Neusprech: „prepaid“

„Prepaid“ ist ja auch ein neusprech-wort, mit dem werber den händi-nutzern ins gehirn gefräst haben, dass sie vorkasse und bar bezahlen und dass es aus diesem grund teurer wird, als wenn sie erst nach der nutzung zahlten. Überall anders ist vorkasse und bar sonst ja billiger…

Das ist eine tolle idee, haben sich die von stromkonzernen heftig mit zuwendungen gefügig gemachten p’litiker in den koalizjonsverhandlungen gesagt, das können wir doch ausbauen. Mit „prepaid-karten“ für den elektrischen strom.

Wie wir früher mit arrays proggten…

Früher, als man seine softwäjhr noch so geschrieben hat, dass sie den rechner nicht in die knie zwang und so, dass sie nach möglichkeit einfach gut lief, hatten wir natürlich auch schon das problem, dass die größe eines array manchmal erst zur laufzeit feststand. Tja, dann haben wir halt mit malloc() eine ausreichend erscheinende menge speicher alloziert, uns gemerkt, wieviel das ist und wenn wir beim einfügen an die grenzen kamen, haben wir den speicherbereich mit realloc() vergrößert — in der regel durch schlichte verdopplung¹ der allokazjon. Und wenn man sortiert einfügen wollte, einfach mit binärer suche den ort zum einfügen des neuen elementes gefunden und mit memmove() platz für das neue element geschaffen, dass wir dann an die richtige stelle brachten. Nicht, dass so etwas spaß macht, aber es funkzjoniert und ist halbwegs performant.

Tja, das waren die alten zeiten, in denen man altmodische sprachen wie C verwendet hat, die einem nicht alles am kompjuter abstrahierten. Heute hingegen, heute ist alles viel viel besser. Heute fordert man einfach für jedes eingefügte element einen neuen speicherbereich an, der für ein element mehr platz bietet, kopiert den alten speicherbereich in den neuen und fügt das neue element an, um zum einfügen an die richtige stelle eine allgemeine biblioteks-sortierfunktion (meistens als mergesort oder quicksort implementiert) aufzurufen. Am besten in einer inneren for(;;)-schleife, also für eine vorab bekannte anzahl von fällen nacheinander. Und damit man nicht sofort merkt, wie hirnrissig das ist, notiert sich das ganze in schönster C++-syntax. So wird aus ganz gewöhnlicher datenverarbeitung eine implementazjon, die auch auf zeitgemäßer hardwäjhr ganz schön lahmarschig läuft. Und es gibt keine elektronen im kompjuter, die sich dabei langweilen.

Ich führe ja einen großteil der unbefriedigenden performanz „moderner“ anwendungen auf solche idjotie zurück…

¹Technischer hinweis: ursprüngliche allokazjon ist gern eine zweierpotenz minus eins, und zum vergrößern wird dieser wert verdoppelt und eins addiert, so dass wieder eine zweierpotenz minus eins rauskommt, also 255, 511, 1023, 2047, etc. Natürlich kann man das oft — je nach konkreter anwendung — ein bisschen intelligenter machen, aber frühzeitige optimierung ist eine der häufigsten und garstigsten fehlerkwellen, und diese schlichte implementazjon ist ganz brauchbar. Ziel des vorgehens ist es, die relativ aufwändige und langsame anforderung von speicher selten zu machen.

Antivirus-schlangenöl des tages

„McAfee“ ist der meinung, dass eine den inhalten gegenüber neutrale — also unzensierte — suchmaschine für torrents ein sicherheitsrisiko ist. Gleich mal den nutzer warnen, sonst sucht der da noch unzensiert herum…

Auch weiterhin viel spaß mit den produkten von leuten, die wissen, was gut für euch ist und was ihr wirklich braucht!

Alles schonmal dagewesen

„Alles schonmal dagewesen“, murmelte der netzopa in seinen dreitagebart, als er die lächerlichen S/M-meldungen von heute las:

Jugendliche wenden sich von Facebook ab, gleichzeitig verbringen Nutzer immer mehr Zeit mit auf die private Kommunikation in kleinen Kreisen spezialisierten Apps

„Ach! Wir nannten das früher einmal ‚e-mail‘ und, wenns unmittelbarer war, ‚chat‘ — und unsere ‚apps‘ hießen einfach ‚anwendungen'“, setzte er fort… :mrgreen:

Was hat uns allen denn noch so richtig gefehlt?

Ist doch klar, was so gefehlt hat, dass wir kaum noch das web benutzen konnten: eine von der ästetik der wischofone abgeguckte benutzerschnittstelle für den feierfox.

