„Internetz der dinge“ des tages

Vermutlich muss es erst locky-artige erpressungstrojaner für „vernetzte herzschrittmacher“ geben, bis die hersteller dieser dinger einsehen, dass ein paar sicherheitsgedanken ganz angemessen wären. Und wozu zum hl. henker braucht ein implantat WLAN?

Übrigens wird mir von so etwas schlecht:

Sicherheitsforscherin Marie Moe will, dass sich die Hacker-Community mehr um die Sicherheit der Geräte kümmert

  1. Vom begriff „community“, neudenglisch für: „gemeinschaft“, wird mir sowieso übel.
  2. Häcker häcken. Über kurz oder lang wird sich jemand darum kümmern. Und dann wird das geschrei ganz groß, wenn sich jemand darum „kümmert“ und ein angriff auch gelingt. Ich weiß, dass morgen die sonne aufgeht, weil ich es wieder und wieder erlebt habe.
  3. Um die sicherheit derartiger geräte haben sich die hersteller zu kümmern. Die können gern leute dafür bezahlen. Leute, die etwas davon verstehen. (Die meisten dieser leute, die wirklich etwas davon verstehen, werden häcker sein.) Und zwar sehr angemessen bezahlen. Das abschieben dieser verantwortung auf kostenlos tätige „hacker“ in irgendeiner „community“ ist eine frechheit und im herrischen gehabe einer derartigen forderung unerträglich. Die übernahme einer solchen als „guter tat“ aufgeschwatzen verantwortung ist abzulehnen. Mit empörung. Und der angemessenen verachtung für jene, die so reden und so denken.
  4. Egal, wie es läuft: wenn am ende medizingeräte ohne besonderen technischen grund mit einer aufhäckbaren schnittstelle von einem kriminellen aufgehäckt werden — und dass das versucht wird und dabei auch mal gelingen kann, ist sicher — dann werden die hersteller dieser scheißdinger die schuld allen „häckern“ geben, weil die nun einmal häcken. Und mitmensch scheißjornalist wird diese PResseerklärung von arschlöchern eifrig abschreiben, damit sie in den hirnbeizenden produkten von mitmensch scheißpresseverleger abgedruckt werden und die meinung der weniger informierten menschen zustanzen. Hinterher wird von den gleichen verantwortungslosen arschlöchern, die eine addiermaschine dort haben, wo bei richtigen menschen ein herz sitzt und die von der kostenlosen analytischen tätigkeit der häcker bei der entwicklung ihrer produkte profitiert haben, eifrig daran gearbeitet, häcking pauschal zu kriminalisieren. Weil das bekwemer ist als die eigene verantwortung. Das sollte niemand mit sich machen lassen, der auch nur das geringste gefühl für seine eigene würde hat.
  5. Solche geräte dürfen keine drahtlose, häckbare schnittstelle haben. Punkt. Und WLAN ist eine so unfassbar dumme und gefährliche idee, dass ich mich eben dabei ertappt habe, aufs datum zu gucken. Ich dachte, heute wäre der 1. april.

Ich hoffe auf den verstand aller häcker — und auf die fähigkeit, solchen ideen klar entgegenzutreten. Auf den verstand derer, die einen markt sehen, braucht niemand mehr zu hoffen.

3 Antworten zu “„Internetz der dinge“ des tages

  1. […]Das abschieben dieser verantwortung auf kostenlos tätige “hacker” in irgendeiner “community” ist eine frechheit und im herrischen gehabe einer derartigen forderung unerträglich. Die übernahme einer solchen als “guter tat” aufgeschwatzen verantwortung ist abzulehnen. Mit empörung. Und der angemessenen verachtung für jene, die so reden und so denken.[…]

    Nun ja. Unerträglich scheint mir doch etwas übertrieben, aber trotzdem gibt es ein
    Word!
    von mir.

    Ich „befürchte“ aber, einige kleingeistige Hacker-Egos werden sich schon berufen fühlen. Gibt ja Karma und ggf. auch ne Belohnung und wer rettet nicht gerne Leben?

    Wie wäre es eigentlich mit ein paar Hunden als Versuchskaninchen – beim besten Freund des Menschen findet man sicher ein paar Herr(s)chen(de), die da bereitwillig mitmachen würden.

  2. Stimme allen 5 Punkten zu.

    Damit hast Du übrigens einen Markt gesehen. Für ordentliche und ordentlich bezahlte Programmierleistungen. Oder allgemeiner: Software-Qualitätssicherung.

    Auf den verstand derer, die einen markt sehen, braucht niemand mehr zu hoffen.

    Ach, bei Dir bin ich da ganz zuversichtlich.

  3. Es muss nicht der 1. April sein, damit Medien alarmistischen Bullshit verbreiten. Bei aller Medienskepsis haben sie diesmal also sogar dich verarscht.
    Ich versichere dir, es gibt keine Herzschrittmacher mit WLAN (NFC genauso wenig)! Es wird so bald auch keinen geben. Eher friert die Hölle zu, als dass FDA und/oder TÜV für so etwas die Zulassung erteilen.
    Medizinische Implantate benutzen Kurzstreckenfunk im MICS-Band (https://de.wikipedia.org/wiki/Medical_Implant_Communication_Service) und solche Funktionen verbessern, verlängern und retten nachweislich Leben (siehe z.B. InTime Studie https://www.youtube.com/watch?v=ERBBS1seH0k). Diese Technologie ist seit über 15 Jahren im Einsatz. Das Protokoll ist zwar bidirektional, bis vor 2 oder 3 Jahren war aber alles, was ein Implantat an eingehenden Daten akzeptiert hat, ein einfaches ACK. Seither ist es möglich Zeitpläne für ausführliche Berichte „hochzuladen“. Was nicht konform zum (proprietären) Protokoll ist, wird einfach abgewiesen. Und wir reden hier über ausgesprochen überschaubare Protokolle.
    Und selbst wenn es jemandem gelänge die Firmware im Implantat abzuschießen, und das erneute Laden des Programms aus einem geschützten Speicherbereich fehlschlüge, gäbe es immer noch einen BackUp-Modus. Dieser wird durch ein Programm im ROM des Implantates gesteuert. Ihn zu manipulieren erfordert mechanischen Kontakt zur Platine des Implantats. Die lebenserhaltenden Funktionen bleiben dabei in vollem Umfang erhalten.

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