Die verdammten gottprogramme

Es mag ja sein, dass alle anwendungen komplexer und besser geworden sind, obwohl ich das meist nicht merke, denn alles, was ich an einem mäjhlprogramm, einer textverarbeitung, einer tabellenkalkulation nutze, das nutze ich so schon seit anderthalb jahrzehnten. Aber ich wünsche mir oft die zeit zurück, in der ein programm sehr unmittelbar nach dem start „da“ war und nicht versucht hat, alle noch so fernliegenden probleme zu lösen, nicht versucht hat, ein gott zu sein — auch wenn sich dabei der programmstart über mehr als eine minute hinziehen kann.

Ich brauche keine textverarbeitung, in der ich die buchstaben mit einem material überziehen kann und mit einer lichtkwelle beleuchten kann, ich brauche keinen brauser, der als grundlage für die programmierung „moderner“ anwendungen in javascript dienen soll und damit immer fetter und lahmarschiger wird, ich brauche kein mäjhlprogramm, dass für die erstellung von mäjhls einen WYSIWYG-editor eingebettet hat, als ob ein normaler mensch HTML-mäjhls schreiben würde. Es reicht mir, wenn diese verdammten programme das tun, wofür ich sie benutzen will und dazu einigermaßen schnell starten und nicht das gesamte RAM des kompjuters an sich reißen, den ich gerade benutze.

Wie gesagt, ich wünsche mir oft die zeiten zurück, in der programmierer noch darauf geachtet haben, dass sich ihr häckwerk schnell „anfühlt“ und für den benutzer benutzbar bleibt. In gewisser weise waren das bessere zeiten. Nur eines wünsche ich mir wirklich nicht zurück, und das sind die lahmen und überteuerten rechner von damals…