Lila Tretikov fragt…

Lila Tretikov, obermackerin der wikipedia, fragt: „wie kriegen wir es hin, dass die arbeit in der wikipedia jedem spaß macht?“

Der Schwerdtfegr (beta) antwortet: indem ihr die paar leute rauswerft, denen es nur spaß macht, jedem anderen menschen, der mitmachen will, möglichst viel von seiner beschränkten lebenszeit zu rauben — alle diese relevanznazis, löschos, PR- und propagandaaffen und -äffinnen, narzisstisch gestörten neurotiker und sonstigen wichtigtuer mit scheinbar unendlich viel zeit, bei denen es für eine professur mangels fähigkeit nicht gereicht hat und die in der wicked pedia eine tolle andere möglichkeit sehen, sich zum oberlehrer der welt aufzuspielen. Es wäre schon viel gewonnen, wenn dieser eher kleine, aber dafür umso nervigere anteil der autorenschaft wegen irrelevanz gelöscht werden könnte…

Anarchisten können viel an beispiel der wikipedia lernen, um zu wissen, was um jeden preis verhindert werden muss. Wenn eine gute idee einen nach außen austrahlenden erfolg hat, organisiert wird und strukturen hervorbringt, die einzelne menschen in herrschaftsposizjonen bringt — also in die möglichkeit der machtausübung wegen eines übertragenen amtes — zieht dies schließlich leute an, die mit den ursprünglichen zielen nicht viel zu tun haben, sondern in erster linje einen weg zu herrschaft und pfründen sehen. In der folge entstehen machtkämpfe, die dazu führen, dass sich schließlich jene fragwürdigen gestalten durchsetzen, die für etwas errungene herrschaft am meisten mittel aufwänden können, selbst wenn dabei das ganze projekt wegen zwei handvoll narzisstisch verhungerter vollidjoten schwer beschädigt wird oder gar kaputtgeht. Die einzige abwehr besteht im völligen verzicht auf herrschaftsstrukturen; die macht in einem solchen gebilde muss an die fähigkeit gebunden sein, etwas machen zu können — also an fähigkeit und kompetenz — und darf niemals in form eines amtes übertragen werden. Dann entstehen auch nicht solche löcherlichen stalinnachbauten wie diese Lila Tretikov, die aus der existenz der wikipedia kurzerhand ein neues menschenrecht der wikipedia-nutzung deklariert — ja, sie meint mit dem freien zugang zu wissen nur die wicked pedia, als ob es im ganzen weiten weltweb keine andere kwelle des wissens gäbe — und diesem deklarierten menschenrecht alles andere unterordnet, ja, sogar erfolgreich einfordert…

Unterdessen versucht die Wikimedia Foundation unter anderem mit dem Projekt Wikipedia Zero den kostenlosen Zugang in Entwicklungsländern zu fördern. Bereits heute haben Mobilfunk-Provider in 29 Ländern den Zugang zur Online-Enzyklopädie ohne Datenübertragungskosten freigeschaltet […] „Wir sehen den Zugang zu Informationen als grundlegendes Menschenrecht. Wenn die Netzneutralität uns daran hindert, Menschenrechte zu unterstützen, muss man das Konzept von Netzneutralität ändern.“

…dass die idee der netzneutralität eigens für die wicked pedia geopfert wird, scheißegal, welche absehbaren kollateralschäden dieser mit der wucht der wicked pedia durchgedrückte präzedenzfall schon in kurzer zeit verursachen wird, und zwar zum schaden des gesamten sonstigen internetzes.

Ich wünsche den ganzen wikipedanten da draußen auch weiterhin viel spaß bei der suche nach technischen lösungen für menschliche probleme!

3 Antworten zu “Lila Tretikov fragt…

  1. Hä. Kostenloser Zugang zur Wikipedia? Und nur zu dem?
    Na das freut bestimmt die Propaganda.

    „[…]Die Frage ist auch: Wie schaffen wir es, dass die Arbeit in Wikipedia jedem Spaß macht?“ […]“

    m(

    Solle sie mal die Christen und andere Wahnhafte fragen, die haben das schon gut hin bekommen. So gut, das es Menschen gibt, die sich unnütz fühlen, keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen und gar Gewissensbisse bekommen, wenn sie nicht malochen dürfen können. So einige Psychiater freut das sehr. Was könnte da besser helfen, als „gemeinnütziges“ schuften, der beste Lohn für das Über-Ich.

    Auf auf… Arbeit ist Spaß und Müßiggang ist ja nach Mittelalterlogik auch aller Laster Anfang.

    Soso. In der Wikipedia arbeiten? Wenn die dann alle auch in die Wikipedia einziehen, dann wird auch der andere Wohnraum wieder erschwinglich 😀

  2. „[…]untersuchen Wissenschaftler mehrerer britischer Universitäten die Funktionsweise von solchen „sozialen Maschinen“ wie Wikipedia, Twitter oder auch 4chan, um zu analysieren, wie solche Projekte wachsen und was die Mitglieder motiviert. Von den Ergebnissen dieser Forschungen könnte auch Wikipedia profitieren.[…]“

    Komisch dass ich dabei an Pädagogen und Konditionierung denken muss. Gebt ihnen doch einfach was zu essen, was zum ficken, was zum kiffen und vielleicht noch ein smartes Gadget. 😀

  3. Pingback: Wikimedia Foundation! | Lumières dans la nuit

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