Was hat uns allen denn noch so richtig gefehlt?

Ist doch klar, was so gefehlt hat, dass wir kaum noch das web benutzen konnten: eine von der ästetik der wischofone abgeguckte benutzerschnittstelle für den feierfox.

Irgendjemand muss den ganzen programmierern auf der welt immer wieder in die ohren flüstern: „so ein wischofon, das ist der inbegriff der nutzerfreundlichkeit, und nein, die benutzerschnittstelle sieht dort nicht etwa schlicht aus, weil rechenleistung und der platz auf den meist kleinen anzeigeflächen ein bisschen eingeschränkt sind, sondern weil das so für den anwender besser ist“. Und wenn der programmierer das verstanden hat, dann kommt diese wirre stimme wieder und flüstert in jeden gedanken hinein: „Und du darfst auf gar keinen fall die GUI mit den mitteln des betriebssystemes aufbauen, sondern du musst dir selbst etwas ausdenken und das proggen, sonst sieht deine anwendung am ende für den anwender noch so aus, als wäre sie für das betriebssystem geschrieben, das er verwendet“. Und wer jetzt glaubt: „ach egal, das fummele ich mir wieder so halbwegs auf arbeitsfähigen zustand zurecht“ — pustekuchen!

Weil einige Neuerungen wie das neue Menü-Design radikal vom Bisherigen abweichen, erfordert Australis auch tief gehende Änderungen des Quelltexts – weshalb man einen Australis-Firefox nicht einfach per about:config-Einstellung wieder ins alte Design zurück bekommt

Meine dankbarkeit für solche beglückungsideen ist so groß, ich würde am liebsten zu einer großkalibrigen waffe greifen. Gut, dass es noch ein paar kleinere brauserprojekte gibt, die den rendering-kohd vom feierfox in eine andere GUI packen, sowas wie „midori“ (ein brauser, der sogar „twitter und facebook unterstützt“, ja, die welt ist inzwischen so reif!) oder „epiphany“ (von diesen hirnwixern, die auch den GNOME unbenutzbar gemacht haben). Die wahrscheinlichkeit, dass für über-18jährige wie mich sehr schnell ein fork mit „normaler“ GUI da sein wird — die gern ein bisschen entrümpelt und überarbeitet werden kann, vor allem beim dialog mit den einstellungen, der heute noch an das GUI-kaos vom nutscrape 4.x aus den neunzigern erinnert — ist also erfreulich hoch. Oder aber, man macht es wie bei wördpress, und es werden addons geschrieben und installiert, nicht um die funkzjonen zu erweitern, was der sinn einer erweiterungsschnittstelle wäre, sondern um die unerwünschte funkzjonalität abzustellen. Einfach nur gaga!

Über die neue GUI für den feierfox lästere ich ansonsten erst, wenn ich schon ein paar mal damit zu tun hatte — und das wird bei mir noch ein bisschen dauern. Wer es gar nicht erwarten kann und jetzt schon einen blick in die strokelversjon vom feierfox tun möchte: hier ist der link, den heise im artikel nicht gesetzt hat… 😉

3 Antworten zu “Was hat uns allen denn noch so richtig gefehlt?

  1. Unter Windows gibt’s Pale Moon, der wohl auch weiterhin ohne Australis laufen wird.

    Dass Firefox XUL unterstützt, hat gewisse Vorzüge, unter anderem die vollständige Anpassbarkeit „für über 18-Jährige“, die Dreckschrome eben nicht beherrscht.

    • Ich weiß, welche vorteile XUL hat, seit ich mir mal den opera ein bisschen zurechtgefummelt habe. Nur ein bisschen kleinkram, ein paar andere farben und so… steht alles in einer großen, nur mäßig dokumentierten INI-datei, die zusammen mit einer menge zeug in einem ZIP liegt. Auch ganz toll!

  2. Oh. Bestimmt wieder ein gaaaanz wichtiges Sicherheitsupdate, bei dem man sicher erst mal dumm aus der Wäsche glotzt.

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