Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich hat rausgekriegt, dass die menschen in der BRD immer weniger vertrauen darin haben, von presse und glotze nicht hirngefickt zu werden. Aber immerhin, es gibt für die geld- und staatspropaganda noch einen kleinen lichtstreif am horizonte:

Knapp ein Drittel der Bevölkerung hat großes bis sehr großes Vertrauen in die Medien

Leider haben die anderen zwei drittel der bevölkerung internetz. 😀

Sonie des tages

Sonie, das ist ja diese klitsche, die sich als juratroll ausprobiert, um presseberichte über die datenschutzkompetenz zu verhindern. Warum wollen die wohl unterdrücken, dass das ein bisschen bekannter wird? Na, darum:

[…] es zeigt sich, wie erschreckend sorglos SPE-Manager mit vertraulichen Dokumenten umgingen. Wie sie Daten ungeschützt ließen, die den Kern ihres Geschäfts ausmachen. Sie verschickten unverschlüsselte E-Mails, speicherten Passwörter im Klartext, ließen Projektskizzen und ganze Filme ungesichert auf ihren Servern herumliegen. Das alles ist nun im Internet für jeden sichtbar

Kommt noch ein bisschen besser:

Offensichtlich hatte man bei Sony Pictures Entertainment nicht einmal begriffen, dass Passwörter einen Sinn haben. So gibt es in den Daten einen Ordner mit der Bezeichnung Password. Er enthält 139 Word-Dateien, Excel-Tabellen und PDFs, in denen Tausende Passwörter aus allen Abteilungen des Unternehmens gespeichert sind

Pleitegeier, hol dir dein fresschen! Sonie ist eh hassenswert genug!

SEO-spämmer des tages

Jetzt bittet mich ein Brillenversandhandel, einen Link zu entfernen in einem Blog bzw. in einem Aggregator, den ich garnicht verwalte

Dass die brillenverkaufsklitsche „mister spex“ bei ihrem marketing offenbar — unter dem vorbehalt, dass die dort zitierte mäjhl echt ist — auf guhgell-manipulazjon durch linkspäm an allen möglichen orten des internetzes gesetzt hat, dass also die PR-leute dort meinen, dass sie ein angebot haben, dass man ohne asozjale spämm nicht an den kunden bringen kann, halte ich für das genaue gegenteil einer kaufempfehlung.

Heise des tages: meikrosofts „innovazjonen“…

[…] die Taskleiste ist nun deutlich dunkler […]

Na, ihr da hinten in der karl-wiechert-allee, habt ihr mal wieder einfach unreflektiert eine PResseerklärung abgeschrieben, weils dafür halt so schönes geld gibt? Sind euch die leser, die ihr habt, inzwischen scheißegal? Oder habt ihr die auswurftaste für euer gehirn gefunden und gleich mal draufgedrückt?

Das ich es allen ernstes noch erleben darf, dass die farbe eines bedienelementes in einer kwalitätsjornalistischen meldung erwähnt wird… :mrgreen:

Wir erinnern uns:

Früher™, als kompjuter noch als geräte verstanden wurden, die dem menschen gehörten, der den kompjuter gekauft hat und als man folglich betrübssysteme auch noch als etwas verstanden hat, was dem besitzer des kompjuters so gut wie möglich bei den dingen dienen soll, die er mit dem kompjuter macht, konnte man das farbschema der oberfläche sehr weitgehend an seine eigenen bedürfnisse anpassen — und nach der installazjon bekam man eine halbwegs vernünfige vorgabe, die schon recht brauchbar war (mit der schönheit und dem geschmack hat man es bei meikrosoft aber oft nicht so gehabt).

Zum beispiel gabs bei windohs eins aus dem jahr 1984 folgenden farbschema-einsteller:

Bildschirmfoto der farbeinstellungen von windohs 1.01 aus dem jahr 1984

Der wurde später zwar noch ein bisschen verfeinert und um die praktische (und von mir für die schnelle umschaltung von hell auf dunkel oft genutzte) möglichkeit angereichert, verschiedene farbschemata abzuspeichern und somit schnell wieder benutzen zu können, und auch die farbauswahl hat sich ein bisschen verbessert…

Bildschirmfoto der farbeinstellungen von windohs 3.11 aus dem jahr 1993

…aber er blieb so bestehen. Ist ja auch praktisch für den anwender, wenn er sich seine arbeitsumgebung so einrichten kann, dass sie ihm so gut wie möglich dient. Dafür ist die technik schließlich auch da!

Selbst, als für windohs 95 und windohs NT 4.0 die gesamte benutzerschnittstelle umgekrempelt wurde, blieb diese einstellmöglichkeit bestehen und war jedem menschen einfach über die systemsteuerung zugänglich. Das entsprach auch dem standard anderer auf „benutzerfreundlichkeit“ im modernen sinn des wortes entworfener betrübssysteme wie etwa amiga OS (aus dem jahr 1984)…

Bildschirmfoto des einstellungsdialoges von amiga OS, workbench 1.0 aus dem jahr 1984

…die im laufe der zeit auch ein bisschen… ähm… hübscher wurden und schließlich anfang der neunziger jahre so aussahen:

Bildschirmfoto der farbeinstellungen von amiga OS, workbench 3.x aus dem jahr 1992

Kurz gesagt: so lange ich kompjuter mit grafischer benutzerschnittstelle benutze, und das mache ich schon ein paar jährchen, so lange bin ich es gewohnt, dass ich mir die farben so anpassen kann, wie ich will. (Das war damals unter unixoiden betriebssystemen mit meinem bevorzugten fenstermanager fvwm allerdings nicht so einfach klicki klicki, dafür musste ich eine konfigurazjonsdatei bearbeiten und gegebenenfalls noch für einzelne anwendungen ressource-dateien schreiben. Aber selbst dort ist es möglich, und ich habs gemacht. Es ist eben eben nur nicht „benutzerfreundlich“ im modernen sinn des wortes gewesen, und es hat anfänger ganz sicher abgeschreckt. Tatsächlich ist X-Windows die konfigurierbaste grafische oberfläche, die ich jemals erlebt habe. Der erfolg der darauf aufgesetzten desktops belegt, dass viele menschen diese konfigurierbarkeit überkomplex fanden — und auch ich muss einräumen, dass ich schon viel zu viele stunden meines lebens damit verbracht habe, mir die arbeitsumgebung so zu machen, wie ich sie haben wollte.)

