Erfolgreiche satire des tages

EU-steuer auf muttermilch kommt — und im fratzenbuch sind diese ganzen leute daheim, die so etwas völlig unbelegt glauben und erhitzt darüber diskutieren… besonders gern natürlich mit dem einen oder anderen nazjonalistischen unterton. Hoch das däumchen!

Dank auch an eine europäische union, die dermaßen schwachsinnig, allregulierend, lobbyverseucht und menschenfern ist, dass man so eine satire leicht für wahr hält.

Vor ein paar jahren…

Vor ein paar jahren haben ja alle in so einer irrazjonalen technischen modewelle von den leistungsfähigen no-SQL-datenbanken geschwärmt, die dieses olle, unflexible, relazjonale wegspeichern jetzt endgültig ersetzen sollten und dabei „modernen“ anwendungen viel angemessener und außerdem performanter sind. Wie der einsatz einer beliebten no-SQL-datenbank für ein projekt aus dem wirklichen leben aussieht (es handelt sich um diaspora), kann man bei Sarah Mei nachlesen. Ja, und selbst dort, wo eine dokumentorientierte datenbank geeignet sein könnte, kann es im projektverlauf große probleme geben, wenn relativ einfache anforderungen dazu kommen. Wer nach der lektüre immer noch lust hat: immer nur zu! Liebe lemminge, zur todesklippe links und anderthalb meilen gehen…

Klage des tages

Na, mal eine klage lesen? „Klage gegen die Humboldt-Universität zu Berlin u.a. wegen Presse- und Informationsfreiheitsrecht vom 3. november 2013“ von Harmut Danisch (den ich zum missfallen einiger frauen aus meinem ferneren umfeld ja immer wieder einmal verlinke). Da es hier auch um betrugsvorwürfe und ernsthafte kompetenzzweifel gegen die heutige richterin am bundesverfassungsgericht, prof. Susanne Baer, geht, ist der vorgang sehr interessant. Die lektüre der recht langen klage wird durch immer wieder eingestreute perlchen und lustige kopfklatscher versüßt, wie etwa die folgenden kleinen zitathäppchen:

Es ist aber auch unlogisch und unsinnig: Unlogisch, weil sich die Frage stellt, wie man Gender Studies als Student studieren können soll, wenn man doch erst nach Abschluss des Studiums die Inhalte erfahren darf. Unsinnig ist es, weil die Beklagte selbst keine greifbare Befähigung benennen kann, die das Studium der Gender Studies vermittelt. Wie kann sie Befähigungen, die sie selbst nicht benennen und vermitteln kann, zur Voraussetzung des Auskunftsrechts machen?

Die Beklagte beruft sich zur Ablehnung außerdem auf Ansichten zum Prüfungs- und Wissenschaftsrecht, die hanebüchener Unsinn sind. Offenbar hat man in diesem Studiengang keinen blassen Schimmer von Prüfungsrecht. Was schon deshalb erschreckend ist, weil ja die Leiterin des Studiengangs, Susanne Baer, inzwischen gerade die für Prüfungsrecht zuständige Verfassungsrichterin ist.

So behauptet sie durchgehend, dass sämtliche ihrer Akten durch Wissenschaftsfreiheit vor Einsicht geschützt wären, damit nicht „zur Disposition“ stünden

Die Beklagte – immerhin stammt der Bescheid ja von der Leitung der Rechtsabteilung im Rektorat – weiß offenbar nicht einmal, was eine Prüfung ist, verteilt aber Grade am Fließband […] Darin dürfte auch ein tragender Grund für die Widerspenstigkeit der Beklagten bei der Auskunft liegen, nämlich dass sie auf einem Berg fauler Grade sitzt

(Allein die Darlegungen zu prüfungsrechtlichen Aspekten sind so eine Goldgrube, dass ich die Lektüre von S. 18 bis S. 22 nur empfehlen kann… die Universität, die darin beschrieben wird, könnte ich allerdings eher weniger empfehlen.)

Der in Berlin ansässige, als „gemeinnützig“ geförderte Wikimedia Deutschland e.V., Betreiber des deutschen Teils der bekannten Wikipedia, hatte öffentlich zu einem „Workshop“ am 10.9.2013 eingeladen, in dem es vorgeblich darum ging, wie die Wikipedia künftig umzugestalten sei, um mehr Frauen anzuziehen. Ich habe mich angemeldet, bekam zunächst auch eine Teilnahmebestätigung, wurde dann aber per E-Mail barsch und ohne namentliche Nennung des Absenders wieder ausgeladen, weil ich nicht über die richtige Gesinnung verfügen würde

Ja, so kommt mir die „wicked pedia“ vertraut vor.

Wissenschaft ist, sich von empirischen Gegebenheiten mittels einer klar definierten (und der Überprüfung zugänglichen) Methodensammlung und ergebnisoffen auf die Erkenntnissuche zu begeben und zu sehen, wohin es einen führt. Die Methoden sind fest, das Ergebnis ist offen.

Gender Studies funktionieren genau andersherum

Ab seite 64 wird es so knallend deftig gegen frau Baer, dass ich kein appetithäppchen herauspicken mag.

Damit geht die völlige Ablehnung von wissenschaftlichen Begriffen, jeglicher Methodik und dem Konzept von richtig und falsch einher. Realität und Wissenschaft werden zur reinen Verschwörungstheorie degradiert und sollen als solche entlarvt werden. Die dafür ständig gebrauchte rhetorische Standardfigur des Genderismus ist „kritisch hinterfragen“, tatsächlich wird aber nichts gefragt, sondern nur oberflächlich bestritten und beschimpft.

