Des blahens blühender erfolg

Vor etwas über einem jahr habe ich als nebenprojekt meines damals an gleicher stelle gehohsteten bloggs das kleine blah-blog begonnen. So richtig ernst habe ich das gar nicht genommen, es handelte sich um einen schnellen behelf, mit dem ich kurze mitteilungen rausbloggen konnte, ohne dass ich auch noch twittern würde. Denn von allen diesen „web-zwo-null“-diensten halte ich eigentlich immer weniger.

Entstanden ist eine fröhliche linkschleuder, die keinen übergroßen anspruch verfolgt und immer wieder eine spur galle enthält, manchmal sogar einen kurzschluss, eine spur des übereifers. Ich nutze dieses kleine blog selbst inzwischen sehr gern, aber ich kann mir immer kaum vorstellen, dass andere menschen an so einer lockeren zusammenstellung wirren krams und seltsamer links ernsthaftes interesse haben könnten. Nun, ob ich mir das vorstellen kann oder nicht: Andere menschen haben daran interesse. Tatsächlich hat dieses blog schon kurz nach seiner eröffnung mehr zuleser gehabt als das recht ambzjonierte „lumières dans la nuit“, und heute sieht es so aus, dass ich dort im durchschnitt den dreifachen datenverkehr vergangener zeiten habe.

Oder kurz gesagt: Die sicherste metode, mit einem blog erfolg zu haben, scheint darin zu bestehen, dass man auf komplexe aussagen, trübe gedanken, hübsche sprache und gepflegte nachdenklichkeit verzichtet. Vielleicht ist das auch der tiefere grund für das scheitern so vieler ambizjonierter projekte — scheitern vor allem, wenn man die gescheiterten versuche betrachtet, aus dem täglichen ablassen von blogeinträgen geld zu machen.