Was hatten wir denn lange nicht?

Was hatten wir denn so richtig lange nicht mehr? Welches déjà vu konnten wir kaum erwarten?

Richtig: eine hirnpflug-kampagne der contentindustrie, dass man sicherheitssoftwäjhr im brauser abschalten soll! Diesmal mit toller frontfresse aus der glotze.

Was ich dazu zu sagen habe, das habe ich schon vor fast einem jahr gesagt, als die presse diese idjotennummer versucht hat. Da steht übrigens am ende auch ein hinweis, unter welchen umständen die abschaltung von adblockern erst eine akzeptable aufforderung sein kann, bevor das jemand für einen ellenlangen rant hält. Und wer zu faul ist, zu klicken und eine viertelstunde lang zu lesen, hier ein „kleines“ zitätchen:

Die über Ad-Server zum Einbetten in andere Sites ausgelieferte Werbung wurde in der Vergangenheit immer wieder einmal zum Schadsoftware-Transportmittel für die organisierte Kriminalität. Dies geschah keineswegs nur auf halbseidenen Websites, sondern auch auf renommierten Sites, denen die meisten Menschen großes Vertrauen entgegenbringen. […]

Ein Adblocker verhindert die Angriffsmöglichkeit über eingebettete Ads an der Wurzel. Dass er zudem den Genuss der Website verbessert und die Ladezeiten der Website reduziert, ist einer der seltenen Fälle, in denen erhöhte Sicherheit mit einem Zugewinn an Komfort und Geschwindigkeit einhergeht. Zu dieser Kombination kann niemand, der noch bei Troste ist, „nein“ sagen.

Was würden sie jemanden entgegnen, der sie dazu auffordert, ungeschützt in einem vor Kriminalität und Abzockernummern nur so wimmelnden Internet unterwegs zu sein? […] Was würden sie jemandem sagen, der sie im weinerlich-moralischem Tone dazu auffordert, dass sie doch bitte ihr Antivirusprogramm und ihre Personal Firewall deinstallieren sollen, damit sein Geschäft besser läuft? Würden sie jemanden, der ihnen diese Aufforderung gibt, nicht einen Vogel zeigen? Mindestens?

Das gilt natürlich auch, wenn diese aufforderung von einer contentindustriellen kunstfigur wie Stromberg, gut von einem schauspieler gespielt, kommt.

Eine Antwort zu “Was hatten wir denn lange nicht?

  1. Die Intension des Stromberg-Video ist ähnlich überzeugend wie dieser Wahlwerbespot (also Werbung für die Teilnahme an Wahlen). Klar behandele ich jeden Versicherungsvertreter wie jemanden von den Zeugen Jehovas und wird sofort gesteinigt :mrgreen:
    Ob die Macher auch noch auf den Trichter kommen, dass eine Witzfigur wie Stromberg ein Rohrkrepierer sein könnte? Den Machern des Wahlwerbespots ist dann wohl doch noch die Erkenntnis gekommen, das ihre gespielte Anti-Wahl-Haltung doch etwas zu überzeugend gewesen sein könnte.

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