„MySpace“, neues!

Da habe ich doch gerade gelesen, dass du tolle deine neue site jetzt so weit fertig hast, dass du sie nicht mehr „beta“ nennst, und da habe ich gedacht, ich könne es mir ja mal anschauen. Kostet ja nichts (außer der dafür eingerichteten wegwerfmäjhladresse, um gar nicht erst an irgendeine drecksreklame nach der kontolöschung zu kommen). Und habe ich tatsächlich zum ersten mal, gefühlte acht jahre, nachdem ich dich wegen deiner plappernden pornoreklamebanner aus meinem leben verbannt habe, wieder die URL von dir, „MySpace“, eingegeben.

Nun, ich war nicht so entzückt von dem, was ich dort sah:

Gegenwärtige startseite des neuen MySpace

Einen kurzen moment habe ich überlegt, ob ich mir diesen weiteren versuch der kommerzjalisierung anderer menschen arbeit wirklich geben will. Doch dann habe ich an die armen nanoprominenten im dschungelkämp gedacht, die ja auch jede made und kakerlake fressen und habe mich damit selbst überredet, dass viele dinge doch viel leckerer sein können, als sie aussehen und habe in einem anfall geistiger lichtauslöschung nicht den tab am brauser geschlossen, sondern auf die große blaue schaltfläche mit der aufschrift „Join“ geklickt (das mit deutschen begriffen kriegt ihr auch noch irgendwann hin).

Und es geschah nichts.

Nichts. Einfach nichts. Das öbszöne blaue ding auf einer seite, auf der mich ein gutgekleideter zombie dazu anwerben möchte, seinesgleichen zu werden, auf dass ich menschenmaterial des web 2.0 werde, tat einfach gar nichts.

Natürlich habe ich daraufhin erstmal meine brausereinstellungen geändert. Ich habe dir praktisch alles erlaubt, sogar das einbinden von skripten und fonts aus anderen kwellen und plugins und das verwenden von HTML5-datenbanken, die so ideal für jeden sind, der die alten kuhkies nicht mehr hinreiched für die totale menschenüberwachung im internetze findet.

Und dann habe ich die seite neu geladen, man weiß ja nie.

Und noch einmal geklickt.

Und zur sicherheit nochmal.

Und es geschah immer noch nichts.

Komm, „MySpace“, ich verwende den aktuellen opera mit aktuellem fläsch-plagin und habe dir alles erlaubt. Und deine strunzprogrammierer kamen damit nicht klar? Du, „MySpace“, hast seit vielen jahren die erste mir übern weg laufende dreckseit gebaut, die nicht mit Opera funkzjoniert.

Das ist eine leistung!

In der inkompetenz deiner programmierer.

Da fühle ich mich gleich noch willkommener, als ich mich schon beim anblick deiner verkackten startseite gefühlt habe. Als du, „MySpace“, vor ein paar monaten noch beta warst, habe ich ja über solche schwächen (die ihr „superkräfte“ genannt habt) noch hinweggesehen, aber bei dem fertigen produkt ist das nur noch peinlich. Das mit einem halbwegs standardkonformen HTML5 scheint für euch einfach eine überforderung zu sein.

So wird das nichts mit uns.

Und das ist vielleicht auch besser so.

Guhgell, du alte krake!

Schneller im Internet unterwegs -- Installieren Sie Google Chrome

Du willst mir also allen ernstes weismachen, dass „ich“ schneller im internetze unterwegs sei, wenn ich deinen brauser installiere? Ich soll dir also glauben, dass die datenpäckchen sich gleich mit ein paar bit pro sekunde mehr durch die leitung kwetschen, wenn sie sehen, dass sie auf eine laufende instanz deines brausers zulaufen? Wegen… ähm… wegen der hormone, die du da reinkompiliert hast? Und dein nettes angebot, mit dem du mir so freundlich unübersehbar sogar noch dein logo ein kleines bisschen überpflastert, hat nichts damit zu tun, dass du, guhgell, der größte reklamevermarkter und träcker des gesamten internetzes bist, der über einen eigenen, ordentlich nach hause telefonierenden brauser halt noch genauere einsichten in die interessen einen menschen bekommen kann, was dann zu noch besseren menschenprofilen führt, als du sie so schon einsammelst.

Ich sage dir mal, guhgell, was mein internetz regelmäßig schneller macht: Dass ich meinen brauser scheißreklame blocken und keine externen javascript-fetzen und fonts laden lasse. Das ist zwar schlecht für deine ubikwitären träcking-versuche — das meiste von diesem müll liegt nämlich auf deinen sörvern — aber mir machts das netz genießbarer.

Und mit deiner reklame, guhgell, sagst du mir nur eines: du richtest dich an menschen, die von nix eine ahnung haben und deshalb jeden versprochenen hokuspokus glauben. Deinen brauser, der in erster linie eine träckingwanze ist, sollen sich also nur idjoten installieren.

Das ist doch ein klares bekenntnis!

Analogkäse

Nahrungsmittelindustrie aufgepasst! Der tipp für die vermarktung des eher unbeliebten kemischen produktes, das man „analogkäse“ nennt: einfach in großen, grünen freundlichen lettern das wort „VEGAN“ auf die verpackung drucken lassen und zum zehnfachen preis verkaufen. Mindestens.