Wischofon (und javascript) des tages

Wie kann man einen idjoten mit seinem überteuerten proll- und protz-eifohn richtig ärgern? Einfach einen link hinsenden, der nicht nur den brauser, sondern gleich das ganze telefon abkacken lässt [ich habe das bewusst nicht direkt verlinkt].

Übrigens kann ich diesen link ohne weiteres aufrufen — denn ich erlaube ja nicht jeder dahergelaufenen webseit das ausführen von javascript. Das würde ich auch jedem anderen menschen empfehlen, denn es ist ein wichtiger schutz vor destruktiven und kriminellen brauserhäcks — das addon „noscript“ ist schnell installiert. Das seite unter crashsafari (punkt) com benutzt einfach nur die history-API aus HTML5, um mal eben hunderttausend sinnlose einträge in die brauser-history zu machen.

Warum zum hackenden henker so etwas überhaupt möglich ist? Nun, „moderne“ webseits laden ja nicht einfach wie in der robusten vergangenheit eine neue seite, wenn man irgendwo hinklickt, sondern folgen der idjotischen idee einer „anwendung im brauser“ und laden deshalb über javascript bestimmte teile nach. (Das modewort dafür ist „dynamisch“, weil das ja besser klingt, als klar auszudrücken, dass man jedem dahergelaufenen anonymen gegenüber mit einer webseit im web das ausführen von kohd im brauser ermöglichen soll.) Und weil bei solcher spezjalexpertenprogrammierung natürlich die anzeige in der adressleiste nix mehr mit dem dargestellten inhalt zu tun hat, muss es eine API geben, mit der man beliebige URIs in die history einfügen kann. Wohlgemerkt: um mit dieser schnittstelle mit hohem aufwand genau das nachzubilden, was ein brauser seit zeiten des ollen mosaic mit klassischer herangehensweise ganz von allein gekonnt hätte. Damit der anwender wieder wie gewohnt diese praktischen pfeiltasten am brauser benutzen kann, um vor- und zurückzublättern. Alles andere wäre ja auch aus anwendersicht sehr ungewohnt. Solche kränklichen verrenkungen braucht man eben, wenn man den webbrauser als laufzeitumgebung für javascript-anwendungen benutzt. Das ist übrigens — ich sagte es ja schon — eine idjotische und komplett bescheuerte idee.

HTML5 ist ja so toll und modern und besser als alles andere¹, und ein inni-mini-klitzi-kleines bisschen javascript (nur fünf wohlformatierte zeilen), das diesen frickelscheiß mal eben destruktiv ausbeutet, ist so schnell geschrieben und so verheerend. Ändräut-wischofone werden hübsch heiß, bis man den brauser zumacht, und äppel-wischofone kacken gleich richtig ab und brauchen einen neustart. Wegen eines brauserproblems. Wenn ich das höre, muss ich über die „sicherheit“ von den dingern gar nicht weiter nachdenken.

¹Teilweise wirklich… vieles am markup ist besser geworden, weil man endlich semantische auszeichnungen als navigation, artikel, seitenkopfbereich etc. machen kann und weil ein bisschen entrümpelt wurde. Das war der wünschenswerte teil daran (der mit etwas älteren internetz-exploitern aus naheliegenden fiesheitsgründen natürlich nicht funkzjoniert, aber auch dafür gibt es hübsche, einfache häcks). Die APIs für mediendateien waren ebenfalls wünschenswert, und das DOM ist endlich vereinheitlicht. Vieles andere ist spielkram, gefährlicher spielkram und äußerst fragwürdig. Zum beispiel alles, was versucht, den brauser zu einer laufzeitumgebung für anwendungen zu machen. Ich erwarte wegen dieser ideen mehrere jahre mit kompjutersicherheits-horrormeldungen. Zum glück gibt es einen guten schutz: javascript nicht standardmäßig zulassen.

„Internetz der dinge“ des tages

Könnt ihr euch noch an die überwachende und tonmitschneidende kwasselbarbie erinnern, die letztes jahr wohl ganz viele menschenverachtende eltern ihren kindern unterm weinachtsbaum gemacht haben, damit diese sich auch von klein auf an den überwachungsplaneten gewöhnen. Die haben sich ein paar leute jetzt noch einmal genauer angeguckt, und die war/ist noch unsicherer, als es eh schon klar war. Nein, nicht in der puppe selbst, sondern in den webdiensten, die darangehängt wurden. Wisst ja, ist ja jetzt alles „cloud“. :mrgreen:

Vermutlich muss das erstmal in zehn jahren die ersten freitode geben, weil zwerge von ihren mitschülern mit den dann umlaufenden tonaufnahmen gemobbt werden, wie sie einst mit ihrer puppe sprachen. Mattel legt ja auch allen wert darauf, dass die „gespräche“ mit der kwasselbarbie so dumm und konsumtrottelhaft wie nur irgend möglich bleiben.

