Meikrosofts neuer brauser…

Kennt ihr den schon:

Der Browser verfügt über eine neue Rendering-Engine, die Spartan fit fürs moderne Web macht […] Der Internet Explorer wird deshalb auch für Windows 10 verfügbar sein und auf dieselbe Dual-Engine zurückgreifen wie Spartan

Bwahahaha!

Demnächst bekommt der internetz-exploiter also noch einen weiteren „kompatibilitätsmodus“. Zur darstellung von webseits, die für das neue brauserdingens gemacht wurden — schließlich müssen die ganzen ollen IE-6-seiten mit meikrosoft-HTML und meikrosoft-CSS ja auch weiter funkzjonieren. (Meikrosoft-neusprech: „webseits, die für den internetz exploiter optimiert sind“.) Und deshalb wirds wohl auch noch ein ganzes weiteres jahrzehnt lang diese verrottete scheiße aus den brutalen anfangstagen des web geben, in denen meikrosoft durch das verschmutzen damaliger standards den brauserkrieg für sich entscheiden wollte.

(Und ich habe allen ernstes gehofft, meikrosoft würde seine sonderholzwege bei dieser gelegenheit mal verlassen. Hej leute, es gibt auch standardkonforme brauser, die sind nicht nur kostenlos, die sind außerdem Frei und besser. Benutzt die einfach! Und wer webseits für einen bestimmten brauser schreibt, der hat eh den schuss nicht gehört und deshalb mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit auch nichts beachtenswertes mitzuteilen — an die stelle der kommunikazjon tritt dann das diesein. Ab ins tönnchen mit so einer kacke!)

Verteidiger des „geistigen eigentums“ bei der arbeit

Vor dem Präsidenten des Oberlandesgerichts (OLG) Naumburg, Winfried Schubert, liegt am Freitag ein schwerer Gang. Seiner Dienstvorgesetzten, Sachsen-Anhalts Justizministerin Angela Kolb (SPD), soll er Rede und Antwort dazu stehen, was sich genau zwischen Oktober 2010 und März 2013 in seiner Behörde abgespielt hat. Dabei geht es um den Verdacht, dass Mitarbeiter in dieser Zeit mehr als 1.000 Raubkopien von Musik, Hörbüchern und Filmen angefertigt haben

Beim weiterlesen kommt man aus dem grinsen gar nicht mehr raus. Das waren jetzt nicht so leute, die sich mal für den privatgenuss ein album über bittorrent gesaugt haben, die haben richtig schön mit gerichtshardwäjhr datenträger mit cover und so weiter hergestellt, auch zum verkauf geeignet. Insgesamt 1.128 DVDs.

So richtig vollenden würde sich das noch, wenn sich dabei ausgerechnet die richter eingedeckt hätten, die mit schnell unterschriebenen und abgestempelten zetteln gegenüber der contentindustrie dafür sorgen, dass aus IP-adressen auch ladefähige anschriften werden. Was für eine tolle vorstellung! :mrgreen:

S/M des tages

Wir werden Tweet Übersetzung mit @Bing Übersetzer, so können Sie Tweets lesen einführen, in mehreren Sprachen

Seit den sechziger jahren versprechen mir die SF-autoren so etwas wie künstliche intelligenz, aber nicht einmal zum übersetzen einfacher aussagen zwischen relativ eng verwandten sprachen reicht es für die heutige rechenleistung. Was beim typischen akü-gestammel beim textstummeldienstleisters rauskommt, will ich da gar nicht erst zu gesicht bekommen. Was das für viele nutzer mit „gesperrten“, also nur für händisch akzeptierte „follower“ lesbaren nutzerkonten bedeutet: ab jetzt kann meikrosoft auch eure fiepser einsammeln, wenn einer von eueren „followern“ diese funkzjon aktiviert. Das ist eine tolle maßnahme zur verbesserung dieser privatsfäre. Na ja, hauptsache, die fons sind smart.