Dazu wird unterstellt, dass dies alles nur unzulässige Sprechkonstruktionen seien und jede Einstufung als unrichtig eine Ansicht unzulässig unterdrücken würde. Richtig und falsch dürften nicht unterschieden werden, sondern alle Ansichten müssten gleichgestellt werden. Biologie etwa wird als willkürliche Theorie hingestellt, Rückgriffe auf biologische Fakten werden als „Biologismen“ abgetan.

Es folgt das absolute leckerli aromatischster ideologischer blödheit:

Ein schönes Beispiel dafür sind die Behauptungen der Feministin Luce Irigaray, die behauptet, dass die bekannte Physik-Formel E = mc², die den Zusammenhang von Energie, Masse und Lichtgeschwindigkeit beschreibt, eine sexualisierte Gleichung sei, weil sie die schnellste Geschwindigkeit gegenüber anderen Geschwindigkeiten „privilegiere“. Die Tatsache, dass die Physik sehr viel mehr Wissen über feste Körper als über das Verhalten von Flüssigkeiten hat und heute noch nicht in der Lage ist, die Fluidik von Turbulenzen zu beschreiben, liege daran, dass die Physik maskulin sei und sich somit nur an Festkörpern orientiere, weil Härte dem erigierten Penis entspräche, während sie Flüssigkeiten ablehne, weil sie mit den Scheidensekreten und dem Menstruationsblut assoziiert seien

Ich kriege die hand kaum noch aus dem gesicht… wenns an BRD-universitäten (und im p’litbetrieb der BRD) so zugeht, ists kein wunder, dass hier alles langsam vor die hunde geht.

Zum abschluss, ab seite 91, wirds dann sehr interessant für verschwörungsteoretiker, einfach selbst lesen… 😉

[via]

Nachtrag: Kritische Wissenschaft hat auch etwas dazu

Guhgell des tages

Wie können wir es mal nennen, wenn wir die gesichter unserer guhgell-doppelplus-nutzer zu reklamezwecken verwursten? Sagt der PR-reklamearsch von guhgell: nennen wir es doch einfach sozjale empfehlungen, das ist doch schönklingend und unklar.

Hej, guhgell! Wenn du mit einem algoritmus das gesicht von einem menschen auswählst, um es in die reklame reinzufummeln, die du einem anderen menschen mechanisch in den brauser machst, dann ist das etwa so „sozjal“ wie eine stinkende kackwurst auf dem teller mit dem mittagessen — zusammen mit der dreisten behauptung: ich war das nicht, der da wars.

Das beliebte propagandamedium heise onlein…

Das beliebte propagandamedium heise onlein behauptet in einer heutigen schlachtzeile: „NSA-Affäre: EU-Abgeordnete grillen US-Internetkonzerne„.

Nur am rande: diese überschrift ist wahrscheinlich der tatsache gedankt, dass der englisch-experte der heise-redakzjon gerade in urlaub ist. Dieses falsch übersetzte „to grill someone“ ist trefflicher mit „jemanden in die mangel nehmen“ übersetzt.

Was ist damit gemeint? Damit gemeint ist, dass dem fratzenbuch raum gegeben wird, in die welt zu lügen, dass seine nutzer niemals betrogen wurden. Und dass man meikrosoft ohne jeden belastbaren beleg für die getroffenen aussagen die „sicherheit“ seiner softwäjhr darlegen lässt, ganz so, als wäre in skeip niemals eine werksseitige abhörschnittstelle enthalten gewesen. Und dass man mit läden wie guhgell redet, die bei ihrem striehtwjuh-fotografieren „versehentlich“ alles aufzeichnende (und selbstverständlich illegale) WLAN-sniffer durch ganz europa gekarrt haben, so richtig nach dem firmenmotto „don’t be evil“, vor allem nicht gegenüber dem totalitären geheimdienststaat USA — statt solche läden und ihre bezahlten gehilfen genau so wie jede andere organisierte kriminalität zu verfolgen und zu bestrafen. Und alles mit großem, offen geäußerten verständnis für die schergen der NSA. Kommt, ihr da in der karl-wiechert-allee, ich verstehe ja, dass der njuhsbetrieb griffige schlachtzeilen erfordert, damit das klickvieh zur reklame kommt, aber deshalb muss ja nicht gleich das gegenteil der wirklichkeit texten. „Grillen“ sähe anders aus. Zum beispiel durch vorladen der europäischen geschäftsführer, einem deutlichen hinweis, dass das jeweilige landesrecht der niederlassung gilt und strikter, schon bei der belehrung angekündigter bestrafung von falschaussagen. Stattdessen kann eine frontfresse vom fratzenbuch einen derartigen empörenden bullschitt von sich geben:

Die ständigen, oft falschen oder irreführenden Berichte über das Treiben der Geheimdienste seien „schmerzhaft für unsere Industrie“

Tja, wenn der so genau weiß, welche berichte da falsch und irreführend sind, der saubere herr Allan, warum stellt er sie nicht einfach mit seinem sicherlich gut belegbaren wissen richtig?! (Wo immer er das wissen über das von geheimausschüssen „kontrollierte“ und von geheimgerichten angeordnete vorgehen der US-geheimdienste auch herhaben will.) Ich wäre sehr gespannt darauf, und vermutlich nicht nur ich. Ach, kann er nicht? Na, das muss wohl daran liegen, dass er gerade „gegrillt“ wird… :mrgreen:

In wirklichkeit lassen US-überwachungskonzerne in kollaboration mit US-weltüberwachungsdiensten irgendwelche abgeordneten glauben, sie würden lecker grillen. Aufgegessen wird hinterher das grundrecht auf informazjonelle selbstbestimmung und auf den schutz vor willkürlichen polizeimaßnahmen. Ja, mein und dein grundrecht. Heise liefert mit seiner schlagzeile das lügengewürz dazu. Guten appetit.