Datenschleuder des tages

Datenschleuder des tages ist die dänische polizei, bei der mal eben vor einem jahr eine datenbank mit fahndungen in der EU (also auch in deutschland) wegkopiert wurde. Herzallerliebst auch die beschwichtigung, dass die daten kohdiert seien, weil da ja ein zahlenkohd drin steht, also so etwas wie (nur ein beispiel) 219 für „mit haftbefehl gesucht“ oder 233 für „als politischer extremist bekannt“. Dieser kohd ist ja ganz sicher hochgeheim und für niemanden herauszubekommen, den kennen ja nur total vertrauenswürdige und trotz erbärmlich mieser besoldung unkorrumpierbare polizisten… :mrgreen:

Immer wieder erstaunlich, für wie blöd die schergen der herrschenden die untertanen halten. Genau wie in der aussage zur nachfolger dieser datenbank, in der angeblich nicht nach jedem merkmal durchsucht werden kann. Da sagt jemand, der uns glauben machen will, eine bildschirmmaske sei die datenbank und eine beliebige abfrage auf irgendwann einmal irgendwie entwendete daten sei unmöglich. Um das zu glauben, muss man schon sehr ahnungslos sein. Wenn das ding eine SQL-datenbank ist, könnte sich sogar ein ziemlich unbeleckter mensch mit durchschnittlicher anwendererfahrung nach einrichtung einer ODBC-kwelle eine beliebige abfrage in „access“ zusammenklicken. Und wenns keine SQL-datenbank ist: erzähle mir niemand, dass man daten nicht konvertieren kann! Meine fresse, wie diese leute die anderen menschen verachten! Man sollte diesem pack für so einen intelligenzverachtenden blah einen ansatzlosen, graden fauststoß in das vor lüge stinkende fressbrett geben!

Und dann dieser aufklärungswille! Irgendwann 2012 wurde der kräck durchgeführt, am 6. märz 2013 wurden andere polizeien über den kräck aufgeklärt und erst jetzt im dezember — vermutlich, nachdem jemand mit einem rest von verantwortungsgefühl sich mal an die jornallje gewandt hat und die sache nicht mehr verschleiert werden konnte — erfahren die betroffenen, nämlich alle menschen in der europäischen union und in den schengen-staaten, mal etwas davon. Ja, jeder kann im prinzip in so einer datenbank aufscheinen. Da stehen nämlich auch leute drin, von denen eine beteiligte polizei meint, dass sie überwacht oder kontroliiert werden müssten, weil es gründe gibt, anzunehmen, dass sie in zukunft straftaten begehen (artikel 99 schengener durchführungsübereinkommen, ich finde den text gerade nicht mehr beim auswärtigen amt).

Wer noch ein argument gegen das „argument“ braucht, dass die daten beim staat ja in sicheren händen seien, winke winke, da ist es. Jede derartige zentrale datensammlung hat nicht nur ein riesiges polizeistaatliches missbrauchspotenzjal, sondern sie weckt begehrlichkeiten diverser gestalten und führt zu angriffen, die eben auch einmal erfolgreich sein können. Kompjutersicherheit ist kein zustand, sondern ein prozess, der in der auseinandersetzung mit einem unsichtbaren, großen und sehr kreativen gegenüber entsteht, und dieser prozess beinhaltet auch das versagen von getroffenen maßnahmen (nebst anschließender analyse und zukünftiger verhinderung dieser angriffsklasse). Der einzige wirklich wirksame datenschutz ist datensparsamkeit. Alles andere ist schlangenöl und hokuspokus. Wer dem staat mit seinen datensammlungen vertraut, weil er staat ist, der glaubt auch an den weihnachtsmann!

2 Antworten zu “Datenschleuder des tages

  1. Nettes Resümee, aber lass den Weihnachtsmann da raus, der ist ja bekanntlicherweise sowieso der Größte Spion, den es je gegeben hat.

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