Wer so dumm ist und an den datenschutz glaubt, lese bitte hier weiter!

Zitat des tages

Wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll auch von der Beseitigung von Fluchtursachen schweigen […]

Unser Recht ist die Scharia der Konzerne. Im Grunde haben wir keine Flüchtlingskrise, sondern eine Besitzstandswahrungskrise. Wir haben noch nicht begriffen, dass nicht nur die Ausländer sich bei uns integrieren müssen, sondern auf verträgliche Weise auch die Reichen in eine Welt der Armut und des Elends

Spämmer des tages: amazon

Spämmer des tages ist „amazon“ mit dieser tollen funkzjon, dass kunden andere leute mit einer mäjhl auf ein angebot aufmerksam machen können — diese von verkäufern nicht beeinflussbare funkzjon hat das oberlandesgericht hamm jetzt als „wettbewerbswidrige“ werbung mit unverlangter zustellung von werbe-mäjhls an leute, die niemals in den empfang solcher reklame eingewilligt haben.

Das urteil ist rechtskräftig. Damit ist für jeden händler in der BRD der handel über „amazon“ illegal geworden — und natürlich ein saftiges abmahnrisiko. Tja, ihr krämer-lemminge, hättet ihr doch nur eigene vertriebskanäle aufgemacht! :mrgreen:

Na ja, könnt ja eure firma nach china verlegen… 😈

Und das alles, weil eine klitsche wie „amazon“ die mäjhlzustellung nicht auf bei „amazon“ registrierte mäjhladressen beschränken will, sondern jedes postfach dieser welt mit seiner „amazon“-spämm zuscheißen will. Freut mich, ihr idjoten, dass es auf euch zurückfällt, die ihr „amazon“ als partner für eure tandverhökerei erkoren habt.

S/M des tages

Beim zwitscherchen weiß man offenbar genau, dass man mit eingestreuter unerwünschter reklame in der erwünschten kommunikazjon nur eines bewirkt: dass menschen genervt sind, sich verachtet fühlen und sich abwenden.

Deshalb löst das zwitscherchen das problem algoritmisch und zeigt nutzern, die für die kundenbindung anderer zwitscherchen-nutzer als wichtig bewertet werden, kaum noch reklame an. Tja, und mitmensch norbert normal, der keine 150.000 hinterherlaufenden stummeltext-speichellecker hat, kriegt weiterhin die volle reklame-breitseite. Zumindest so lange, bis er einen wirksamen adblocker wie „ublock origin“ installiert und danach — genau wie ein „wichtiger nutzer“ — keine reklamescheiße mehr sieht. Selten war es so einfach, in die vorzüge der prominenz zu kommen und irgendwo durch den VIP-eingang reinzugehen — und selten nur ist so zwischen den zeilen deutlich geworden, dass „wichtige S/M-nutzer“ sogar noch zu doof dazu sind, sich einen adblocker zu installieren. Ich finde ja, dass das einiges über die S/M-nutzer im allgemeinen sagt… :mrgreen:

Ich wünsche euch auch weiterhin viel spaß mit diesen ganzen börsennotierten unternehmungen ohne seriöses geschäftsmodell — und nein: die vergällung von zwischenmenschlicher kommunikazjon mit reklame ist kein seriöses geschäftsmodell. „S/M“ ist übrigens meine abk. für „social media“, und zwar aus gründen.

Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich hat sich mal in einer großen studje angeguckt, wie die menschen auf S/M-seits wie zwitscherchen und fratzenbuch „kommunizieren“, und er hat dabei mal wieder sachen rausgekriegt, mit denen niemand jemals gerechnet hätte:

Inhaltliche Auseinandersetzungen finden auf Facebook oder Twitter kaum statt. „Wohlfühlaktivisten“ liken und retweeten

Und da hat prof. dr. Offensichtlich einen bemerkenswerten schluss draus gezogen: weils ja eh keine debatten gibt, muss zentral wegzensiert werden, was irgendwelche aktivistinnen, die ebenfalls außerhalb jeder debatte stehen, einen „hasskommentar“ nennen. Und näxste woche stellt prof. dr. Offensichtlich fest, dass als willkürlich empfundene zensur zur verarmung der „debattenkultur“ führt.

