Green LAN

Ich habe es ja eher selten mit aktuellen kompjutern zu tun; die dinger, an denen ich sitze, sind meist ziemlich antikwiert (und trotzdem noch ganz brauchbar). Deshalb bekomme ich auch nur selten mit, was für ein bullshit heute in die welt gesetzt wird, um die aktuellen kompjuter zu vermarkten.

Aber heute habe ich es mal mitbekommen. Und zwar in den BIOS-einstellungen eines wirklich aktuellen motherboards. Die zeiten, in denen ich fast jede konfigurazjonsmöglichkeit noch auf der stelle verstand, sind ja doch schon seit ein paar jahren vorbei, und das ist vielleicht auch der grund dafür, dass ich mir in diesem konkreten fall das BIOS sehr genau angeschaut habe. (Natürlich hatte es mit einem dieser leidigen probleme zu tun.) Irgendwo in den vielen opzjonen fand ich dann auch den punkt „Green LAN“ mit der möglichkeit, „Enabled“ oder „Disabled“ zu wählen.

Moment, was wollen die von mir? „Green LAN“ — meinen die wirklich, dass der zugriff auf das lokale netzwerk irgendwie umweltschonender sein soll?

Zum glück fand sich für das board auch ein handbuch im internetz. Und darin konnte ich lesen, dass dieses „Green LAN“ bedeutet, dass die netzwerkschnittstelle abgeschaltet wird, wenn kein anschlusskabel drin steckt.

Eine ganz tolle sache! So einen schwachfug kann man sich gar nicht ausdenken, dafür muss man entweder eine ballernde riesenklatsche haben oder ein werber sein, der eben dafür bezahlt wird, dass er sich begriffe ausdenkt, die klingen, als hätte da jemand eine ballernde riesenklatsche. In diesem kompjuter steckte eine grafikkarte, die einen lüfter braucht, eine CPU, deren energieverbrauch ohne kühlung zu einer abwärme führte, dass man sie auch als herdplatte einsetzen kann… und natürlich wurde das alles von einem netzteil mit energie versorgt, mit dessen leistung man auch einen trecker anlassen könnte. Und das alles wird ja gleich so richtig „green“, wenn die relativ kleine leistungsaufnahme für die onboard-netzwerkkarte eingespart wird, wann immer sie nicht benötigt wird… aber nur, wenn der besitzer des kompjuters auch brav unterm tisch rumkriecht und das kabel rauszieht.

Manchmal fühlt sich das hirn wie ein muskel an, ganz so, als könnte es sich auch verkrampfen. Vor allem, wenn das hirn sich durch den sprachmissbrauch der marketing-affen durchwühlen muss.

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Realitätsnah mit beifahrer

Verblüffende Realitätsnähe -- Nürburgring/1 versetzt den Fahrer in einen regelrechten Geschwindigkeitsrausch. Täuschend echt wird auf einer abwechslungsreichen Rennstrecke simuliert, was Motorsportfreunde begeistert: 4-Gang-Automatik, ein Motorgeräusch mit allen Klangraffinessen, die Möglichen, Kurven mit Vollgas im Power-Slide zu durchfahren, damit der Wagen nicht ausbricht, das quietschende Geräusch driftender Reifen, ein Lenkverhalten, welches z.B. erlaubt, die Kurven anzuschneiden und in der Ideallinie zu nehmen. -- Perfekte Meßwertanzeige -- Geschwindigkeitsmesser, Kilometerzähler, Zeituhr, Fehlerzähler. Unbestechlich vermerkt die Elektronik jede falsche Reaktion, fordert zum Wettkampf heraus, straft bei Unfällen mit Zeitverlust, belohnt gutes Faren mit einer Freifahrt. Der Zuschauer kann Zwischenzeiten und Kurvenfolgen zurzfen und wird dadurch unversehens zum Beifahrer.

Das früher „alles besser war“, mag ich einfach nicht glauben. Es gibt mindestens eine sache, die früher — hier in einem beispiel aus der mitte der siebziger jahre — genauso hirnamputiert, verlogen und schlecht war wie sie es auch heute noch ist: werbetexte.

Die in den text eingebettete grafik gibt übrigens sehr genau wieder, wie sich die „täuschend echte“ und „abwechslungsreiche rennstrecke“ nebst „perfekter messwertanzeige“ dem spieler auf einem schwarz-weiß-bildschirm präsentierten. Näheres kann jeder durch eine kleine recherche zum arcade-spiel „night driver“ von atari aus dem jahr 1976 herausbekommen.

-Wall -pedantic

Wie, was ist das denn für eine warnung?! Meint der kompeiler wirklich, dass eine stringkonstante in ISO-C maximal 509 zeichen haben darf?! 509! Eine krummere zahl könnte man sich kaum ausdenken…

(Ja, ich kann mir denken, dass es sich wohl um insgesamt 511 reservierte bytes handelt und dass irgendjemand gedacht hat, dass es hübsch wäre, wenn die ersten beiden bytes auch noch die länge der zeichenkette angeben. 511 ist schließlich eine „glattere“ zahl, eben einer weniger als 29, das, was man beim häcken als glatte zahl empfindet.)