Lieber jornalist…

Lieber jornalist,

deine idee, doch einfach mal deine leser zu fragen, wie ihr scheißleben aussieht, und dann darüber zu schreiben, finde ich richtig gut:

Die Rückmeldungen waren überwältigend. Unzählige junge Leser haben ihren meist prekären Berufseinstieg in Hunderten teils ausführlichen Leserartikeln geschildert. Das vorherrschende Bild von der Generation Y bestätigen die Zusendungen kaum. Stattdessen berichten sie von einer Arbeitswelt, die ihnen ein Maximum an Flexibilität abfordert, aber nicht einmal ein Minimum an Sicherheit bietet. Insgesamt waren die Leser sich einig: Das mediale Hochglanzbild einer angeblich so selbstbewussten Generation, die sich die besten Jobs auf dem Arbeitsmarkt nur so aussuchen könne, muss dekonstruiert werden […] „Die letzten Monate hatte ich sogar Angst, dass meine mittlerweile zehnjährige Beziehung zerbricht, weil wir nie mal länger als sechs Monate im Voraus planen können. An Familiengründung können wir gar nicht denken. Ich empfinde es als Hohn, wenn jemand behauptet, dass die Generation Y das so will.“

Jetzt musst du nur noch damit aufhören, weiterhin die lügen deiner verlagsmilljardäre zu verbreiten (und damit aufhören, für scheißzeitungen wie die zeit zu arbeiten, deren daseinszweck genau das ist), und ich werde dich auch nicht mehr als feind und arschloch, sondern als richtigen menschen betrachten, jornalist!

Und fang ja nicht an, demnächst in anderem kontext zu schreiben, dass arbeitskämpfe etwas böses, psychopatisches sind! Was rauskommt, wenn sich die menschen zur verfügungsmasse machen, hast du ja trefflich beschrieben.

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