erkwicklichen zeitgeist.

Es gibt nun für so ziemlich jeden mist irgendwelche statistiken, die schon einmal jemand fertig programmiert hat, aber diese frage musste ich mir denn doch selbst beantworten — mit einem kleinen python-skript und einem bisschen SQL. (Niemand erwarte hier ein wunder der eleganz, ich habe das schnell hingestrokelt.)

Das skript steht zusammen mit seiner ausgabe für den nachtwächter-blah zum freien daunlohd zur verfügung. damit sich auch niemand anders mehr diese mühe machen muss. Auf hinweise, wie man das ding zum laufen kriegt, verzichte ich hier, wer python kann, wird sofort damit klar kommen. Allerdings muss das skript auf einem rechner laufen, der die möglichkeit zu einer direkten verbindung zur wördpress-datenbank bietet, da es seine informazjonen unmittelbar aus der datenbank gewinnt.

Ein paar kleine anmerkungen zur täggbenutzung im blah-blog

Glotzrepublik — Es ist schon interessant zu sehen, dass das tag „BRD“ in mehr als zehn prozent seiner benutzungen zusammen mit „propaganda“, „dämonkratie“ und „kotzreiz“ gefallen ist, aber das entspricht durchaus meinen eigenen erwartungen. Dass ich „ARD“ aber vergleichbar oft zusammen mit „BRD“ benutze, ist mir nicht ganz so klar gewesen.

Netzweg — In mehr als 10 prozent der fälle habe ich die täggs „internet“ und „zensur“ gleichzeitig benutzt.

Werbewahn — Ähnlich stark korrelliert sind „werbung“ und „wahnsinn“. Dabei habe ich doch gar keinen fernseher und sehe die autowerbung, die so manifest irre geworden ist, nur sehr sporadisch. Das „werbung“ und „bullshit“ gut zusammen passen, ist aber für mich kein wunder.

Müllblogger — Wenn ich das tägg „bloggen“ in einem fünftel der fälle zusammen mit dem tägg „spam“ verwende, sagt es wohl einiges darüber, womit man sich beim bloggen so herumschlagen muss.

Propaganda — Was sich so richtig spitzenmäßig zum tägg „propaganda“ gesellt hat, das sind die täggs „link“ (gut, im blah-blog werden viele links gesetzt), „hirnfick“, „brd“, „lüge“, „journaille“, „krieg“, „kotzreiz“. Und das ist eine prächtige zusammenfassung, warum ich beim besten willen keine zeitung mehr aufschlagen werde.

Geglaubtes — Ach, ich lasse zum tägg „religion“ einfach mal den spitzenreiter „link“ weg und zähle auf, was sich sonst dazu gesellt, denn es spricht für sich: „christentum“, „wahnsinn“, „bibel“, „bullshit“,  „katholizismus“, „hirnfick“, „dummes“, „papst“, „bild“, „islam“, „jesus“, „kirche“, „mord“… es klingt fast wie ein zynisches synonym-wörterbuch. Aber es ist nicht so mörderisch und menschenverachtend zynisch wie die wirklichkeit der religjon, die sich darin abbildet.

Guglhupf — Wie sich doch die ehemalige suchmaschine guhgell in den letzten monaten darum bemüht, dass eine alternative zu diesem datensammler mit angeschlossener suchmaschine entsteht: „chrome“, „internet“, „datensammlung“, „google is evil“, „überwachung“, „kotzreiz“, „schrott“, „wahnsinn“, „werbung“, „adsense“, „weltherrschaft“, „zensur“… wenn das ein fragment eines entstehenden synonym-wörterbuches ist, denn sollte sich guhgell ernsthaft geganken um die außenwirkung machen.

Dosenfleisch — In mehr als zwanzig prozent der fälle ist das tägg „spam“ mit dem tägg „seo“ verknüpft. So sieht es aus mit der handgeschriebenen SEO-spämm in einem harmlosen, kleinen blog, das jetzt weg ist. Na ja, es ist nicht richtig weg, nur aus der juristischen schusslinie gezogen ist es.

Dämonenherrschaft — Das schon seltene tägg „dämonkratie“ verbindet sich mit „brd“, „hirnfick“, „propaganda“ und „überwachung“, direkt gefolgt von der „spd“. Ja, die sind im hochbeschwören dämonischer ängste offenbar viel aktiver als ihr politische mitbewerb. Oder liegt es daran, dass leute wie Wolfgang Schäuble und Porno-Ursel von der Leyen nur noch geisteskrank wirken?

Brägenficker — Das tägg „medien“ erscheint in einem viertel der fälle zusammen mit dem tägg „hirnfick“. Das kommt mir fast ein bisschen zu wenig vor…

Käferplage — Wenn ich das tägg „bug“ verwende, steht jedes zweite mal „wordpress“ dahinter. Das lässt ziemlich tief blicken.

Alles in allem hätte ich mir etwas mehr aufschluss und auch ein paar überraschungen von einer solchen analyse erwartet, aber davon gab es nur wenig. Vielleicht werde ich diese analyse in einem jahr noch einmal über das blah-blog laufen lassen, das kleine skript dafür ist ja schon fertig.

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