Was hatten wir denn lange nicht?

Was hatten wir denn schon wieder so richtig lange nicht mehr? Richtig, der tropfen chinesische wasserfolter… ähm nein… das seit fünfzehn jahren regelmäßig angestimmte propaganda-genöle der wirtschaftsverbände über den angeblichen „fachkräftemangel“, das fehlte uns jetzt mindestens seit zwei monaten. Und die unternehmen sind nach so vielen jahren immer noch nicht auf die idee gekommen, sich ihre fachkräfte einfach auszubilden… 😀

Hey, ihr hattet doch erst 2006 euer „jahr der informatik“… oder vielleicht doch lieber mal ein aktuelles zitätchen aus dem heise-forum:

Jahrelange Ausbildung finanzieren müssen, total verfügbar sein müssen, immer auf dem Stand aktuellster Techniken halten müssen, sich im mittleren Lebensalter als zu alt anmachen lassen müssen – dafür sind weitaus die meisten Stellen lächerlich schlecht bezahlt

Oder vielleicht dieses kleine beispiel:

Und das für einen Linuxadmin mit >10 Jahren Praxis

Ach, keine lust weiterzusuchen… 😦

Die intelligenz- und menschenverachtenden arschlöcher von der BITKOM werden erst mit ihrer hirnentkernten idjotenpropaganda aufhören, wenn sie massenhaft irgendwelche willigen, völlig entrechteten leute einstellen können, die eine sieben-tage-woche bei vollem lohnverzicht machen.

3 Antworten zu “Was hatten wir denn lange nicht?

  1. Vor allen Dingen die Prozentzahlen sind sehr aussagekräftig. „Als Einsatzbereich sehen sie das Cloud Computing (53 Prozent der Stellen), Big Data (44 Prozent) sowie für Social-Media-Auftritte (34 Prozent).“
    Also werden Allrounder gesucht die alles können.

    • Nein, es werden eben keine „Allrounder“ gesucht, die „alles können“. Informatik ist ein Teilbereich der praktischen Mathematik, mit einigen Überschneidungen in die Elektrotechnik/Elektronik. Hier werden unqualifizierte Arbeitssklaven gesucht, denen man ein paar Buzzwords beibringen kann, um sie anschließend auf Bildschirme glotzen lassen zu können.

      Die wirklichen Informatiker-Aufgaben erledigen dann im Hintergrund ein paar echte Fachkräfte. Die sind aber nur zum Teil studierte Informatiker, meistens sind es Physiker oder „echte“ Mathematiker. Diese Stellen sind also ziemlich hart umkämpft.

      BITKOM und andere Verbände haben es lediglich gelernt, die Tatsache geschickt auszunutzen, dass der gewöhnliche Mensch auf der Straße glaubt, Informatiker seien studierte Programmierer, die einem sagen können, warum Windows so lange zum starten braucht. Auf diese Weise lässt sich nach außen „Fachkräftemangel“ beklagen, nach innen lassen sich damit aber vor allem die Geählter ins bodenlose drücken.

      Einstiegsgehälter für Informatiker (verlangter Bildungsabschluss Diplom oder Master, Uni oder FH) liegen teilweise bei 1.800 EUR BRUTTO! Gehaltssteigerungen kaum vorhanden, Überstunden bezahlt oder -ausgleich extrem selten anzutreffen. Davon lässt sich keine Familie ernähren. Jeder Handwerker bekommt mit Meisterbrief mehr.

      • Danke für die Info. Das Verhalten von Bitkom scheint im Trend zu liegen. Fachkräftemangel ist allgemein das Mittel um Löhne zu drücken. Mit Ausnahme der Altepflege, da sind die schon so tief, das man es schon fast Hobby nennen sollte.

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