ENDLICH! EIN NEUER GROẞBUCHSTABE!

Rechtschreibrat macht Weg für großes Eszett in amtlicher Rechtschreibung frei

Endlich gibt es den überflüssigsten buchstaben der deutschen sprache auch als versalje. Oh, ihr glücklichen schweizer, die ihr euch so vortrefflich verstehen könnt, ohne dieses zeichen zu schreiben!

Vielleicht sollte eine „inizjative der ſchreibgemeinſchaft“ sich befleißigen, noch einen dritten buchſtaben für den gleichen laut einzuführen. Unicode haben wir ja inzwiſchen alle. Naheliegend wäre die noch aus dem frakturſatz vertraute unterſcheidung zwiſchen langem s „ſ“ und schluſs-s „s“, die kombiniert mit der aktuellen rechtſchreibung für ein abſurdes und ausgeſprochen häſsliches ſchriftbild ſorgte. Der ganz extragroße vorteil dabei: ähm… endlich wird das ſchreiben wieder komplizierter! Und außerdem verbeſſert sich die eindeutigkeit der ſchriftſprache. Zum beiſpiel, weil man auf dem erſten blick den unterſchied zwiſchen der „wachstube“ (eine tube voller wax) und der „wachſtube“ (eine stube für die wachenden) erkennen kann. Gut, die rechte gutſchreibung ſchreibt für erſteres einfach „waxtube“, aber davon werde ich die werten mitmenſchen im rechtſchreibrat leider nicht überzeugen können…

5 Antworten zu “ENDLICH! EIN NEUER GROẞBUCHSTABE!

  1. Ich vermisse das lange S. Wenn man schon Hitlers diverse Ideen versucht abzumildern, warum dann nicht auch die Abschaffung dieses Buchstabens? Schade.

  2. Bereits in TeXs T1-Kodierung (Cork) aus den 90er Jahren sitzt der SS-Glyph an Position 0xDF. War wohl ursprünglich ganz nützlich, um die Umwandlung in Großbuchstaben nicht ganz wie eine Einweg-Funktion aussehen zu lassen (eine nettere Formulierung will mir gerade nicht durch die Finger). War aber immer noch irreführend bei der Umwandlung von „Maße“, also musste irgendwann auch ein SZ-Glyph definiert werden. Und das sah doch eher holperig aus. Gut, dass der Reichtschreibrat nicht diesen Weg gegangen ist.

    Ja, das lange ſ. das wäre fein. Es gibt das yfonts-Paket für LaTeX, da könnte man solche Sachen ausprobieren, aber die Eingabe verlangt Auszeichnung des Schluss-s als „s:“ im Quelltext. Das lässt sich schwer automatisieren, also kann man nicht leicht einen bestehenden Text auf Frakturschrift umschalten.

  3. Hmm… es gibt da Ansätze, das zu automatisieren, etwa Pfeffer Simpelgotisch.

    Habe das gerade ausprobiert. Zeichensatz installiert, dann Fefes Blog mit CSS besucht. F12 im Firefox, dann alle font-family auf „Pfeffer Simpelgotisch“ gesetzt,src: gelöscht und die gelegentlichen text-transform:uppercase sowie font-style:italic abgestellt.

    Sieht … ähm … bemerkenswert aus.
    Aber beispielsweise „Staatssekretär“ wird nicht richtig umgeschrieben.

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