Übrigens: ein wesentlicher indikator für inhaltslosen bullschitt ists im moment, wenn wörter drin vorkommen, die auf -kultur enden.

Was prof. dr. Offensichtlich leider völlig übersehen hat: S/M-seits sind niemals für eine diskussjon gebaut worden. Es gibt keine möglichkeit, sich einen überblick über den stand einer diskussjon und über standpunkte der teilnehmer zu verschaffen. S/M-seits sind für inhaltslose kommunikazjon konzipiert, und sie werden von menschen geliebt, denen die inhaltslosigkeit einen rahmen gibt, in dem die eigene dummheit besser versteckt werden kann. (Deshalb haben sich auch sofort werber, jornalisten und p’litiker drauf gestürzt.) Emozjonalisierende, die dummheit der psyche zum maßstab erhebende bewertungssysteme mit däumchen, sternchen, herzchen und grinsgesichtchen erledigen dann den rest.

Oh, guck mal, ein kätzchen!

Katolizismus und kindesmissbrauch des tages

Bedauerlicherweise waren die in der Vergangenheit unternommenen Versuche einer Selbstkorrektur zu wenig wirksam

Tja, euer hochbürden, wenn das hier ein rechtsstaat wäre, in dem das recht für alle gälte, dann würdest du nicht die verbrechen deiner eigenen, von dir mitgeleiteten prügel- und kinderfickersekte aufklären, sondern du säßest in einem knast und wärest so lange in beugehaft, bis du aktiv und kooperativ an der aufklärung der organisierten kindesmissbrauchskriminalität in deiner höllischen prügel- und kinderfickersekte mitarbeiten würdest. Ist aber kein rechtsstaat hier, wo auch arschlöcher wie du, euer hochbürden, unter das ganz normale strafrecht fallen, wie etwa leute, die kleine haschverkäufer in ihrem freundeskreis haben. Leider.

Echt, sowas lebt und Jesus musste sterben! *spei!*

Die „cloud“ ist auch zu etwas gut…

…man kann damit — zum beispiel über tropfbox — nämlich ganz wunderbar schadsoftwäjhr transportieren, ohne sie an die spämm ranhängen zu müssen und damit ohne, dass der mäjhlsörver-virenskänn eine schangse hat! Endlich sehe ich mal eine „sinnvolle“ anwendung für das ganze „cloud“-gedöns! :mrgreen:

Ich schätze mal, dass das in den nächsten monaten zunehmen wird. Ich hatte so eine spämm noch nicht, bei mir landen die ganz normalen anhänge. Und irgendwann, wenns unerträglich geworden ist, müssen die ganzen „cloud“-klitschen auch noch (völlig unzuverlässige und schlangenölhafte) virenskänns auf ihren riesigen sörverparks machen, um das problem wenigstens ein bisschen einzugrenzen. Das einzige, was hilft, ist ein aufmerksames und waches misstrauen gegen alles, was mit einer mäjhl kommt — und die durchgängige verwendung digitaler signaturen, um den absender und die integrität einer mäjhl immer sicherstellen zu können, denn natürlich ist der absender in den kopfdaten der mäjhl beliebig und mit leichtigkeit fälschbar.

BRD-wahlen des tages

Sven Gerich ist 41 Jahre alt und Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden. Diese Daten reichen aus, um für den SPD-Mann online Briefwahlunterlagen zu beantragen – ohne sein Wissen. Hacker haben dieses Datenleck jetzt ausgenutzt. Und nebenbei herausgefunden, wo ihr OB eigentlich wohnt

Den namen und das geburtsdatum muss man wissen, also sachen, die sich im materjal jedes größeren datenlecks der letzten drei jahre massenhaft finden lassen, wenns guhgell oder eine schnelle fratzenbuch-reschersche nicht so rausspuckt — die anschrift liefert die wahlbehörde dann freundlicherweise gleich per mäjhl zurück. Damit auch wirklich der letzte idjot lernt, wie „sicher“ die ganzen vom staat eingesammelten daten beim staat sind. Es gibt für diese „schnittstelle zur meldedatenabfrage“, wenn man geburtsdatum und name kennt, auch eine kleine stellungnahme eines vertreters der stadt wiesbaden:

Das ist ein Fehler und der ist sehr ärgerlich

Ja, „ärgerlich“ ist diese verantwortungslose datenschleuderei!

Freut ihr euch eigentlich auch schon darauf, wenn man bekwem übers internetz wählen kann? :mrgreen: