Diktatur des tages

Die britischen Behörden haben der Tageszeitung The Guardian wegen der Snowden-Enthüllungen mit der Schließung gedroht […] Ein hochrangiger Regierungsbeamter habe Chefredakteur Alan Rusbridger gesagt, „der Premierminister, sein Stellvertreter, der Außenminister, der Innenminister und der Generalstaatsanwalt haben ein Problem mit euch“

Hej, eure berichterstattung erregt das missfallen der regierung, wir werden euch einfach unter irgendeinem vorwand dichtmachen. Tolle staaten, die da so mitglieder der „westlichen wertegemeinschaft“ sind.

Endlich haben wir in der EU wieder zensur!

Nach dem heutigen urteil des europäischen gerichtshofes ist es endlich in der EU möglich, webseits zu sperren. Alles, was dafür vorliegen muss, ist eine verletzung von urheberrechten. Das „geistige eigentum“, das immer mehr und für „normal denkende“ menschen immer undurchschaubarer ausgeweitet wird (bis dahin, dass die „rechte der kreativen“ sogar noch siebzig jahre nach dem tod der kreativen geschützt werden), kann endlich zum nützlichen zensurhebel unfunkzjoniert werden. Übrigens: die piratenbucht wird wohl bald mit diesem vorwand in der EU gesperrt sein, ohne dass es jemanden stört — und dabei handelt es sich „nur“ um eine den inhalten gegenüber neutrale — also klar ausgedrückt: um eine unzensierte — suchmaschine.

Ich bitte einen juratroll von geistigem eigentümer darum, so schnell wie möglich eine sperrung vom fratzenbuch zu beantragen, weil dort seine werke nicht-lizenziert verbreitet werden. Das kann doch nicht so schwierig sein… :mrgreen:

Zwitscherchen des tages

„Endlich“ kann man auch im zwitscherchen bei einem foto angeben, welcher zwitscherchen-benutzer darauf sichtbar ist. Wäre ja auch echt scheiße, wenn man das geschäft mit einer von „schwarm-intelligenten“ (also individuell doofen) benutzern aufgebauten biometrie-datenbank dem fratzenbuch überlassen würde.

Wer das zwitscherchen nutzt und nicht will, dass irgendwelche hirnkrepeligen anderen nutzer jetzt fotos mit ihm drauf markieren, findet die einstellung zum abstellen unter einstellungen ▷ sicherheit und datenschutz ▷ privatsfäre und kann dort…

Bildschirmfoto der einstellmöglichkeit, stand vom 27. märz 2014

…in einem noch nicht auf deutsch übersetzten bereich seine teilhabe an dieser datengierigen beglückungsidee twitters abstellen. Warum das nicht übersetzt ist? Warum twitter einem zwar regelmäßig irgendwelche drecksmäjhls schickt, aber nicht auf diese kleine änderung hinweist? Ratet mal, leute! Der börsengang ist gemacht, das geschäft muss laufen, ihr seid klickviech. Schön weiterblöken, 140 zeichen nicht überschreiten!

Ach ja, und auf gar keinen fall vergessen, nach dem klick runterzuskrollen und zu speichern. Twitter macht zwar eine menge javascript, aber das heißt noch lange nicht, dass es eine sicherheitsabfrage gäbe, wenn man nach einer änderung der einstellungen schließt, ohne zu speichern. Warum das so ist, und warum standardmäßig die am weitesten in die informazjonelle selbstbestimmung reinragende einstellung angewählt wird? Ratet mal leute! Ach, ich wiederhole mich.

Auch weiterhin viel spaß mit dem blauen vogel.

Nachtrag: Heise-Meldung

Suchbegriff des tages

„geld verdoppeln in wenigen tagen“ — das geht ganz einfach und braucht nicht einmal tage, sondern nur ein paar minuten: Nimm dir einfach dein geld, geh zur näxten spielbank, setz ein beim rulett auf rot oder schwarz. Wenn du gewinnst, hast du es verdoppelt. Wenn du verlierst, hats nicht geklappt.

Internetzreklame des tages

Ich freue mich ja über jede meldung, die darauf hindeutet, dass das eh schon unseriöse geschäftsmodell „inhalte im internetz zu geld machen, indem man sie mit meist unerwünschter reklame vergällt“ an ein ende kommen könnte, und so auch über diese:

Der US-Werbebranchenverband Interactive Advertising Bureau schätzt, dass 36 Prozent des Datenverkehrs betrügerischen Ursprungs ist – das Ergebnis von Computern, die mit Viren übernommen und drauf programmiert wurden, gezielt einzelne Websites zu besuchen.

Sogenannter Bot-Datenverkehr hintergeht die Werbetreibenden, weil sie in der Regel für ihre Werbung danach zahlen, wie oft sie von den Nutzern der Seite gesehen wird. Doch es ist offen, ob sich hinter diesem Verkehr auf der Website immer ein echter Mensch verbirgt.

Einen unwiderstehlichen dadaistischen reiz hat es für mich übrigens, dass die hirnumgehende, verlogene, psychomanipulative und idjotische kommunikazjonsform der reklame im internetz inzwischen zu einem drittel von dafür programmierten kompjutern konsumiert wird. Da wäxt endlich mal zusammen, was zusammen gehört. :mrgreen: