Kompjutersabotahsche des tages

Microsoft, die sympatischste softwäjhr-klitsche aller zeiten, sperrt mal eben 50.000 lizenzierungsschlüssel und gibt dazu eine hirnerweichende presseerklärung raus, die hier auszugsweise gewürdigt sein soll¹:

Die 25-stelligen Zeichenketten für die Aktivierung von Windows oder Office wurden als angebliche Lizenzen verkauft. In Wirklichkeit gehören die Product Keys jedoch meist zu zeitlich befristeten Lizenzen für Testversionen oder zu OEM-Lizenzen und wurden illegal vertrieben

Merke: eine von meikrosoft erstellter lizenzschlüssel für meikrosoft windohs, der bei der so genannten „aktivierung“ verwendet werden konnte, ist eine „angebliche lizenz“.

Hej, meikrosoft! Habt ihr etwa probleme damit, dass eure zur linuxbekämpfung kostenlos bis extrabillig an diverse firmen, universitäten und organisazjonen lizenzierten windohs-versjonen und büropakete auf einmal den weg auf einen markt finden, auf den ihr lieber eure mondpreise diktieren wollt? Dann schreibt das doch auch so, damits eure zahlenden kunden — ja, auch wer etwas billig gekauft hat, ist ein zahlender kunde — auch genau so verstehen, wie es ist. Ach nee, ihr macht lieber FUD

Nutzer gehen bei der Verwendung falscher Product Keys erhebliche Risiken ein

Merke: Ein von meikrosoft stammender „product key“ ist ein falscher „product key“! Außer natürlich, es ist der andere von meikrosoft stammende „product key“. Woran man die unterscheidet? Daran, ob der unter meikrosoft windohs laufende rechner nach der sperre noch sicherheitsaktualisierungen bekommt oder überhaupt noch funkzjoniert. Das von meikrosoft an die wand gemalte „risiko“ geht also von meikrosoft aus, und es geht nur von meikrosoft aus. Kompjutersabotahsche ist in der BRD übrigens strafbar…

Microsoft geht seit Jahren konsequent gegen den Verkauf gefälschter Software vor

Ein guter kandidat für die dümmste formulierung des jahres (obwohl ich weiterhin hart daran arbeite, diese dummheit in einem meiner schnell rausgerotzten rants noch zu überbieten). Was falschgeld ist, weiß ich. Es wurde nicht von der EZB rausgegeben, und ist deshalb kein gültiges zahlungsmittel; und damit da kein problem mit entsteht, denkt sich die EZB eine menge schwer fälschbarer sicherheitsmerkmale für ihre schwindelzettel aus. Falsche meikrosoft-softwäjhr hingegen wurde von meikrosoft herausgegeben und wird verfälscht durch einen lizenzierungsschlüssel, der ebenfalls von meikrosoft herausgegeben wurde. Ah… ja! :mrgreen:

Aber ich sehe schon: „nicht lizenzierte softwäjhr“ schafft viel zu viel klarheit.

Stark zugenommen hat dagegen eine neue Form der Software-Piraterie: Der Verkauf einzelner Product Keys als angebliche Lizenzen für Microsoft Windows und Microsoft Office

Was, die kann man kaufen? Menschen, die dieses neuland schon ein bisschen kennen, wissen genau, wo es große listen zum freien und kostenlosen daunlohd gibt…

Nicht, dass ich das gutheiße, aber es ist so. Und jetzt gab es so viel FUD, das nicht-lizenzierte kopien einer softwäjhr gefährlich und illegal sind (was übrigens beides stimmt), dass ein richtiger markt für preiswerte lizenzen entstanden ist.

In Wirklichkeit gehören sie jedoch vielfach zu zeitlich befristeten Lizenzen für Testversionen oder für Softwareentwickler, zu Volumenlizenzen für Bildungseinrichtungen oder zu OEM-Lizenzen und werden illegal vertrieben – meist ohne Wissen der eigentlichen Lizenznehmer.

Nutzer gehen bei der Verwendung gefälschter Product Keys erhebliche Risiken ein. Manipulierte Lizenzen sind nicht für Microsoft-Updates berechtigt

Ach ja, ganz vergessen: schulen werden ja auch mit kostenlosem windohs und kostenlosem meikrosoft-büropaket geflutet, die jetzt offenbar auch andernorts gehandelt werden. Wenn ich jetzt nicht ich wäre, sondern einer dieser „technisch hochkompetenten“ oberstudienräte oder oberstudienrätinnen, die eine schule leiten und deshalb in diesem text etwas übereilt lesen würde, dass diese schulversjon gefährlich ist, weil sie keine fehlerbeseitigungen erhält, würde ich mir aber nochmal gedanken drüber machen, ob ich die wirklich will…

Ja, ich sehe, dass das da nicht wirklich steht, aber eine unmissverständliche formulierung klänge anders. Die gnadenlos schlechte formulierung von den „gefälschten product keys“ und „manipulierten lizenzen“ für von meikrosoft herausgegebene, unveränderte lizenzierungsschlüssel macht das missverständnis nur noch wahrscheinlicher. Habt ihr da nur stümper mit mangelhaftem ausdrucksvermögen in eurer PResseabteilung bei meikrosoft?!

Deshalb sind die Rechner und Daten der Anwender oftmals schon nach kurzer Zeit nicht mehr wirksam vor Angriffen geschützt

Das heißt übrigens auf deutsch: wir liefern ein fehlerhaftes produkt aus, das ständig nachgebessert werden muss, damit es nicht zu einer persönlichen und wirtschaftlichen gefahr für unsere kunden wird. *SCNR*

Es wurden aber auch schon manipulierte Windows-Versionen entdeckt, die selbst Schadsoftware enthalten

Meint ihr den _NSAKEY in eurem windohs? :mrgreen:

Ich habe sogar schon an den üblichen, hier nicht weiter verlinkten buchten des internetzes manipulierte windohs-versjonen entdeckt, die gleich den ganzen wust von aktualisierungen enthielten. Ihr könnt euch bei meikrosoft gar nicht vorstellen, wie groß die empfundene erleichterung ist, wenn aus einer mehrstündigen installazjons-orgie ein vorgang wird, der nur eine gute dreiviertelstunde lebenszeit in anspruch nimmt. Was meint ihr wohl, wie es bei euren kunden ankommt, wenn das illegal erworbene produkt nicht nur billiger (weil kostenlos), sondern sogar gefühlt besser ist? Kleiner tipp für langsammerker: ein argument für den legalen erwerb ist das nicht.

„Wir warnen Anwender vor auffallend günstigen Angeboten“, so Oliver Gronau

Meint ihr damit das kürzlich von euch selbst für fünfzehn euro auf den markt geschleuderte windohs acht als update für ältere versjonen? Nun, dieser warnung könnte ich mich anschließen, denn davor konnte man nur warnen. :mrgreen:

Und jetzt mein kurzer tipp — wohlgemerkt, als nichtjurist — an alle menschen, die ihr windohs in gutem glauben irgendwo bei einem halbwegs seriösen händler (also nicht gerade bei einem angebot in einer späm) gekauft haben und noch einen beleg über diesen kauf herumliegen haben, aber jetzt die angekündigten probleme mit ihrem windohs bekommen: gehen sie sofort zum näxsten amtsgericht und erwirken sie eine einstweilige verfügung gegen meikrosoft! Das ist einfach und geht sehr schnell. Behalten sie sich dabei ausdrücklich schadenersatzansprüche und eine strafanzeige wegen kompjutersabotahsche vor, denen ich eine durchaus gute schangse gebe, vor allem, wenn wirklich ein bezifferbarer schaden entstanden ist! Eventuell kommt wegen der drohung mit der übernahme des eigenen kompjuters durch kriminelle auch eine strafanzeige wegen nötigung in betracht, denn dieses von meikrosoft wie in den rechtsfreien raum geraunte, an eine schutzgelderpressung erinnernde „das sind ja schöne daten, die sie da haben und schöne kompjuternutzungen, wäre doch schade, wenn denen etwas zustößt, geben sie uns doch besser mindestens siebzig euro, um unbeschwert weitermachen zu können“ sehe ich sehr wohl als eine drohung mit einem empfindlichen übel an, und ich halte es durchaus für möglich, dass sich juristen dieser ansicht anschließen.

Eines sollten sie auf gar keinen fall tun: zulassen, dass meikrosoft seine selbstgeschaffenen probleme — durch ramschpreis-lizenzierungen für den damit geschaffenen wirtschaftlichen vorteil gegenüber anderen geeigneten produkten, die dann später auf einem für meikrosoft völlig unerwünschten markt auftauchen — auf ihrem rücken nach gutsherrenart austrägt. Das wäre nämlich dumm. Ob sie sich hinterher bei ihrem händler oder bei meikrosoft für diese unverschämtheit auszahlen lassen, ist eine entscheidung, die den gerichten überlassen bleibt. Im moment ist es meikrosoft, das mit presseerklärung angekündigt zur selbstjustiz durch kompjutersabotahsche übergeht, und das ist ziemlich sicher illegal.

Und nochmals wohlgemerkt, ich bin kein jurist. Dieser hinweis eines bloggers ersetzt also keine rechtsberatung. Sonst kommt noch irgendein anwalt auf die idee, dass ich sein „geschäftsmodell“ beschädigen würde… 😉

¹Falls der text bei meikrosoft mal verschwindeln sollte, hier gibts ein bildschirmfoto

Satire des tages

Überraschend realitätsnah ist diese satire geworden:

„Jeden Monat kostet uns der Bau des BER 35 bis 40 Millionen Euro und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Das ist auf die Dauer einfach nicht tragbar“, begründet der Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn seine überraschende Entscheidung. Mit dem Ende der Bauarbeiten allein spare man dagegen in den nächsten sieben Jahren über drei Milliarden Euro ein […] Dies sei genug Geld, um beispielsweise einen neuen Flughafen zu errichten

Das nimmt schon vorweg, was wir in wenigen jahren in der richtigen presse lesen „dürfen“.

Warum signed int für zähler eine miese wahl ist…

…demonstriert gerade guhgells juhtjuhbb anhand eines populären musikvideos. Wissen wir ja: 2³²-1 ist die grenze des universums, danach kommts einfach auf der anderen seite wieder raus. :mrgreen:

Das „little math magic“, von dem juhtjuhbb auf guhgell doppelplusgut blahfaselt, dürfte einfach im einfügen des schlüsselwortes unsigned und eventuell in einer anderen format-anweisung für die ausgabe der zahl bestanden haben, letzteres hoffentlich nicht an allzuvielen kohdstellen. Das ist heute, im zeitalter der unbändig heranrasenden idiocracy, schon echt voll die magische matematik. 😦