Fratzenbuch des tages

Der US-Geheimdienst NSA hat laut einem Medienbericht gezielte Cyberangriffe unter der Flagge des Online-Netzwerks Facebook durchgeführt. Damit habe die NSA Spionagesoftware auf die Computer von Zielpersonen geschleust, schrieb die Website „The Intercept“, die von dem Snowden-Vertrauten Glenn Greenwald ins Leben gerufen wurde

Aber kein grund zur beruhigung, holt euch schön weiter die US-schadsoftwäjhr für jeden kompjuter einfach und bekwem beim fratzenbuch ab, denn…

Ein Sprecher von Facebook sagte „The Intercept“, das Online-Netzwerk habe keine Beweise für solche Aktivitäten

…das fratzenbuch weiß ja von nix. Was wunder, wenn sich die gestapo der USA irgendwo auf der leitung einklinkt und mit einem schnell gebauten zertifikat von einer regierungsnahen CA fratzenbuch-mittelsmann spielt!

Auch weiterhin viel spaß dabei, eure ganze kommunikazjon über eine handvoll webseits von unternehmen ohne seriöses geschäftsmodell zu zentralisieren. Natürlich gilt das gleiche auch für guhgell. Und für jahhuh. Und für meikrosofts zwangs-„cloud“ für jeden windows-8-nutzer.

Hab ich eigentlich schon einmal gesagt, dass TLS fürn arsch ist? Tatsächlich ist es so, dass ein selbst ausgestelltes und selbst signiertes zertifikat für eine webseit — wo jeder brauser extrarote alarmfenster aufmacht — als explizit gestattete ausnahme wesentlich sicherer ist als die liste von CAs, die den brauserherstellern geld dafür bezahlen, dass sie als „vertrauenswürdig“ gelistet werden.

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Wie doch alles wiederkommt…

Ich finde es ja immer wieder faszinierend, wie doch alles wiederkommt. Damals, als ich mit der kompjuterei angefangen habe, da gabs helle (meist grüne, manchmal auch bernsteinfarbene) schrift auf dunklem grund, und das blieb auch noch eine zeitlang so, als farbmonitore erschwinglich wurden. Und dann kamen die grafischen oberflächen. Irgendein dieseiner hat sich damals gesagt: Lasst uns das farbschema umkehren, es ist ja auch viel schöner, schwarz auf weiß zu lesen! Und das haben sie dann alle gemacht. (Sogar amigaos ist mit 2.0 mitgezogen.) Noch mal zwei jahre später haben sie sich gesagt: Wir haben verschiedene graustufen, lasst uns damit die steuerelemente so auf den bildschirm zeichnen, dass sie dreidimensjonal aussehen, und alle machten es so.

Tja, und dann kamen die händis. Da war anfangs, als die auflösungen noch substandard waren, nicht so viel raum für 3D-darstellungen (was windohs CE nicht von solchen versuchen abgehalten hat), und generell wurde beim desein der benutzerschnittstelle viel wert auf klarheit und einfache formen gelegt, und es gab dort auch immer häufiger das alte farbschema: helle schrift auf dunklem hintergrund. Warum auch immer. Mode eben.

Und jetzt kann man endlich auch die beliebte IDE „eclipse“ in diesem nunwiedermodernen farbschema haben. Weil das ist jetzt modern. Oder, ums mit heise zu sagen, „moderner anmutend“. Darunter wird vermutlich auch verstanden, dass es hübsch hellgrau-auf-dunkelgrau-kontrastarm aussieht, als würde im desein die funkzjon einfach hintan gestellt, hauptsache moderntümelnder effekt. Und heise onlein meldet so eine nichtigkeit, als sei es eine völlig neue errungenschaft, dass anwendungen „themeable“ sind. Das haben wir ja alle noch nie gesehen, das muss diese revoluzjon sein, die schon so lange in der luft liegt!!!1!

Mein winamp-klon in den späten neunzigern sah übrigens wie eine startrek-konsole aus. 😀 XMMS konnte winamp-skins…

Jornalismus als heißluftgebläse. Aber auch das ist zwar „modern anmutend“, wenn ich an die ticker vom Hoeneß-prozess denke, die vor allem nichtwissen gemeldet haben, aber es ist eben auch nix neues. Ganz im gegenteil.

Ach so, eines noch, liebe „eclipse“-frickler: Ich kenne durchaus leute, die „eclipse“ für ihre C++-projekte benutzen. Gibt ja auch nix, was dagegen spricht, außer vielleicht eure gedankenlosigkeit. (Und natürlich C++, eine programmiersprache, die mich mal begeistert hat, bis sie langsam entartete.) Ist ja bekwem, eine richtige IDE zu haben, und bei größeren „refactoring“-sitzungen auch eine erleichterung. Und die versjonsverwaltung ist gleich integriert. Und man kann einfach auf „run“ klicken, und das projekt wird neu gebaut und gestartet, sogar mit debugger, in dem man haltepunkte setzen kann, aber so richtig klicki klicki. Wenn ihr jetzt nur noch eine kleinigkeit implementieren könntet, wäre „eclipse“ wirklich verdammt gut für diesen zweck geeignet: könnt ihr bitte mal dafür sorgen, dass vorm kompilieren alle geänderten kwelltexte gespeichert werden! (Gern mit sicherheitsabfrage davor.) Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was ich schon für unfriedliche wörter aus dem mund friedlicher menschen gehört habe, die erst im debugger feststellten, dass da ein ganz anderer kwelltext kompiliert wurde als der, den sie vor sich sahen. Leute, das kriegt sogar mein aufgeplusterter, zickiger emacs besser hin, der stellt nämlich eine frage und speichert die geänderten buffer, wenn ich M-X compile sage. Das kann ja auch nicht so schwierig sein…

