„Paid content“ des tages

Immerhin, könnte man sagen, hat Bild.de das Gesicht des Mädchens auf der Startseite unkenntlich gemacht. Dahinter stecken jedoch keine ethischen oder journalistischen oder persönlichkeitsrechtlichen Gründe — sondern wirtschaftliche. Es soll die Leser zum Abschluss eines „Bild-Plus“-Abos anregen. Hinter der Paywall ist die Unkenntlichmachung dann verschwunden. Nur wer zahlt, darf das Opfer in aller Ausführlichkeit beglotzen

*schwallkotz!*

Lizenzier doch das bild!

Ich persönlich halte es aber für herzlich absurd, wenn man fleißig Abmahnungen verschickt, aber es gleichzeitig extrem schwierig macht, eine legale Lizenz für etwas zu erhalten

Na ja, „extrem schwierig“ finde ich es nicht, eine mäjhl an einen urheber zu schreiben, ganz im gegenteil, es ist sehr viel erfreulicher als sich mit irgendwelchen monströsen agenturen wie der DPA auseinanderzusetzen, um gegen relativ hohe entgelte ein meist zeitlich beschränktes nutzungsrecht zu erwerben und es könnte sogar passieren (soll vorkommen), dass man ein kostenloses nutzungsrecht eingeräumt bekommt, wenn man den urheber von seiner sache überzeugen kann — und hej, dass das urheberrecht nicht zu so einer S/M-kacke¹ mit dem sekundenglanz der vielen flotten klicks auf „retweet“ wie dem zwitscherchen passt, ist wirklich keine neuigkeit. (Es soll allerdings sogar möglich sein, links zu zwitschern, habe ich irgendwann mal in diesem neuland gelernt, und eine verlinkung sollte zum glück noch lizenzfrei sein.) Der relativ große aufwand, der mit einer ordentlichen lizenzierung verbunden sein kann, ist einer der gründe dafür, dass es leicht handhabbare CC-lizenzen gibt, und wo es die nicht gibt, gibts halt einen aufwand, der noch aus dem 20. jahrhundert mit seinen wenigen, langsamen, kwasizentralen medien stammt. Spätestens, wenns einmal wegen der anforderungen an schnelle, einfache lizenzierung eine zweite GEMA für derartigen content gibt (mit monströser verwaltung), wird wohl jeder bemerken, dass es das auch nicht sein kann.

Was bei der idee „hej, ich brauche das zeug da sofort, ich muss das jetzt beim zwitscherchen verwenden“ rauskommt, wenn man sie in verwaltungsstruktur denkt, ist in meinen augen eher etwas zum gruseln. S/M essen gehirn auf.

Die idee des „geistigen eigentums“ muss aus der gesellschaft ausradiert werden!

¹S/M ist meine abk. für „social media“. Aus gründen.

Ich hätte ja nicht mehr geglaubt…

Ich hätte ja nicht mehr geglaubt, dass Alice „bildzeitungsreklamefrontfresse“ Schwarzer noch einmal etwas schreibt, dem ich zustimmen kann, und gern gebe ich das hier wieder:

Die „Trennlinie zwischen Islam und Islamismus“ definiert die Bundeskanzlerin so: „Der Islamismus findet statt, wo unter Berufung auf die Religion Gewalt angewendet wird oder zur Gewaltanwendung aufgerufen wird, um andere zu unterwerfen.“ […] Doch mit Verlaub, Frau Bundeskanzlerin: An diesem Punkt ist es bereits zu spät. Viel zu spät. Denn die Gewalt ist nur die Spitze des Eisberges des politisierten Islam, des Islamismus. Ihr geht eine ideologische Indoktrinierung voraus, der Drill der Gläubigen zur Selbstgerechtigkeit und Verachtung der „Anderen“, als da sind: Frauen, Juden, Homosexuelle, Kreative, „Ungläubige“. Dieses Schüren von Hass auf die Anderen ist die Saat der Gewalt. Mit der Kalaschnikow in der Hand geht die Saat auf.

Es gilt übrigens nicht nur für religjonen, die „anderen“ sind in diesem plumpen psychischen mechanismus beliebig nach tagespolitischen propaganda-erwägungen austauschbar…

Ergänzender selbstlink: der islam gehört nicht zu deutschland.

