Xerox, was für ein fnord!

Ein kandidat für den fnord des monats sind die skännkopierer von xerox, die in den fotokopien durch einen bedauerlichen technischen fehler die zahlen verändern — aber nur, wenn als zwischen- oder speicherformat PDF verwendet wird:

Das erste mal aufgefallen ist dem betroffenen Unternehmen der Fehler am vergangenen Mittwoch, als ein Bauplan zu einem PDF gescannt und wieder gedruckt wurde. Baupläne enthalten für jeden Raum des zu bauenden Hauses Boxen mit Quadratmeterzahlen, die irgendwie in den betreffenden Raum hineinlayoutet sind. In einigen Räumen standen nun sauber layoutete, jedoch schlicht falsche Quadratmeterzahlen — man muss wirklich die Zahlen lesen, um den Fehler zu bemerken

Die bilder mit den fehlerbeispielen anschauen! Das sind keine pixelfehler, da werden ganze bildbereiche vertauscht. Hinterher sieht die gestaltung der seite so aus wie vorher, aber der inhalt ist, was zahlen anbelangt, zum teil vollkommen falsch und sieht dabei noch überzeugend aus. In zukunft kann wohl fast jede panne auf versagende digitaltechnik beim kopieren geschoben werden…

[via Fefe]

Mutmaßlicher plagiator des tages: Klaus Leipziger

Klaus Leipziger, scheffarzt der forensischen psychiatrie und als gutachter dafür verantwortlich, dass Gustl Mollath hinter den mauern einsitzt, an denen die so genannten grundrechte enden, steht im verdacht, bei seiner dissertation einen wissenschaftlichen betrug begangen zu haben. Im moment ist das aber noch ganz dünne, aber wer suchet, der findet manchmal auch — und möglicherweise gehört der scheffarzt, der mindestens ein leben zerstört hat, bald in die schandhalle der entdoktorten.

Vielleicht gutachtet dann ja mal ein jetziger kollege über ihn:

Leipziger ist heftigen Anfeindungen von Mollath-Unterstützern ausgesetzt und wird seinen Worten zufolge massiv bedroht

Nicht, dass darin jemand anders noch ein paranoides wahnsystem zu erkennen meint… :mrgreen:

Zitat des tages

Die Gegner sicherheitsbewussten Verhaltens sind ignorante Webdesigner, die Surfer um jeden Preis zwingen wollen, aktive Inhalte (etwa Javascript) zuzulassen. Sicheres Surfen unterbinden die Geschäftsmodelle fast aller Medien – und „sozialer“ Netzwerke sowieso -, die vom Verkauf der Nutzerdaten leben und nicht nur Myriaden von Cookies implementieren wollen

Burks‘ Blog: „Leserbrief c’t Security s. 38ff“

Vor ein paar monaten noch verschwörungsspinnerei…

…und jetzt schon eine meldung der aktuellen camorra:

Die Geheimdienste der USA, Großbritanniens und Frankreichs dürfen nach Einschätzung des Freiburger Historikers Josef Foschepoth in Deutschland aber auch weiterhin die Telekommunikation überwachen. Auch die Aufhebung von Verwaltungsvereinbarungen ändere daran nichts, sagte Foschepoth der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Die früheren Alliierten könnten „auf Grund des ihnen nach dem Zweiten Weltkrieg zugewachsenen Besatzungsrechts weiterhin in Deutschland abhören“. Dieses Recht sei inzwischen in deutsche Gesetze eingegangen, sagte Foschepoth. Die Grundlage der jetzt aufgehobenen Verwaltungsvereinbarungen, das Zusatzabkommen zum NATO-Truppenstatut vom 3. August 1959, sei nach wie vor gültig, erklärte der Historiker.