Ach ja, eines noch: mein oller, moppeliger und zickiger „emacs“ stellt übrigens auch beim editieren mehr als fünfzehn zeilen kohd auf einem bildschirm des jahres 2014 dar, es ist also wirklich nicht so, dass es für GUI-zauberer gar nix mehr zu tun gäbe, wenn sie ihre aufgabe darin sähen, die technik für den anwender aufzuschließen und verfügbar zu machen… :mrgreen:

Uli Hoeneß

Uli Hoeneß ist ja — wenn er von den verbrechensverherrlichungsmedien verherrlicht wird — ein irre sozjaler mensch, der auf ein großes sozjales lebenswerk zurückblickt. Zum beispiel auf eine voll sozjale bratwurstfabrik mit branchenüblichen hungerlöhnen. Und nein, dafür ist selbstverständlich niemals von den herren Hoeneß verantwortlich, sondern die ganzen leute, die immer möglichst billig kaufen wollen. (Zum beispiel, weil sie sich wegen ihrer hungerlöhne teuer nicht so leisten können.)

Also los: freisprechen und unmittelbar zur heiligsprechung beim papst vorschlagen!

Petizjon des tages

Es ist ja wirklich schlimm:

Können Sie sich eine OP bei vollem Bewusstsein, ohne Betäubung vorstellen? Ein Albtraum? Aber grausame Realität für Millionen von Schlachttieren in Deutschland und in ganz Europa! Lt. EU-Kommission (Mai 2011) erleben in bestimmten EU-Staaten bis zu 75 % der Tiere bei vollem Bewusstsein ein extrem qualvolles Ende: Entweder werden sie aus bestimmten Gründen vor der Schlachtung überhaupt nicht betäubt, oder die Betäubung ist unzureichend (wirkt weder lang noch stark genug). Sie werden dann — oft maschinell — amputiert, aufgeschnitten, verbrüht, in Teile zerlegt oder verbluten – meist kopfüber an Haken hängend – qualvoll lang, nicht selten in unerträglichem Schmerz zuckend, laut stöhnend oder aufbrüllend. Die Hauptgründe sind neben einer grundsätzlichen Hintanstellung des Tierschutz-Prinzips Akkordarbeit, Kostenersparnis, Gewinnmaximierung bis hin zu hemmungsloser Profitgier, aber auch erhebliche Mängel bei den Betäubungsgeräten. Diese unerträglichen Zustände stellen einen schwerwiegenden Verstoß gegen die deutsche Tierschutz-Schlachtverordnung wie gegen europäische Tierschutzgesetze dar und stellen die Glaubwürdigkeit der gesamten EU-Tierschutzpolitik in Frage.

Und die gewohnt und petitionsgerecht bückgeistigen petanten haben auch eine richtig tolle idee, wie man den viechern einen würdevollen tod zurückgeben kann — achtung, das ist (vermutlich) keine satire:

Zur Durchsetzung der geltenden Tierschutz- und Arbeitsschutzgesetze ist eine durchgängige Kontrolle sowie Dokumentation mittels Videoüberwachung unabdingbar

Vergesst nicht auch noch den bundestrojaner und die vorratsdatenspeicherung! Wenns um mitwesen tier geht, sind den meisten menschen die menschenrechte noch scheißegaler als eh schon.

Lyrik des tages

Ich beschränke mich in meinem* zitat mal auf die fußnoten dieser stellungnahme zur intervention vom 10. 02. 2013 und anderen vorkommnissen. Wex danach noch weiterlesen möchte — und das ist ja hoffent_sicher_lich jedx, denn es lohnt — klicke auf den link!

1) Wir* haben uns* für die x-Form entschieden, um Alle anzusprechen, ohne Positionierungen auszuschließen. Das x steht für die Durchkreuzung gegenderter Personenvorstellungen.

2) Wir* schreiben unser* Personal- und unsere* Possessivpronomen mit einem Sternchen, weil wir* zum Ausdruck bringen möchten, dass wir* unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Meinungen sind, als Gruppe jedoch immer konsensuell entscheiden.