Und jetzt erlebe ich es erstmals, dass der farbton eines bedienelementes zum bestandteil einer jornalistisch relevanten meldung in einer ernstzunehmenden fachzeitschrift wird. Zu einem bildschirmfoto, dass hellgraue schrift im startmenü zeigt, die kontrastarm auf dunklergrauem hintergrund steht.

Bwahahahaha!

Da will ich die anderen „innovazjonen“ meikrosofts aber gar nicht mehr kennenlernen. Ach, die sind auch eher enteignend und kompjuterbesitzerverachtend, also diese ganze „cloud“-kacke aus den feuchten träumen meikrosofts (und der befreundeten horch- und morddienste). Na, da wäxt ja zusammen, was zusammen gehört.

Ach übrigens: ich könnte mich immer noch beömmeln¹, wenn ich zu jedem dieser offensichtlich von meikrosoft eingekauften PR-berichte um irgendwelche „geleakten“ vorabversjonen von windohs zehn (von äppel lernen heißt siegen lernen, oder wie versteht meikrosoft jetzt seine PR?) unbedingt und als sofortiger, erster blickfang diese andere tolle GUI-innovazjon von windohs zehn als bildschirmfoto dargestellt wird: das startmenü. Die (zugegebenermaßen gute) idee ist ja erst zwanzig jahre alt. Aber was will man machen, wenn das vergleichbar „innovative“ funkzjonsmerkmal „apps können in eigenen fenstern ausgeführt werden“ jeden menschen mit mehr als einer halben stunde kompjutererfahrung nur noch zu minutenlangen lachkrämpfen zu einer im gesicht klebenden hand reizt. :mrgreen:

¹Prollniederdeutsch für: einpissen, umgangssprachlich für: vor lachen in die hose machen…

Geistiges eigentum des tages

Wisst ihr, was diese fiepser beim zwitscherchen sind? Ja, diese 140-zeichen kürzsttexte? Die sind… ähm… nach meinung einiger zwitscherchen-nutzer so richtig wertvolles geistiges eigentum, so mit schöpfungshöhe und so.

Und wer sich da was rausgreift, ist ein gedankendieb, und wer davon lebt, dass das mit dicker schwarzer zauberpampe auf zwischen pappdeckel geheftete blätter… ja, dieses altland-medium buch aus den vergangenen jahrhunderten… gestempelt wird, der ist ein… ähm… was für ein wort klingt denn jetzt mal so richtig bescheuert… ja, das ist es, das nehmen wir: „gedankenhehler.

Ich gratuliere diesen zwitscherchen-nutzern zu ihrem tollen wort. Die frage, ob sie nicht nur beim blauen vöglein sind, sondern womöglich selbst einen vogel haben, möchte ich hier aber lieber nicht beantworten, denn das würde bei solchen großen schöpfern gewiss schnell justizjabel.

Deshalb hier ein profitipp von mir: wenn ihr „geistiges eigentum“ haben wollt, dann behaltet es einfach schön in eurem kopfe, denn durch jede weitergabe werden ideen, gedanken, wortspiele, alltagsgedichte und witze ein stückchen mehr zu einem allgemeingut. Was in diesem prozess entsteht, ist übrigens kultur (und damit das gegenteil von dieser primitiven geldanbetung). Mal ganz davon abgesehen, dass es viel besser für den schmerz in meinem zwerchfell ist, wenn ich solche brüllernsten äußerungen ganz großer geistiger eigentümeligkeiten gar nicht erst lesen muss.

Fratzenbuch des tages

Das schöne und praktische am fratzenbuch: bei den leuten, die einen großen teil ihrer privaten kommunikazjon darüber erledigen, können die polizeien und geheimdienste sogar abhören, was man sich in der vergangenheit so mitgeteilt hat. Ja, sämtliche inhalte und alles, was das fratzenbuch in seinen datenbanken hat: anmeldezeiten, welche seiten wurden gelesen (mit fratzenbuch-knopf), vertipper und umformulierungen während der eingabe, alles über jahre hinweg angesammelt…

Wer das schön und praktisch findet? Na, polizeien und geheimdienste der vereinigten staaten eines teils von nordamerika natürlich, die ganz neue schnüffelmöglichkeiten bekommen. Nein, für die polizei nicht nur bei „terror und schweren verbrechen“, sondern bei verdacht auf sozjalbetrug. Abgesehen von polizeien und geheimdiensten wohl eher niemand…

Und wer glaubt, so durchgescheppert seien sie nur da drüben übern atlantik: nein, hier in der BRD versuchen willkürbehördenheinis zwar stümperhafter und ohne direkten kwellenzugriff genau das gleiche mit ihh-bäh.

Ich wünsche auch weiterhin viel spaß mit allen S/M-anbietern¹. Hier bitte freimachen, das gehirn haben sie ja schon am eingang abgegeben.

Wisst ja: S/M ist meine abk. für „social media“.