Macht heise jetzt hirnlose psychologische studien?

Anders kann ich mir diese umfrage nicht erklären, bei der weitgehend sinnlose fragen zum tema „gewünschte eigenschaften eines ruht-sörvers, für den kein anwendungsfall spezifiziert ist und auch keiner angegeben werden kann“ gestellt werden¹, gekrönt von der letzten seite mit preisgabe persönlicher daten einschließlich einer mit klickebox zu erteilenden genehmigung, diese daten sogar noch in einer zeitschrift abdrucken zu dürfen. Da will doch hoffentlich nur einer rauskriegen, wie viele leute angesichts einer ziemlich sinnfreien umfrage dazu bereit sind, auf jeden datenschutz zu pfeifen, wenn man ihnen nur ein paar hochpreisige gewinnmöglichkeiten verspricht — ganz im trend der zeit, denn die p’litik im europawahlkampf fordert ja auch nur noch „chancen“.

Kommt, ihr da in der karl-wiechert-allee, das ding müffelt nach vergammelten fischen. So eine scheiße habt ihr nicht nötig!

¹Für IT-laien: so etwas ähnliches wäre eine umfrage der marke „was ist für dich das optimale auto“, ohne dass gefragt wird, wofür es optimal sein soll. Da leuchtet hoffentlich jedem ein, dass die familjenkutsche für fahrten zum arbeitsplatz, für einkäufe und gelegentliche ausflüge völlig andere anforderungen haben wird als das auto eines landwirts oder als das beruflich genutzte auto eines klempners oder als das auto eines abenteurers, der mal eben ein paar monate von seinen kameras begleitet kwer durch sibirjen fahren will. Eine ausführliche fragestellung der marke „optimales auto“, bei der jede menge technischer wünsche abgefragt werden, ist objektiv schwachsinnig und bringt bestenfalls erkenntnisgewinn darüber, wie viele teilnehmer schwachsinnige fragen beantworten. Bei einem sörver sieht das durchaus ähnlich aus, es ist ein unterschied, ob da zwei handvoll eher unkritischer webseits und ein paar hundert vorwiegend privat genutzter mäjhlkonten drauf liegen, ob da ein von zwanzigtausend leuten regelmäßig genutzter diaspora-pod drauf laufen soll oder ob es sich gar um eine geschäftskritische installazjon handelt, bei der jeder ausfall und jedes technische problem sofort verluste verursachen, so dass immer etwas „luft“ und ein zuverlässig einspringendes ersatzsystem vorhanden sein müssen. Jede dieser drei (von unendlich vielen denkbaren) nutzungsformen würde zu völlig anderen entscheidungen in allen abgefragten punkten führen, denn natürlich möchte niemand mit einem hirn im kopf mehr geld ausgeben, als es gerade so nötig ist. Geld wäxt nämlich für die meisten menschen, die richtig wirtschaften, nicht auf bäumen — nur die kreditinstitute können sich sozusagen selbst welches machen. Für noch kleinere anwendungsfälle als die hier beschriebenen würde jeder vernünftige mensch einen ausreichend dimensjonierten virtuellen sörver verwenden.

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