Geistiges eigentum des tages

Tja, wenn man ein video davon macht, wie man ein kompjuterprogramm benutzt, ist das auch so eine sache mit dem geistigen eigentum:

Nintendo hatte vergangene Woche das Nintendo Creators Program ins Leben gerufen. Wer kommentierte Mitschnitte von Nintendo-Spielen auf der Videoplattform veröffentlichen will, kann sich dort anmelden und Werbeeinnahmen mit dem Spielekonzern teilen. Im Gegenzug muss er keine Urheberrechtsbeschwerde des Konzerns befürchten

Ich finde ja, dass man das von den spielen ausgehend verallgemeinern sollte. Diese ganzen leute, die tutorials für proprietäre softwäjhr zu irgendeinem videohoster hochladen, damit andere leute mit dieser softwäjhr besser arbeiten können, die kann man doch auch noch abkassieren. Ich sehe auch bei längerem nachdenken keinen einzigen grund, warum da nicht genau die gleiche argumentazjon greifen sollte, mit der nintendo geld für videos von programmläufen seiner softwäjhr haben will. Schließlich wird da auch auf juhtjuhbb über guhgells reklamedingens „monetarisiert“. Also los, adobe, microsoft, steinberg! Greift zu! 😈

Die idee „geistiges eigentum“ muss aus der gesellschaft ausradiert werden!

Cocacola des tages

Coca Cola führte während des Super-Bowl-Events in den USA einen Werbespot vor, der sich mit diesem Thema beschäftigt. Internet-User beleidigen sich und die Betroffenen wissen nicht mehr weiter. Natürlich recht werbewirksam kippt ein Mitarbeiter Coca Cola über einen Server und das Glücksgefühl verbreitet sich im Internet. Plötzlich sind alle nett zu einander und leben glücklich zusammen

Zuckerwasser statt internetz, und die welt wird friedlich… eine zahnbrechende idee, die der hirnhäcker aus der reklameabteilung von cocacola da für die reklameschaltung in einem echt jetzt total wichtigen sportereignis hatte. Hauptsache, das internetzdings ist weg. Und es wird weiter hirnlos konsumiert. Könnte sich wohl kein satiriker besser ausdenken.

Fläsch des tages

Ich schreibe schon gar nichts eigenes mehr zur heise-meldung mit der fläsch-sicherheitslücke des tages. Nur eines: wer fläsch nicht deinstallieren kann oder möchte, sollte im brauser „click to play“ aktivieren.

Und ja: wenn ich höre, dass eine fläsch-lücke in dailymotion ausgebeutet wurde, dann glaube ich nicht, dass sie von dailymotion ausgebeutet wurde, sondern in form eingebetteter fläsch-werbung. Ah ja, ganz am ende schreibt das reklame-finanzierte heise onlein auch diese wichtige informazjon hin…

Da der Schadcode über Anzeigennetzwerke verteilt wird […]

…damit auch ja keiner den zusammenhang unmittelbar auffasst. Gegen diesen angriffsvektor gibt es ein sehr wirksames mittel: den adblocker. Niemals, niemals, niemals ohne adblocker im internet unterwegs sein! Dass die kwantitätsjornalisten von heise onlein nicht das „anzeigennetzwerk“ beim namen nennen, stinkt übrigens zum himmel. Halbwegs seriöse vermarkter haben selbstverständlich ladefähige anschriften ihrer kunden und würden im kommenden strafverfahren alles für die ermittlung dieser verbrecher tun und dies auch offensiv kommunizieren, um den eigenen ruf vor der beschmutzung durch solche machenschaften zu schützen. Offenbar ist so viel seriosität von einem reklamearschloch schon zu viel verlangt, und stattdessen wirds mit totschweigen geflickt.

Einer noch am ende: Dass diese scheißklitische namens „adobe“ nicht dazu imstande ist, ihre sicherheitstexte so zu veröffentlichen, dass ich sie mit einem gesicherten webbrauser mit deaktiviertem javascript lesen kann, diskwalifiziert „adobe“ für alle sicherheitsangelegenheiten. Vielleicht sollte man fläsch einfach mal von „adobe“ enteignen…