Wie kommt man eigentlich in polizeidatenbanken?

Zum beispiel landet man in einer polizeidatenbank für sexualstraftäter, wenn man als 14jähriger ein nacktfoto von sich an eine mitschülerin schickt — und die infos gehen bei bestimmten berufen dann an den ausbeuter und viel-zu-kleine-brötchengeber weiter.

Und wie lässt man sich als 14jähriger bei so einer banalität erwischen und holt sich möglicherweise seinen sexualstraftäter-stempel fürs leben ab? Sicher, man hätte das foto einfach per mäjhl verschicken können und sich darüber im klaren sein können, dass das foto auch mal die runde machen kann, aber…

Weil er zum Verschicken Snapchat nutzte, glaubte Simon, dass sein Nacktselfie sich nach zehn Sekunden sebst löschen und nicht in fremde Hände gelangen würde

…man kann auch naiverweise einfach glauben, was die (völlig ohne seriöses geschäftsmodell auskommenden) hersteller von irgendwelchen wischofon-äpps in ihrer lügenreklame versprechen und sich aus diesem dummen glauben heraus rundum datengeschützt fühlen. Jemand, der weiß, dass das foto irgendwie auf ein anderes wischofon kopiert werden muss, um dort dargestellt zu werden, würde jedenfalls einsehen, dass es sich nicht „selbst löscht“. Aber woher sollte so ein 14jähriger das wissen? Aus dem schulunterricht etwa? Aber nein doch, die staatliche zwangsbeschulung ist weiterhin dafür da, heute die menschen von morgen auf die herausforderungen von gestern vorzubereiten — und zwar fast überall in kapitalistischen gesellschaften. Und warum? Weil dummheit ein verdammt gutes geschäft ist. Einen anderen maßstab gibts in kapitalistischen gesellschaften eben nicht… 😦

Übrigens: in der BRD hätte sich der 14jährige wirklich strafbar gemacht und hätte auch noch vor einem jugendgericht männchen machen müssen, und zwar mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit auf einen schuldspruch endend. Das müsst ihr verstehen: noch einen tag vor dem achtzehnten geburtstag ist das nackt-selfie eine schwere, in viel pressehirnfick mit groß aufgewühlten emozjonen eklig dargestellte und den täter lebenslang als „kinderficker“ abstempelnde straftat, und einen tag später nicht mehr.

Wie entsteht eigentlich dieser „deutschlandtrend“…

Wie entsteht eigentlich dieser „deutschlandtrend“, dessen ergebnisse von der scheiß-tagesschau des scheiß-BRD-staatsfernsehens vermeldet werden, als seien sie eine richtige nachricht?

Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl / Dual Frame (Relation Festnetzt- [sic!] / Mobilfunknummern 70:30)
Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI)

Richtig, er entsteht, weil irgendwelche zufällig ausgewählten telefonnummern angerufen und die leute ausbefragt werden. Und jemand, der so viel verstand hat, dass er grundsätzlich keine anrufe von irgendwelchen halbaffen mit unbekannter oder unterdrückter telefonnummer annimmt, fließt nicht in die zahlen ein. Was da also bleibt, das sind allesamt leute, denen…

  1. …ihre privatsfäre scheißegal ist und die deshalb werber, gewinnbimmler und andere vollpfosten in ihrem leben rumlabern lassen, und
  2. …die jedem am telefon irgendwelchen fragen (einschließlich: was wählen sie?) beantworten, wenn er sich nur am telefon als meinungsforscher ausgibt.

Kein wunder, dass „die deutschen“ in diesem spiegelbild immer wieder mal unendlich dumm wirken, denn damit werden ja die dummen ausselektiert. :mrgreen:

Die merken dann auch gar nicht, wie sie durch die fragestellung mit suggestivfragen nach ihrer „angst“ ins gehirnchen gefickt werden — als ob fremdenfeindlichkeit eine schwache „angst“ benötigte, wenns auch mit einem starken schowinismus geht. Aber hej, richtig und regelmäßig hirngefickt wählen die leute auch weiterhin CDUSPDCSUFDPGRÜNETC, und das ist ja die hauptsache.

Durch digitalisierung wegfallende berufe: der psychoterapeut

Nicht dass jemand glaubt, es verschwänden nur taxifahrer, paketboten, zeitungsdrucker und dergleichen — nein, die als „terapie“ verlarvte hirnfickerei einer „kognitiven verhaltensterapie“ kann ebenfalls ein kompjuter besser als ein mensch durchführen (mutmaßlich, weil er überhaupt keine empatie hat):

Bei Sparx (Smart, Positive, Active, Realistic, X-factor thoughts), einem Fantasy-Rollenspiel für Jugendliche mit depressiven Symptomen, schießen die Spieler mit Feuerbällen auf negative Gedanken und zerstören sie. Durch Aufgaben über sieben Levels hinweg lernen sie in vier bis sieben Wochen, ohne die Unterstützung von Therapeuten mit depressiven Gefühlen umzugehen. Die Software wurde in Neuseeland an 94 Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren getestet. Weitere 93 Patienten absolvierten zum Vergleich eine konventionelle kognitive Verhaltenstherapie in Einzelsitzungen mit einem Psychotherapeuten. Das Ergebnis: 44 Prozent der Sparx-Spieler erholten sich vollständig von ihrer Depression, in der Kontrollgruppe waren es nur 26 Prozent