„Geistiges eigentum“ des tages

Da ist etwas an der welt vorbeigegangen: es ist kein urheberrechtsverstoß, wenn man eine bestehende API nachimplementiert. Gar nicht auszudenken, wenn das urteil anders gelautet hätte — jede digitaltechnik wäre auf einmal potenzjell illegal geworden. Linux? Das implementiert über das /dev-dateisystem und die syscalls eine API anderer leute. Ein beliebiger C-kompeiler? Der implementiert mit seiner libc eine API anderer leute. Javascript? Oh, da sind ganz viele APIs drin. HTML? Es würde auf einmal sogar fragwürdig, ob das rendern eines mit HTML ausgezeichneten dokumentes nicht eine nachimplementazjon einer anderen API ist, und die entscheidung darüber wird ein erhebliches juristisches risiko für den, der es auf ein gerichtsverfahren ankommen lässt. Natürlich hat dabei nicht jeder so viel „portokasse“ wie guhgell — ein privater entwickler, der andere an seinen werken teilhaben lässt, indem er sie unter Freie lizenzen stellt, stünde mit einem bein im knast und mit dem anderen bein im finanzjellen ruin.

Da, wo „geistiges eigentum“ ins spiel kommt, wird der kulturelle fortschritt der menschheit zum gelähmten kriechgang und jedem einzelnen wird juristisch-analsadistisch der genuss verwehrt, sich das leben schöner und leichter zu machen. An die stelle erfreulichen fortschritts tritt mit gewalt durchgesetzter rechte-feudalismus. „Geistiges eigentum“ ist ein konzept, das verschwinden muss. Ersatzlos. Und ganz schnell.

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