Geistiges eigentum des tages

Was wird eigentlich aus den sachen ohne besondere kwellenangabe, die sich irgendwelche drexjornalisten von irgendwo aus dem internetz mitnehmen und dann als eigenen jornalismus mit ihrem eigenen reingebastelten logo drin auf irgendwelchen (leistungsschutzrechtgeschützten) kwalitätsjornalistischen websites verbauen? Zum beispiel wird daraus so etwas wie dieses entzückende beispiel:

Ich fragte jeweils (unter meinem echten Namen) an, ob ich die Szenen, die Tobias Huch zeigen, von ihnen kaufen kann. Das sind Szenen, die nun mal von mir stammen und an denen sie keine Rechte haben können. Bei Spiegel Online sagte mir, dass ich das Material für einen vierstelligen Betrag kaufen kann

Wenn man das schon rauskopiert, dann kann man doch wenigstens noch geld dafür nehmen! Widerliche, intelligenz- und leserverachtende scheißpresse mal wieder. Möge das zeitalter des jornalismus bald schon zu ende sein, mögen die verleger in ihrem eigenen sud ersticken, mögen ihre zuarbeiter in den genuss jenes „hartz IV“ kommen, das sie aktiv (und nicht einmal gut bezahlt) herbeigeschrieben haben!

[via Fefe]

Nachtrag, 24. januar, 16:00 uhr:

Der, die oder das spiegel im kommentarbereich des blogs von Enno Lenze so (leider sind dort kommentare nicht direkt verlinkbar, einfach mit strg+f im brauser nach „Sven Christian“ suchen):

Sehr geehrter Herr Lenze,

wir möchten uns entschuldigen, dass wir Ihr Filmmaterial verwendet haben, ohne Sie zu fragen. Das sollte uns nicht passieren.
Wir waren fälschlicherweise davon ausgegangen, dass Tobias Huch selbst Rechteinhaber sei, da er das Video auf seiner fb-Seite veröffentlicht hat. Das fanden wir bemerkens- und berichtenswert.

Wir hätten das Material aber nicht verkauft – weder an Sie noch an andere. Einer meiner Kollegen Ihnen auf Anfrage die üblichen Konditionen genannt, wenn wir eigens erstelltes Material anderen TV-Sendern zur Verfügung stellen. Wenn Rechteerwerber Interesse zeigen, prüfen wir vor dem Verkauf genau, ob das verwendete Material nur aus Eigendrehs besteht, oder eben Fremdquellen enthält.

Noch eine Bemerkung zum Copyright:
Wenn, wie in diesem Fall, ein Beitrag Eigen- und Fremdmaterial enthält, nennen wir die Fremdmaterialquelle im Anspann. Das haben wir ihn dem Fall, weil die Quelle im Video insertiert wurde, nicht gemacht. Auch das war nicht korrekt.

Wir haben den Film offline gestellt. Zum weiteren Klärung haben wir uns schon per Mail an Sie gewandt.

Herzliche Grüße,

Sven Christian,
Leiter Bewebtbild [sic!] SPIEGEL ONLINE

Zu der lustig-listigen behauptung „wir hätten das materjal nicht verkauft“ siehe einfach, dass bei einer expliziten anfrage vorher über tausend øre lizenzkosten genannt wurden. Natürlich hätten die das geld genommen, es stinkt ja nicht und es ist leicht verdient! Was war noch mal dieses unwort? „Lügenpresse“? Passt ja immer wieder mal erstaunlich gut…

Ich sollte betrüger werden und das einfach so ähnlich machen. Den leuten irgendeinen betrug (schwindelzettel, förderrechte für mineralöl auf dem mond, sonstigen unfug) andrehen und geld dafür verlangen, aber so bald gegen mich ermittelt wird, sagen, ich hätte das geld ja gar nicht genommen, wenn mans mir gegeben hätte. Das ist doch total überzeugend, wenn auch ein bisschen intelligenzverachtend. So eine nummer versuchen die kwalitätsjornalisten vom spiegel hier. Ich bin ja ein friedlicher mensch, aber wenn so etwas einer versuchte, der mir direkt gegenübersäße, hätte der ziemlich unmittelbar (wg. affekttat) meine faust in seinem fressbrett.

Stirb, scheißpresse, stirb! Verrecke, jornalist, verrecke!