Die zukunft des kwalitätsjornalismus

Diese grandiose studie ist eine so brüllreizvolle realsatire, dass es schon schwerfällt, den text mit ein paar zitaten anzureißen. Na gut, ich greife doch mal ein paar rosinen raus:

Zum einen haben wir untersucht, ob Leser bestimmen können, ob ein Wetterbericht von einem Journalisten verfasst wurde oder computergeneriert ist. Anhand unserer Ergebnisse können wir dazu keine eindeutige Aussage treffen. Denn die Befragten, die einen computergenerierten Wetterbericht gelesen haben, konnten diesen auch richtig zuordnen und nannten einen Computer als vermutete Quelle des Artikels. Allerdings hat auch die Mehrheit der Befragten, die den Wetterbericht des Journalisten gelesen haben, auf einen Computer als Quelle getippt

Tja, bei industrieller schreiberei kommt eben nichts raus, was sich allzu leicht von einem mechanisch erstellten produkt unterscheiden lässt. Finde dich damit ab, scheißjornalist, du wirst in kürze durch eine softwäjhr ersetzt! (Und die macht dann leistungsschutzrechtgeschützte texte.)

Und nicht nur das:

Unsere Ergebnisse zeigen, dass Leser einen Artikel für glaubwürdiger und besser geschrieben halten, wenn ein Journalist als Autor genannt wird.

Betrachtet man allerdings die Bewertung der Textqualität von computergenerierten Artikeln im Vergleich zu Artikeln, die von einem Journalisten zum gleichen Thema verfasst wurden, zeigen unsere Ergebnisse, dass Leser die computergenerierten Artikel als glaubwürdiger bewerten und ihnen eine höhere journalistische Fachkompetenz zuschreiben

Bwahahahaha! Ich habe mich fast vor lachen eingemacht! Das wird geil, wenn die ganz textschreibehanseln im brot der milljardäre, die hier jede scheiße mit ihrer speichelleckerischen propagandaarbeit erst möglich gemacht haben — ohne den täglichen hirnfick der jornallje gäbe es kein hartz IV, keine vernichtung der rentenversicherung, keine ausnahmen im mindestlohn (und vielleicht sogar einen mindestlohn, von dem man halbwegs menschenwürdig leben könnte), keine nahezu hitlersche beliebtheit der anahles-gabriel-merkel-regierung, keine zum abbau aller bürgerrechter instrumentalisierte terrorangst, keine von jornalisten mit schweigen bedachte relativierung von menschenrechten und in der masse der bevölkerung einen deutlich geringeren glauben daran, dass man sich glücklich kaufen kann — auf einmal von dem hartz IV leben müssen, dass sie aktiv mit herbeigeführt haben. Einfach, weil ein blödes kompjuterprogramm die gleiche aufgabe zuverlässiger, billiger und glaubwürdiger erledigt. Seit es den jornalismus gibt, hat er sich bücksam und sklaveneifrig in den dienst jeder scheiße für die mehrzahl der menschen gestellt, und es freut mich, dass das jornalistenpack in absehbarer zeit endlich mal selbst das gift fressen darf, mit dem es seine leser gefüttert hat. Kleine schwächen der softwäjhr…

Fragt man allerdings nach dem Lesevergnügen, schneiden die journalistischen Artikel deutlich besser ab, als die computergenerierten Texte

…werden sicherlich bald abgemildert oder durch ein paar flotte sprach-heuristiken weitgehend behoben. Was ein mensch kann, kann eine maschine — vor allem, wenn der mensch dabei nicht denken muss.

Stirb, jornalist, stirb! Verrecke, verleger, verrecke!

Nachtrag: und schließlich zum guten schluss nach guter sitte aus ganz anderer ecke eine letzte, kleine frage eigens für die kanallje… ähm… unseren mitmenschen jornalist:

An wen wenden Sie sich zuerst, wenn Sie nach einem Thema suchen – Google oder die Startseite Ihrer Tageszeitung?

Treffer! Versenkt! 😀

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