Telekomiker des tages

Dass die telekomiker gerade rd. 900.000 kunden mit aufgehäckten routern hatten, die dann eben ohne überteuertes telefon, internet und fernsehen leben mussten, hat ja jeder mitbekommen. Den ersten, im web dokumentierten hinweis auf ein mögliches sicherheitsproblem bei ihren billigroutern in telekomikerfarbenen gehäuse haben die telekomiker übrigens im januar des jahres 2014 bekommen, als ein kunde im support-forum der telekomiker nach dem offenen listener auf port 7547 fragte, so dass ein angestellter der telekomiker die folgende antwort vom besten gab [dauerhaft archivierte versjon, falls diese offene intelligenz- und kundenverachtung den telekomikern mal zu peinlich wird und es deshalb im löschfinger zuckt]:

Bitte vor dem weiterlesen gut hinsetzen! Keine tischkanten in gebissnähe! Keine getränke im mund! Vorsicht mit dem kopf und der schreibtischplatte!

Genug gewarnt…

Sie haben recht, ein offener Port stellt immer ein gewisses Risiko dar. Letztlich werden aber immer einige Ports offen sein müssen, sonst ist die Funktionalität eines Routers nicht mehr gegeben. Sie möchten ja schließlich surfen, telefonieren, Dateien herunterladen, mailen, online spielen u.s.w.. Alle diese Dienste benötigen offene Ports und doch haben Sie keine Angst Mails zu verschicken, oder?

Wenn Sie ganz sicher sein möchten, müssen Sie auf Ihren Internetzugang verzichten.

Ja, dieser spezjalexperte im telekomiker-brot sagt einem fragenden kunden allen erstes, dass man ja einen offenen listener-port haben müsse, um webinhalte abzurufen, zu telefonieren, dateien über FTP, HTTP, gopher daunzulohden! (Das stimmt natürlich nicht. Ein listener-port ist erforderlich, um sörverdienste anzubieten, aber nicht für normale cleients.) Und deshalb keine panik, wenn auch der router einen listener-port im internetze offen hält! Das hat zwar zusätzlich nix mit dem anderen zu tun, was ebenfalls offen gelogen war, aber hej, telekomiker-kunden sind doch doof, denen kann man doch alles erzählen.

Für den facepalm, den man da machen will, gibts leider zuwenig hände.

In einem internetz-security-museum — so etwas gibt es bestimmt in ein paar jahrzehnten — ist diese antwort unbedingt ausstellungswürdig. Gut, dass man sie leicht kopieren kann, denn sie gehört auch in das museum für spätkapitalistische kundenverachtung und offene lüge.

Wenn mir persönlich als antwort auf einen hinweis auf ein potenzjelles sicherheitsproblem eine derartig patzige und offen gelogene antwort durch einen techniker-supportheini zuteil würde, dann betrachtete und behandelte ich mein vertragliches vertrauensverhältnis mit so einem scheißladen als irreparabel beschädigt. Nein, geld würden die von mir nie wieder sehen. Die könnten ja mal versuchen, es sich zu holen.

Und diese arschlöcher und idjoten haben noch kunden?! Unfassbar!

Wer angesichts solcher kundenverachtung so doof ist, kunde der telekomiker zu sein, kriegt jedenfalls nach der nächsten katastrofe keine tüte mitleid von mir.

2 Antworten zu “Telekomiker des tages

  1. Pingback: Nachdem ein zwei jahre lang bekanntes sicherheitsloch ausgenutzt wurde, melden sich die telekomiker hochnotlächerlich zu worte | Schwerdtfegr (beta)

  2. Pingback: Der Cyber-Cyber-Krieg fordert seine Opfer | PROLLblog

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