Neusprech des tages: zensur heißt jetzt anders

Die unterdrückung unerwünschter inhalte durch US-amerikanische internetz-buchhändler nennt man jetzt nicht mehr unterdrückung unerwünschter inhalte, jedenfalls nicht im ticker von heise onlein. Statt von unerwünschten inhalten spricht man von schund, und damit sind nicht irgendwelche groschenromanchen gemeint, und statt unterdrücken und unsichtbar-machen nennt man es jetzt „ausmisten von schmuddelecken“, weils ja eh nur mist betrifft. So einen mist wie sexuelle fantasien zum beispiel, die manche (erwaxene, versteht sich) leute anregend finden. Und nicht so einen mist wie gewaltverherrlichendes und menschenrechtsverachtendes schriftgut wie etwa die bibel und den ganzen daran hängenden wust sekundärer und tertiärer dumm-, fromm- und kitschliteratur.

Was für ein glück, dass die nicht die als kulturleistung hochgeachteten, literarischen werke der griechischen und römischen antike verlegen. Eine lyrische ankündigung wie dieses „Pedicabo ego vos et irrumabo“ von Gaius Valerius Catullus ginge doch glatt als „schund“ durch, den man ausmisten kann…

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