Irgendjemand muss den ganzen programmierern auf der welt immer wieder in die ohren flüstern: „so ein wischofon, das ist der inbegriff der nutzerfreundlichkeit, und nein, die benutzerschnittstelle sieht dort nicht etwa schlicht aus, weil rechenleistung und der platz auf den meist kleinen anzeigeflächen ein bisschen eingeschränkt sind, sondern weil das so für den anwender besser ist“. Und wenn der programmierer das verstanden hat, dann kommt diese wirre stimme wieder und flüstert in jeden gedanken hinein: „Und du darfst auf gar keinen fall die GUI mit den mitteln des betriebssystemes aufbauen, sondern du musst dir selbst etwas ausdenken und das proggen, sonst sieht deine anwendung am ende für den anwender noch so aus, als wäre sie für das betriebssystem geschrieben, das er verwendet“. Und wer jetzt glaubt: „ach egal, das fummele ich mir wieder so halbwegs auf arbeitsfähigen zustand zurecht“ — pustekuchen!

Weil einige Neuerungen wie das neue Menü-Design radikal vom Bisherigen abweichen, erfordert Australis auch tief gehende Änderungen des Quelltexts – weshalb man einen Australis-Firefox nicht einfach per about:config-Einstellung wieder ins alte Design zurück bekommt

Meine dankbarkeit für solche beglückungsideen ist so groß, ich würde am liebsten zu einer großkalibrigen waffe greifen. Gut, dass es noch ein paar kleinere brauserprojekte gibt, die den rendering-kohd vom feierfox in eine andere GUI packen, sowas wie „midori“ (ein brauser, der sogar „twitter und facebook unterstützt“, ja, die welt ist inzwischen so reif!) oder „epiphany“ (von diesen hirnwixern, die auch den GNOME unbenutzbar gemacht haben). Die wahrscheinlichkeit, dass für über-18jährige wie mich sehr schnell ein fork mit „normaler“ GUI da sein wird — die gern ein bisschen entrümpelt und überarbeitet werden kann, vor allem beim dialog mit den einstellungen, der heute noch an das GUI-kaos vom nutscrape 4.x aus den neunzigern erinnert — ist also erfreulich hoch. Oder aber, man macht es wie bei wördpress, und es werden addons geschrieben und installiert, nicht um die funkzjonen zu erweitern, was der sinn einer erweiterungsschnittstelle wäre, sondern um die unerwünschte funkzjonalität abzustellen. Einfach nur gaga!

Über die neue GUI für den feierfox lästere ich ansonsten erst, wenn ich schon ein paar mal damit zu tun hatte — und das wird bei mir noch ein bisschen dauern. Wer es gar nicht erwarten kann und jetzt schon einen blick in die strokelversjon vom feierfox tun möchte: hier ist der link, den heise im artikel nicht gesetzt hat… 😉

Phisher des tages

Wenn ich mich hinsetze und eine webseit nachbaue, dass sie wie die webseit der sparkasse aussieht, um jemanden mit dem damit erweckten eindruck unvorsichtig zu machen, dann nennt man das „phishing“ und ich bin klar ein krimineller, aber was für ein widerlicher. Wenns der britische geheimdienst mit der seit von „linkedin“ macht, schwebt darüber das weihevoll das hoheitszeichen der krone und es ist vielleicht genau so niederträchtig, aber legal. Könnte man besser verdeutlichen, dass „staat“ und „recht“ nichts weiter als ein anderere begriffe für die mit gewalt durchgesetzte monopolisierung der niedertracht, hinterhältigkeit und allgier durch einen herrschaftsapparat im dienste einer gesellschaftlichen minderheit sind — und ja, auch in europa, in west-europa…

Aus dem IE in den speicher

Tja, ist schon scheiße, wenn man sich auf sein antivirus-schlangenöl verlässt, aber bei plattenskänns nichts gefunden werden kann, weil gar nichts mehr auf der festplatte gespeichert wird. Wer sich mit dem „internet exploiter“ durch das internetz bewegt, kann eigentlich schon auf jede weitere sicherheitsmaßnahme verzichten…

Übrigens: geht das nur mir so, dass sich der völlig detaillose bericht bei golem so anhört, als schriebe golem über eine schadsoftware, die man sich bei golem einfangen könnte? Ist schon recht doof, wenn man aus einem für mich nicht nachvollziehbaren grund seine leser nicht deutlich vor der seit warnen will, die zur schadsoftwareschleuder geworden ist… :mrgreen: