Anonymität und pseudonymität machen alles besser

Habt ihr auch gehört, was die entrechtungsminister immer wieder in die kameras rülpsen: wenn man einen klarnamenszwang fürs internetz einführt, wird der umgangston besser. Klingt toll. Stimmt aber nicht, stattdessen ist nach einer aktuellen studie das gegenteil davon wahr.

Tja, herr Niggemeier…

genau diese formen der leserverachtung sind (neben dem sicherheitsproblem) der grund dafür, dass man nach möglichkeit keiner webseit die ausführung von javascript gestattet, damit einem die vergewohltätigungen irgendwelcher hirnverkokster entscheidungsträger der contentindustrie erspart bleben — und zwar immer nach dem motto: wenn mir die scheißseite ohne javascript nichts sagen will, dann wird sie mir mit javascript auch nix zu sagen haben. Javascript ist niemals erforderlich, um informazjonen im brauser darzustellen.

Und ja, betreiber von verlagswebseits, die im jahr 2016 ihr glück darin versuchen, ihre leser mit javascript-missbräuchlichen nervpopups zu nerven, haben in den letzten zwanzig jahren eine menge verpasst. Ich finde es jedenfalls gleichermaßen passend wie lustig, dass die verpackung des „kwalitätsjornalismus“ im web immer mehr an die machenschaften halbseidener bis offen krimineller warez- und pr0n-schleudern erinnert. Der wichtigste unterschied zu diesen: bei den warez- und pr0n-schleudern bekommt man etwas lebenspraktisch nützliches, ganz im gegensatz zu den produkten des kwalitätsjornalismus… :mrgreen:

Security des tages

Große Teile der Mobilfunkinfrastruktur sind laut Sicherheitsforschern über eine Lücke in einer Software-Bibliothek gefährdet. Ein Fix steht zwar bereit, doch Updates wird es für die meisten Geräte wohl nicht geben

Natürlich wirds keine aktuelle softwäjhr für eure wischofone geben. Ihr sollt euch ja jedes jahr ein neues „smartphone“ zulegen. Mindestens. Den giftigen müllberg, den ihr zurücklasst, nennt man „wirtschaftswaxtum“ und will immer mehr davon.

Experte des tages

Wo kommen eigentlich immer diese ganzen „experten“ in der glotze her, die durch die sondersendungen plaudern, ohne allzuviel zu sagen?

Das Erste präsentierte zur gleichen Stunde den früheren Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo als „ARD-Terrorexperten“. Dieser Titel war mir neu […] Mascolo tauchte in anderen Sendungen auch schon als „Finanzexperte“ (Panama Papers), „DDR-Experte“ (Jahrestag des Mauerfalls) oder „Geheimdienstexperte“ (BND-Skandal) auf. Sein Vorteil: Mascolo plaudert relativ intelligent über jedes Thema – auch wenn er nicht wirklich etwas über das Thema weiß

Auch weiterhin viel spaß bei infotäjnment und terrortäjnment im kwalitätsfernsehen mit auftrag, dass ihr mit eurer rundfunkkopfsteuer finanzieren müsst!