Kwalitätsjornalismus des tages

Ist es nicht herrlich dämlich, wie sich der norddeutsche schundfunk darüber freut, dass es jemanden gelungen ist, sich die domäjhn eines AFD-ortsverbandes zu grabschen und dort für die aufnahme von flüchtlingen zu werben. [Dauerhaft archivierte versjon…]

Was der werte jornalist im eifer seines schreibens allerdings übersehen haben dürfte: Der mensch, der das gemacht hat, ist damit ein gehöriges finanzjelles risiko eingegangen. Natürlich gehören der AFD die namensrechte für ihre partei, selbst, wenn diese nicht beim deutschen patent- und markenamt eingetragen sein sollten (was ich nicht glaube). Eine auf dem rechtsweg erzwungene herausgabe der domäjhn ist also eine verhältnismäßig sichere sache, und die streitwerte, die im markenrecht „standard“ sind, führen zusätzlich zu sehr hohen kosten. Praktisch immer ist der streitwert sexstellig.

Wer mir das nicht glaubt und auch keine lust hat, eine internetz-suchmaschine zu benutzen, kann ja mal selbst ein paar erfahrungen machen: einfach eine irreführend benannte domäjhn mit SPD, CDU oder auch mal mit „BMW“, „cocacola“, „apple“ oder „NDR“ als namensbestandteil registrieren und auf einer webseit in dieser domäjhn das gegenteil der jeweiligen reklame publizieren, damit auch wirklich etwas dagegen unternommen wird! Da stecken aber ganz schnell sehr teure briefe im briefkasten, die zwar sachlich, aber auch klar und kalt formuliert sind und mindestens die kurzfristige herausgabe der domäjhn nebst unterzeichnung einer strafbewehrten unterlassungserklärung einfordern, natürlich mit angelegter kostennote einer anvergewaltskanzlei. So weit der preiswerte weg, der das konto „nur“ mit einigen tausend øre belastet. Der teure weg geht direkt und mit sehr guten erfolgsaussichten vor gericht. Wenn es ganz schlimm wird, kommen auf den markenrechtlichen kram auch noch schadenersatzforderungen drauf, deren streitwert sich das gegenüber mit der marke mehr oder minder einfach ausdenken kann (für beschädigung der marke durch arglistig erweckten falschen eindruck und alles, was dem beauftragten anvergewalt noch alles an gründen und möglichen schäden einfällt). Selbst, wenn man damit nicht durchkommt, gibt es wegen des vorsätzlich hochgeschraubten streitwertes ordentliche juristische zusatzkosten, die für eine privatperson existenzvernichtend sein können, von einem markeninhaber hingegen sogar steuerlich abgesetzt werden können. Alle diese dinge — die jeder gestalter einer webseit im rechtsraum der bummsrepublik deutschland im hinterkopf haben muss — werden vom kwalitätsjornalisten mit seiner „lustigen story gegen die AFD“ einfach weggewischt, als ob sie gar nicht existierten.

Aber hej, der kwantitätsjornalist wollte ja nur eine lustige meldung „gegen die AFD“ schreiben, und da wird dann mal kurz die gesamte wirklichkeit des geltenden rechtes in der BRD ausgeblendet. Wenns für den domäjhngrabscher teuer wird, wird der scheißjornalist bestimmt nicht drüber berichten. Jornalisten sind eben doof wie scheiße und — durch beständige desinformazjon mit potenzjell teuren folgen — die feinde ihrer leser, zuhörer und zuschauer.

Ich wünsche dem menschen, der sich bei einer günstigen gelegenheit die domäjhn eines AFD-ortsverbandes gegriffen hat und es damit „ins fernsehen“ geschafft hat, jedenfalls eine gütliche und für ihn billigere beilegung durch einigung mit der AFD.

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