Ich* (1) bin mir* gewiss, dass eure* dar_leg_sitz_stand_ungens von allex menschxn gern gelesen werden und ein sprudelnd kwell er_weck_wachenden bewusst_scheins wird. Ach ja: plonk, um mal ein anderes kunst_wort der neuzeit in den mund zu nehmen…

Fußnoten

(1) Ich* schreibe meine* personal- und meine* possessivpronomen vorsichtshalber auch mit einem asterisk, weil ich* zum aus_druck_quetsch bringen will, dass eine nicht mehr sprech_klang_lautbare sprache irgendwelcher wort_er_greifenden gender-eliten den menschxn die letzte möglichkeit nehmen, für sich selbst zu sprechen. Das ist zwar keine logische anmerkung von mir*, aber diesx logik ist ja eh so ein aus_raus_fluss des klassistischen_ableistischen_migratistischen_rassistischen_genderistischen denkens und deshalb unan_gemessen.

Schauspielern als einzige kwalifikazjon, maske erforderlich…

Was bei einer präsentation gesagt wird, um anderen leuten das geld aus der tasche zu leiern, ist ziemlich egal, solange nur ein attraktiver, überzeugung ausstrahlender mann dazu auftritt. Ein gar nicht überraschendes stück forschung, das mir ganz nebenbei wieder einmal klar macht, warum diese gestalten in unserer psycho-gesellschaft nach oben zum gelde zur macht getragen werden, die eben nach oben getragen werden. Alles eine einzige inszenierung; sogar die sozjalheinis reden immer von „rollen“ und „rollenerwartungen“ und machen damit klar, dass nichts und niemand mehr echt zu sein hat.

Nazi des tages

Nazi des tages ist Udo Vetter. Weil, müsst ihr wissen, der war als anwalt auch schon für nazis tätig, also ist er ein „nazianwalt“. Schade, dass er nicht einfach serjenbrief-abmahnungen versendet hat, das wäre vermutlich aus der sicht des so argumentierenden piraten nicht ganz so schrecklich gewesen. Und wie ich gerade gelesen habe, soll Christopher Lauer nun der letzte seriöse pirat sein — da möchte ich die ganzen unseriösen aber nicht mehr kennenlernen…

Könnt ihr euch mal entberlinen oder sterben gehen, piraten?!

Datenschleuder des tages

Datenschleuder des tages ist das „statistik-portal“ statista, das offenbar eine zurzeit noch unbekannte menge seiner kundendaten „veröffentlicht“ hat. Da es noch keine weiteren informazjonen gibt, zitiere ich hier nur die mäjhl, die zurzeit einige nutzer erhalten:

Liebe Statista-Nutzer,

trotz umfassender Sicherheitsvorkehrungen müssen wir davon ausgehen, dass Unbekannte sich zeitweise rechtswidrig Zugriff auf unsere Nutzerdatenbank verschafft haben. Die Sicherheitslücke haben wir inzwischen geschlossen.

Allerdings können wir nicht ausschließen, dass dabei auch Nutzerdaten von Ihnen ausgelesen wurden. Hierzu zählen:

  1. E-Mail-Adresse / Login
  2. Passwort (verschleiert)

Wir haben aufgrund dieses Vorfalls den Accountzugriff für das bestehende Passwort gesperrt. Bitte lassen Sie sich über die Webseite ein neues Passwort an Ihre hinterlegte E-Mail-Adresse zusenden: …

Hinweise des BSI für ein sicheres Passwort finden Sie hier: …

Das Passwort wurde verschleiert von uns abgelegt. Eine Entschlüsselung ist aber technisch nicht auszuschließen. Daher empfehlen wir: Sollten Sie Ihr bisheriges Passwort auch für andere Webdienste (insbesondere für Ihren E-Mail-Account) nutzen, ändern Sie es vorsichtshalber auch dort.

Diesen Vorfall, bei dem wir uns in der Pflicht sahen, sie umgehend zu informieren, bedauern wir sehr. Für die Ihnen entstehenden Unannehmlichkeiten bitten wir Sie um Entschuldigung.

Sollten Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich gern per E-Mail an kundendienst (at) statista (punkt) com.

Mit freundlichen Grüßen

Tim Kröger
Dr. Friedrich Schwandt

So so, ein häsch ist also die neue verschleierung. Was hier wirklich verschleiert wird, ist die antwort auf die frage, ob der häsch gesalzen war oder ob die wörterbuchattacke auf das passwort wegen der leider allzuüblichen kryptografischen spezjalkompetenz irgendwelcher web-anbieter ein kinderspiel ist. (Nein, dafür gibt es keine entschuldigung! Es gibt bibliotekskohd, dessen dokumentazjon gelesen werden müsste, um ihn dann einfach zu verwenden. Wer den arbeitsaufwand einer leidlich sicheren speicherung von passwörtern einspart, belegt damit seine inkompetenz und seine völlige scheißegalhaltung gegenüber den nutzern seiner webseit.)

Ich bin mir sicher, dass die erbeuteten mäjhladressen noch heute mit tonnenweise spämm geflutet werden, und wenn dazu echte namen abgelegt wurden, gehen die kriminellen versuche bis hin zum personalisierten phishing. Wohl dem, der für jede registrierung bei einem internetz-dienst eine andere mäjhladresse verwendet!