Hat jemand geglaubt, java sei frei?

Nein, wenn oräkel — übrigens eines dieser unternehmen, die bislang alles in einem haufen rottiger scheiße verwandelt haben, was sie gekauft und angefasst haben — geld braucht, dann wird geld für die java-lizenzierung kassiert. Da muss sich doch geld holen lassen:

Java SE is free for what Oracle defines as „general purpose computing“ – devices that in the words of its licence cover desktops, notebooks, smartphones and tablets. It is not free for what Oracle’s licence defines as „specialized embedded computers used in intelligent systems“, which Oracle further defines as – among other things – mobile phones, hand-held devices, networking switches and Blu-Ray players

Zum glück sind die meisten menschen noch nicht betroffen. Bis irgendwann einmal eine wandelnde addiermaschine bei oräkel bemerkt, dass die unterscheidung zwischen händis und wischofonen doch recht unscharf sein könnte…

Es gibt übrigens vollständig freie (im sinne von Freiheit, nicht von freibier) laufzeitumgebungen, kompeiler und IDEs für programmiersprachen, die derartige entwicklungen nicht befürchten lassen. Man erkennt sie daran, dass sie mindestens unter GPL, gern auch unter einer noch freieren lizenz (wie etwa der BSD-lizenz) lizenziert sind. Die kommen aber nicht von oräkel…

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2 Antworten zu “Hat jemand geglaubt, java sei frei?

  1. Die OpenJDK-Lizenzen sehen da recht gemütlich aus:

    $ rpm -qi java-1.8.0-openjdk | grep License
    License     : ASL 1.1 and ASL 2.0 and GPL+ and GPLv2 and GPLv2 with exceptions and LGPL+ and LGPLv2 and MPLv1.0 and MPLv1.1 and Public Domain and W3C
    

    Die exceptions nehmen einige Binärblobs von der Offenlegung aus.
    Allerdings wäre Oracle zuzutrauen, bei OpenJDK künftig zu mauern. Wenn das eintrifft, werde ich gespannt sein, was Oracle für MySQL / MariaDB geplant hat…

  2. Aus dem Heise-Artikel:

    Ebenfalls zu den kommerziellen Features gehören der MSI Enterprise Installer des JDK sowie das JRE Usage Tracking aus dem JRE-Paket.

    Es hatte mich schon beim Paketieren irritiert, was die da an Tracking veranstalten:

    $ /usr/lib/jvm/java-1.8.0-oracle-1.8.0.92-5.el7.centos.x86_64/jre/bin/java -version
    java version "1.8.0_92"
    Java(TM) SE Runtime Environment (build 1.8.0_92-b14)
    Java HotSpot(TM) 64-Bit Server VM (build 25.92-b14, mixed mode)
    $ ls -nl .oracle_jre_usage/
    total 4
    -rw-rw----. 1 1002 1002 78 Dec 19 06:04 262a8b9866396533.timestamp
    $ cat .oracle_jre_usage/262a8b9866396533.timestamp 
    /usr/lib/jvm/java-1.8.0-oracle-1.8.0.92-5.el7.centos.x86_64/jre
    1482123890054
    

    Ja, schon java -version legt einen Ordner mit Tracking-Daten an.
    Abstellmöglichkeiten habe ich keine gefunden. Umdefinieren von HOME zeigt übrigens auch keine Wirkung. Wenn man das RPM nicht in einem eigens dafür angelegten chroot-Jail (mittels mock) baut, hinterlässt allein schon der rpmbuild mit Tests Spuren außerhalb der Build-Umgebung.

    Natürlich habe ich mich seinerzeit daraufhin nach anderen Versionen umgesehen.
    Mittlerweile funktioniert OpenJDK so, wie ich will. Ansonsten kann man sich auch Azuls Zulu (kommerziell) anschauen.

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