Technikfaschismus des tages

Wie trifft man in einem so genannten „rechtsstaat“ juristische entscheidungen?

Der als Geschäftsgeheimnis deklarierte Algorithmus weist dem Beschuldigten dann einen Wert zu, der das Rückfallrisiko abbilden soll

Keine weiteren fragen, euer ehren! :mrgreen:

Es ist ja noch gar nicht so lange her, dass zur algoritmischen urteilsfindung am gerichte so genannte „hexenproben“ gemacht wurden — es weiß ja jeder, dass hexen leichter als wasser sind. Frauen, die schwimmen, werden verbrannt, und frauen, die ertrinken, bekommen eine kristliche bestattung. Es ist eine gute idee, die grundlagen der urteilsfindung mal zu überprüfen, und es ist scheiße, wenn das wegen geheimhaltung überhaupt nicht mehr möglich ist.

Eine Antwort zu “Technikfaschismus des tages

  1. […]Die Inquisition stand noch in schönster Blüte. Papst Innocentius VIII. erließ eine Zauberbulle, welche einen furchtbaren Kriminalfolder, den sogenannten „Hexenhammer“ zur Folge hatte, eine hochnotpeinliche Halsgerichtsordnung, welche viele Tausende unschuldiger Menschen auf nichtswürdige Anklage verblendeter Eiferer oder ruchloser Feinde der haarsträubendsten Folterqual und dem martervollsten Tode überantwortete. Der Erzbischof von Salzburg ließ allein im Jahre 1678 siebenundneunzig Hexen und Zauberer hinrichten. Gar viele arme Nervenkranke, welche in einem magnetischen Zustande sich befanden, wurden, als der Zauberei überführt, grausam hingeschlachtet. So geschah es, dass die greise Nonne Maria Renata, welche 50 Jahre in dem Kloster Unterzell gelebt hatte, noch im Jahre 1749 der Hexerei beschuldigt und in Würzburg am 21. Juni, nachdem sie vom Kurfürsten Clemenz zum Schwerte begnadigt und hingerichtet worden, als Leiche dem Scheiterhaufen überliefert und verbrannt wurde, „damit von der Zauberin nicht das Geringste übrig bleibe und sogar ihr Gedächtnis in Asche versberie“ Die Schlafwandler, wenn man ihrer habhaft werden konnte, wurden zur Zeit der Hexenverfolgung gewiss auch dem Scheiterhaufen geopfert und zwar aus dem Grunde, weil die Mondsüchtigen merkwürdigerweise ihres Körpers Gewicht verlieren.
    Das Gesetz der Schwerkraft ist ausgehoben. Der Mond zieht die Körper an und nimmt ihnen dadurch die Schwere. Diese Erscheinung begegnet uns auch an anderen mit Nervenkrämpfen behafteten Personen. Früher mussten sich nun solche Kranke der sogenannten „Hexenprobe“ unterwerfen; sie wurden nämlich gewogen. Zu Dudewater, einem holländischen Städtchen bei Utrecht, war nach Anfang des 18. Jahrhunderts eine von Kaiser Karl V. privilegierte Hexenwaage, und die Dudewater-Gerichte hatten das Recht, jedes Weibsbild, das über 30 Pfund wog, von dem Verdachte der Hexerei freizusprechen, weshalb nicht allein aus den Niederlanden, sondern auch hauptsächlich aus den deutschen Gauen, unzählige Leute zwangsweise dorthin gebracht wurden, während viele andere freiwillig hinzogen, um sich ein Zeugnis ausstellen zu lassen und sich dadurch vor der Anklage der Hexerei zu schützen.[…]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.