Mit schmackhafter realsatire

Schlangenöl des tages: threema

Oh, die kwalitätsjornalisten von der zeit machen im redakzjonellen teil reklame für eine sichere alternative zu „WhatsApp“, mit der man die NSA ärgern kann, weil die kommunikazjon verschlüsselt ist. Das ist auch ganz einfach in der anwendung (hervorhebung von mir):

Der Threema-Nutzer wird auf eine Weise mit der Verschlüsselung konfrontiert, die derzeit wohl als maximal einfach und verständlich gelten muss: Beim Einrichten der App wird er aufgefordert, mit zufälligen Wischgesten auf dem Smartphone ein Schlüsselpaar zu erstellen, das aus einem privaten und einem öffentlichen Schlüssel besteht […] Der private Schlüssel verlässt das Handy zu keinem Zeitpunkt, der öffentliche dagegen muss verbreitet werden

So ein händi ist ja auch geradezu ein hochsicherheitsgerät, bei dem die leute jeder dahergelaufenden äpp mit flottem wisch gedankenlos weitgehende rechte auf das ganze gerät einräumen, zum beispiel auch der trojaner-äpp der „sozjalen“ überwachungswanze fratzenbuch mit ihren forderungen nach systemgottgleichen rechten. Da wird sich die NSA aber mächtig ärgern, dass sie jetzt auch noch eine milljarde private keys speichern und dafür womöglich gar eine neue festplatte kaufen muss. :mrgreen:

Schlangenöl für die gefühlte sicherheit, mehr nicht. Die Händis sind nichts weiter als ständig am leib getragene wanzen.

Kotzreiz des tages

Wenn irgendwelche arschlöcher von jornalisten oder juristen davon sprechen, dass der „fall mollath“ so schlimm für den rechtsstaat, das ansehen der justiz oder irgendeinen anderen staatsanbetenden hirnfurz ist, könnte ich aus tausend mündern schwallartig erbrechen… HALLO, IHR ARSCHLÖCHER! GUSTL MOLLATH SITZT SEIT SIEBEN VERDAMMTEN JAHREN UNRECHTMÄSSIG PATHOLOGISIERT IN EINEM RECHTSFREIEN RAUM IN HALBER FOLTERHAFT! FÜR IHN IST DAS SCHIMM, NICHT FÜR EURE KOMISCHEN ERSATZGÖTTER!

Prof. dr. Offensichtlich kommentiert in der NZZ

Prof. dr. Offensichtlich hat jetzt einen job als kommentator der neuen zürcher zeitung bekommen und zeigt eine völlig neue und ebenso unerwartete offenbarung:

Es offenbart sich zudem die undemokratische Haltung der meisten Politiker sowie die grassierende Arg- und Sorglosigkeit vieler Bürger

Ach!

Metadaten

Das, was die löcher aus der p’litischen kaste immer verharmlosend „metadaten“ nennen, soll schön harmlos wirken, schließlich werden ja gar nicht die inhalte der telefongespräche aufgezeichnet. Dass man damit sogar verdeckt arbeitende häscher und folterknecht-schergen der US-geheimdienste enttarnen kann, soll die menschen, die solch trügerische worte hören, nicht weiter beunruhigen.

Übrigens sind das daten, um die es bei der von der CDU, SPD, CSU, FDP und den welken gewünschten „vorratsdatenspeicherung“, einer anlasslosen überwachung aller menschen in der BRD, geht. Die aufdeckung der entführung und die ermittlung der verdeckt arbeitenden staatsverbrecher der USA war jedenfalls ohne vorratsdatenspeicherung, aber mit gezielter überwachung von verdächtigen durch die itajenische polizei möglich.

Wördpress 3.6

Juchu, wördpress, das sind die fietschers, auf die ich so lange gewaret habe:

Das Update der beliebten Blogging-Plattform bringt unter anderem einen neuen Media-Player mit, der auf HTML5 basiert. Ferner lässt sich direkt und schnell Musik von Rdio, Spotify und Soundcloud einbinden

Nicht. Irgendwelche funkzjonen für die dienste kommerzjeller anbieter gehören meiner meinung nach nicht in den kern, sondern in eine erweiterung — sonst stinkt der kern des systems nach reklame. Einmal ganz davon abgesehen, dass ich es noch nie sonderlich kompliziert fand, den embed-kohd über die zwischenablage zu kopieren. Aber ich nutze ja auch nicht diesen WYSIAYG-editor („what you see is all you get“)…

Reklame für fragwürdige kontentklitschen in den kern aufnehmen, aber die links abschaffen, damit dafür fortan ein benutzerdefiniertes menü verwendet werden muss. (Zumindest war das die absicht und schon ein neu installiertes 3.5 hatte keine link-verwaltung mehr.) Ich könnte von morgens bis abends kotzen, wenn ich diese beglückungsideen der wördpress-entwickler sehe.

Immerhin hat die entwicklung diesmal schön lange gedauert, was grund zur hoffnung gibt, dass es sich nicht um so eine bananensoftwäjhr wie damals zu zeiten der 2.5er handelt. Aber für die letzten von mir selbst verantworteten seits warte ich erstmal die möglichen katastrofenmeldungen der nächsten tage ab. Kein drängendes problem zu haben, dass den appgräjhd erzwingt, ist angenehm.

Für alle, die einen appgräjhd mit einem klick aus der bäckend machen: Mit einem zu engen speicherlimit für PHP gibt es zumindest manchmal probleme und es kommt nur zu einem halben appgräjhd. (Das habe ich jedenfalls eben in einer lokalen testumgebung festgestellt, die ein memory_limit von 64M hatte. Mit 128M kam es nicht zu diesem problem. Wer seine php.ini selbst bearbeiten kann, weiß, was er zu tun hat, ansonsten gibts bei diesem problem entweder den anruf beim hoster oder das aufspielen der neuen versjon über FTP und das anschließende anstoßen des appgräjhds. Das geht übrigens auch fühlbar schneller. Warum man für einen wördpress-prozess nicht mehr mit 64 megabytes auskommt, gehört zu den fragen, die den wördpresss-entwicklern gestellt werden sollten. Es hat halt seinen preis, wenn der kern immer moppeliger wird, obwohl ein großteil der funkzjonalität von einem großteil der nutzer nicht benötigt wird — deshalb gibt es ja eigentlich auch eine erweiterungsschnittstelle…)

Diese zufriedenheit mit Angela Merkel

Kopfklatscher des tages:

Als wir ganz allgemein nach der Bundesregierung fragten, betrug der Zufriedenheitswert 52 Prozent. Als wir nach der „Bundesregierung unter Führung von Angela Merkel“ fragten, waren es sogar 56 Prozent. Und als wir nach der „Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP gefragt haben“, betrug der Wert nur magere 38 Prozent.

Diese außerordentliche zufriedenheit so vieler bewohner der BRD mit Angela Merkel lässt sich wohl nur noch dadurch erklären, dass sie nach täglicher, allmedialer personenkult-verdummung (übrigens auch in der tagesschau) nicht mehr dazu imstande sind, zu begreifen, dass Angela Merkel teil einer bundesregierung ist, die von CDU, FDP und CSU in diese posizjon gehoben wurde. Vermutlich begreifen sie nicht einmal, warum Angela Merkel auf dem wahlzettel immer „CDU“ heißt und schlagen dort nur deshalb ihr kreuzchen, weil der schriftzug ja auch auf dem schönen, fotoschoppretuschierten plakatfoto der kanzlerin steht…

Was tut man nicht alles für seinen überwachungsstaat?

Einige Firmen, so legen es die GCHQ-Dokumente nahe, entwickelten eigens eine Software zum Ausspähen und wurden dafür vom GCHQ entlohnt. Sie ließen sich also dafür bezahlen, dass sie ihre eigenen Kunden ausspionierten. Alle geben sich unschuldig und sind verschwiegen

Nein, das sind nicht die USA, das ist diese insel, die immer zu stundenlangen sondersendungen im BRD-hirngrillfernsehen führt, wenn irgendein auf frühere großräuber zurückgehendes produkt jahrhundertlangen inzests heiratet oder mal wieder einen nachwux wirft.